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24.05.2015

12:15 Uhr

Militärallianz gegen Huthi-Rebellen

Neue Luftangriffe im Jemen

Die Gefechte im Jemen gehen unverändert weiter. Nun hat Saudi-Arabien offenbar erneut zahlreiche Stellungen der Huthi-Rebellen aus der Luft bombardiert. Auch auf dem Boden liefern sich Huthis und Armee erbitterte Kämpfe.

Saudi-Arabien und acht weitere Koalitionspartner wollen die Luftschläge fortsetzen, bis Jemens Präsident Abdo Rabbo Mansour Hadi sicher in das Land zurückkehren kann. dpa

Saudi-arabisch geführte Koalition

Saudi-Arabien und acht weitere Koalitionspartner wollen die Luftschläge fortsetzen, bis Jemens Präsident Abdo Rabbo Mansour Hadi sicher in das Land zurückkehren kann.

SanaaDie von Saudi-Arabien angeführte Militärkoalition hat nach Augenzeugenberichten erneut zahlreiche Luftangriffe auf Stellungen der Huthi-Rebellen im Jemen geflogen. Anwohner in verschiedenen Landesteilen berichteten am Samstag, dass Waffenlager und Militärstützpunkte unter der Kontrolle der Rebellen attackiert worden seien. Auch ein Militärflughafen in der westlichen Provinz Hodeida sei zwei Mal bombardiert worden.

In Hadscha im Norden des Landes sei eine Versammlung der Huthis getroffen worden, wodurch Augenzeugen zufolge mindestens zwölf der schiitischen Kämpfer getötet wurden. Im Südjemen attackierte die Luftwaffe Rebellen, die sich Kämpfe mit Stammesangehörigen lieferten, wie die Armee mitteilte. Mindestens 17 Huthis und elf Stammesangehörige seien getötet worden. Aus Armeekreisen verlautete zudem, dass im Norden, Osten und Westen der Hafenstadt Aden Kämpfe zwischen den Rebellen und regierungstreuen Soldaten tobten.

Gefechte im Jemen: Wer und was? (April 2015)

Die Huthis

Die Huthis sind ein schiitischer Volksstamm aus dem Nordjemen. Früher unterdrückt, etablierten sie sich mit Beginn des Arabischen Aufstands ab 2011 als politische Kraft. Im September 2014 eroberten rund 30.000 Huthis die Hauptstadt Sanaa. Vor einigen Wochen setzten sie Präsident Abed Rabbo Mansur Hadi und die Regierung ab. Auf der Seite der Huthis stehen beträchtliche Teile der Armee, die dem 2012 zum Abgang gezwungenen Präsidenten Ali Abdullah Salih treu geblieben sind.

Präsident Hadi

Präsident Hadi flüchtete im vergangenen Februar in die südjemenitische Stadt Aden, von wo aus er versucht weiterzuregieren. Der von den USA unterstützte Staatschef will einen Föderalstaat errichten - scheiterte aber an der Stärke der Huthis.

Ex-Präsident Salih

Ex-Präsident Ali Abdullah Salih war über 30 Jahre Herrscher im Jemen. Nach Protesten musste er Anfang 2012 zurücktreten. Die USA werfen ihm vor, das Chaos geschürt zu haben. Die UN haben Sanktionen gegen ihn verhängt. Medien berichteten über Absprachen Salihs mit den Huthis. Saudi-Arabien gewährte Salih nach dessen Rücktritt Unterschlupf. Der reiche Golfstaat hat ein großes Interesse daran, den bettelarmen Jemen unter sunnitischer Kontrolle zu halten.

Der Iran

Der Iran versucht als Rivale Saudi-Arabiens, via Sanaa einen Fuß auf die Arabische Halbinsel zu bekommen. Das schiitische Land gilt als Verbündeter der Huthi-Rebellen. Experten vermuten, der Iran unterstütze die Huthis möglicherweise finanziell, habe aber - anders als im Falle der Hisbollah im Libanon oder der schiitischen Milizen im Irak - keinen operativen Einfluss auf sie.

Saudi-Arabien

Eine von Saudi-Arabien geführte regionale Militärallianz bombardiert seit Ende März 2015 im ganzen Land Stellungen und Waffenlager der Huthis und der Salih-loyalen Truppen. Riad sieht - anders als viele Nahost-Experten - in der Miliz der schiitischen Sekte einen „Klienten“ des Iran, der auf diese Weise die Kontrolle über den Hinterhof des sunnitischen Königreichs übernehmen wolle.

Al-Kaida

Al-Kaida auf der Arabischen Halbinsel (AQAP) ist der mächtigste Ableger des weltweit agierenden Terrornetzwerkes. Die sunnitischen Extremisten, die sich unter anderem zum Anschlag auf das Satiremagazin „Charlie Hebdo“ bekannten, galten bisher als heimliche Gewinner im Machtpoker um den Jemen. In den vergangenen Monaten bekannten sich Extremisten und bisherige Al-Kaida-Anhänger zu der Terrormiliz Islamischer Staat (IS), die große Teile des Iraks und Syriens kontrolliert. Trotz einer sehr ähnlichen Ideologie ist der IS mit Al-Kaida verfeindet.

Die sunnitisch-arabische Militärkoalition unter Führung Saudi-Arabiens fliegt seit Ende März Luftangriffe auf mutmaßliche Stellungen der Huthi-Miliz, um deren Vormarsch zu stoppen und dem nach Saudi-Arabien geflüchteten Präsidenten Abd Rabbo Mansur Hadi zurück an die Macht zu verhelfen. Nach dem Ende einer humanitären Feuerpause am Dienstag verstärkte die Koalition ihre Angriffe.

Von

afp

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