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11.07.2017

07:13 Uhr

Migration

Deutschland bei Auswanderern ein beliebtes Ziel

Rund 23 Millionen Menschen weltweit treffen Vorbereitungen, um auszuwandern. Diese Zahl nennt eine Uno-Behörde. Auch wenn längst nicht alle ihre Pläne umsetzen, bleibt das Thema brisant.

Die Migrationsbehörde der Vereinten Nationen geht davon aus, dass es aktuell rund 244 Millionen Migranten weltweit gibt. dpa

Migration

Die Migrationsbehörde der Vereinten Nationen geht davon aus, dass es aktuell rund 244 Millionen Migranten weltweit gibt.

Genf/BerlinDie internationale Behörde für Migration IOM geht davon aus, dass der Auswanderungsdruck sobald nicht nachlässt. Weltweit sei die Zahl der Menschen mit Auswanderungsplänen in den vergangenen Jahren leicht gestiegen, berichtete die Uno-Organisation als Ergebnis einer Analyse von Umfragedaten der Jahre 2010 bis 2015. Deutschland stand dabei weit oben auf der Liste beliebter Zielländer. Die Datenexperten gehen von schätzungsweise 23 Millionen Menschen aus, die mehr als nur vage Pläne haben. Zu den konkreten Vorbereitungen zählten etwa Geld sparen, Sprache lernen und Visa-Anträge stellen.

„Zwar gibt es weniger Menschen mit Auswanderungsplänen als oft angenommen wird, aber der leichte Aufwärtstrend weltweit bedeutet, dass die Migration andauern wird“, sagte IOM-Generaldirektor William Swing der Deutschen Presse-Agentur. Seine Organisation wollte die Zahlen am Dienstag in Genf vorlegen.

Die Auswertung der Umfragen des Gallup-Instituts in etwa 160 Staaten zeigt laut der Behörde auch, dass 710 Millionen Menschen sich grundsätzlich vorstellen können, irgendwann das Land zu wechseln. 66 Millionen davon gaben an, Pläne für die kommenden zwölf Monate zu haben. Es habe 2015 fünf Prozent mehr Erwachsene mit Auswanderungsplänen gegeben als 2010.

Allerdings äußerte weniger als ein halbes Prozent der Menschen, den Wechsel konkret vorzubereiten. Und wenn es an die reale Umsetzung geht, sinken die Zahlen weiter: Die Fachleute verglichen die in den Umfragen geäußerten Wünsche mit den erfassten Migrationszahlen: Danach wandern drei mal weniger Menschen aus als die Gruppe, die über Vorbereitungen spricht. „Migrationsabsichten zu verstehen, kann helfen, uns auf künftige Migrationsbewegungen besser einzustellen“, erläuterte IOM-Chef Swing.

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Die USA bleiben der Studie nach das beliebteste Ziel für Menschen mit Migrationsplänen. Deutschland liegt nach den IOM-Zahlen auf Platz sechs der Wunschliste hinter Großbritannien, Saudi-Arabien, Kanada und Frankreich. Insgesamt gebe einer von drei Menschen mit Migrationswunsch an, dass er in ein Entwicklungsland übersiedeln wolle.

Die Hälfte der Migrationswilligen lebt danach in 20 Staaten, angeführt von Nigeria und Indien. Acht davon sind afrikanische Länder. Insgesamt geht die Migrationsbehörde der Vereinten Nationen davon aus, dass es aktuell 244 Millionen Migranten weltweit gibt. Deutschland hatte 2015 einen Höhepunkt der Zuwanderung erlebt mit rund zwei Millionen Ankömmlingen. Zugleich hatten rund eine Million Menschen ihren Wohnsitz hier abgemeldet.

Von

dpa

Kommentare (2)

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Herr Holger Narrog

11.07.2017, 08:55 Uhr

23 Mio. potentielle "Flüchtlinge"/Einwanderer sind eine krasse Unterschätzung.

Vor ein paar Jahren lebte ich im Nahen Osten. Viele Mitmenschen dort wünschen sich einen islamischen Staat, allerdings wollen die meisten qualifizierteren Kollegen doch lieber in Kanada, USA leben, die weniger qualifizierten in Deutschland. Das ist ähnlich inkonsistent wie in Deutschland wo viele an den Klimaschwindel glauben aber doch gerne grosse Autos fahren.

Vielen sind die sehr grosszügigen Sozialleistungen Deutschlands aus dem ferneren Familienkreis bekannt. "Flüchtlinge" die in der Heimat Ferien machen, mit ihren neuen Mobiltelefone angeben, ziehen andere nach. Von Frontex gibt es ein Merkblatt mit den Sozialhilfesätzen in Europa und der möglichen Verfahrens-/Aufenthaltsdauer.

Gem. eines amerikanischen Soziologieprofessor gibt es weltweit 2,6 Mrd. Menschen die sich eine "Flucht"/Emigration schlicht nicht leisten können und 1,7 Mrd. potentielle "Flüchtlinge"/Auswanderer. Menschen deren Einkommen unter dem Wohlfahrtrseinkommen der Industrieländer liegt, aber genug Geld und Wissen haben um eine solche Reise anzutreten.

Herr Riesener Jr.

11.07.2017, 09:04 Uhr

Endlich, endlich sind wir Deutschen mal beliebt. Und das gleich bei so unglaublich vielen Menschen! Der Dank gilt unserer großherzigen Bundeskanzlerin.

Tja, liebes Deutschland, wenn es am schönsten ist, soll man doch aufhören... in seiner uns bekannten Form zu existieren.

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