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28.12.2011

07:58 Uhr

Militär-Regime

Nordkorea hat laut Experten bald Atomrakete

Ein führender Militärexperte glaubt, der kommunistische Staat könne schon in ein bis zwei Jahren eine Rakete mit Atomsprengkopf herstellen. Über ausreichend Uran könnte Nordkorea bereits verfügen.

Eine Feier nach dem zweiten erfolgreichen Atomtest Nordkoreas im Mai 2009. dpa

Eine Feier nach dem zweiten erfolgreichen Atomtest Nordkoreas im Mai 2009.

WashingtonNordkorea kann nach Einschätzung von Experten früher als bisher erwartet eine Atomrakete einsatzfähig machen. Es werde wahrscheinlich nur noch ein bis zwei Jahre dauern, bis der kommunistische Staat einen nuklearen Raketensprengkopf einsatzbereit habe, schreibt der ehemalige Top-Experte eines überparteilichen Forschungsdienstes des US-Kongresses, Larry Niksch, in einem jüngst veröffentlichten Papier. Bislang galt eine Zeitspanne von fünf Jahren als realistisch.

Mit dem Machtwechsel in Pjöngjang ist offen, wie Nordkorea sich künftig im Atomkonflikt verhält. Der langjährige Diktator Kim Jong Il wird am Mittwoch beigesetzt. Sein Sohn Kim Jong Un rückt an die Spitze des weitgehend von der Außenwelt abgeschotteten asiatischen Landes auf.

Niksch beschäftigt sich in seinem Papier mit der Frage, wie schnell die Führung in Pjöngjang einen Atomsprengkopf auf eine einsatzfähige Größe verkleinern und auf der Mittelstreckenrakete Nodong montieren kann, wenn ausreichend hochangereichertes Uran (HEU) für den Sprengsatz zur Verfügung steht. Der Experte hat Nordkorea 43 Jahre lang für das US-Parlament beobachtet.

Nach Einschätzung von Siegfried Hecker, dem früheren Chef des staatlichen Forschungslabors Los Alamos, könnte Nordkorea bereits genug Uran angereichert haben. Das Land müsse aber noch einen weiteren, dritten Atomtest machen, um sicher zu gehen, dass ein verkleinerter Sprengkopf funktioniert, sagte er Reuters. „Wenn der Test erfolgreich verläuft, dann könnten sie das Potenzial binnen weniger Jahre erreichen“, schrieb er in einer E-Mail zum zeitlichen Horizont für eine nordkoreanische Atomrakete. „Wir wissen einfach nicht, was sie sonst noch haben und wie viel HEU sie produzieren können oder bereits hergestellt haben.“ Hecker hat die Nuklearanlage in Yongbyon zuletzt im November 2010 besucht. Es war sein vierter Aufenthalt dort.

Von

rtr

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