Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

05.11.2011

09:25 Uhr

Militärangriff

Farc-Rebellenchef Alfonso Cano getötet

Es ist nicht das Ende der Farc, aber doch ein harter Schlag für die Moral der Rebellenorganisation: Ihr Anführer, Alfonso Cano, ist bei einem Militärangriff getötet worden.

Kolumbianischer Farc-Anführer bei Gefecht getötet

Video: Kolumbianischer Farc-Anführer bei Gefecht getötet

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

BogotaDer Anführer der linksgerichteten kolumbianischen Rebellenorganisation Revolutionäre Streitkräfte Kolumbiens (Farc), Alfonso Cano, ist bei einer Militäroperation getötet worden. Sein Tod ist ein großer Erfolg für Präsident Juan Manuel Santos. Erst vor mehr als einem Jahr war der Militärchef der Organisation vom kolumbianischen Militär getötet worden.

„Die Fingerabdrücke sind identisch“, sagte einer der beiden ranghohen kolumbianischen Sicherheitsvertreter, die Canos Tod als erste bekannt gaben. Das Militär habe eine Standardoperation in der Provinz Cauca ausgeführt - erst einen Bombenangriff, dann hätten Bodentruppen übernommen. Der Gouverneur von Cauca, Alberto Gonzalez, bestätigte Canos Tod inzwischen. In Cauca kam es in den vergangenen Monaten gehäuft zu Gewaltakten durch die Farc-Rebellen.

Der Chef der Rebellenorganisation Farc, Alfonso Cano, im Februar 2001. Reuters

Der Chef der Rebellenorganisation Farc, Alfonso Cano, im Februar 2001.

Auf Cano war ein Kopfgeld von fünf Millionen Dollar (mehr als 3,6 Millionen Euro) ausgesetzt. Seit der Militärchef der Rebellen, Mono Jojoy, im September 2010 bei einem Bombenangriff getötet wurde, hatten sich die kolumbianischen Behörden auf die Jagd nach dem 63-jährigen Cano konzentriert. Cano, mit bürgerlichem Namen Guillermo León Sáenz Vargas, ist ein Intellektueller aus Bogotá, der die Führung der letzten verbliebenen Rebellenbewegung Lateinamerikas nach dem Tod von Farc-Mitbegründer Manuel Marulanda im Alter von schätzungsweise 78 Jahren durch Herzinfarkt im Jahre 2008 übernahm.

Canos Tod bedeutet laut Experten aber noch lange nicht das Ende der kommunistisch ausgerichteten Gruppe, die seit fast 50 Jahren einen Guerillakrieg gegen die kolumbianische Regierung führt. Die Bewegung, die sich vorwiegend durch Drogenhandel finanziert, besteht aus schätzungsweise 9.000 Bauern aus entlegenen Gebieten, die in Kolumbien, wo der Landbesitz in den Händen einiger weniger ist, kaum Chancen haben.

„Es muss natürlich ganz klar gesagt werden: Das ist ein Schlag für die Moral der Farc“, sagte Victor Ricardo, der zwischen 1998 und 2002 für die kolumbianische Regierung letztendlich erfolglose Friedensverhandlungen mit den Rebellen führte, der Nachrichtenagentur AP. Es solle aber bloß keiner glauben, dass Canos Tod das Ende der FARC sei. Die Bewegung habe eine disziplinierte militärische Hierarchie, Nachfolger warteten schon. Ricardo sagte, der nächste Farc-Anführer könnte Ivan Marquez oder Timochenko vom FARC-Sekretariat sein.

Von

dapd

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×