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15.01.2013

04:16 Uhr

Militäreinsatz

Deutschland hilft Frankreich in Mali

Die französische Armee fliegt in Mali Luftangriffe gegen Extremisten. Der Kampfeinsatz wurde vom UN-Sicherheitsrat gutgeheißen und rief die EU auf den Plan. Auch Deutschland machte jetzt ein Angebot.

Französische Soldaten nach ihrer Ankunft in der Nähe von Bamako am 14. Januar. AFP

Französische Soldaten nach ihrer Ankunft in der Nähe von Bamako am 14. Januar.

Bamako/Paris/Berlin/Köln/WashingtonUN-Generalsekretär Ban Ki Moon hat die französische Militärintervention in Mali begrüßt. Ban hoffe, dass der Einsatz die jüngste Offensive der Terroristen stoppe, teilte das Büro des Generalsekretärs der Vereinten Nationen am Montag mit. Ziel sei es, den Resolutionsentwurf des UN-Sicherheitsrats von Dezember so schnell wie möglich umzusetzen.

Dieser sieht die Wiederherstellung der verfassungsrechtlichen Ordnung und territorialen Integrität von Mali mit Hilfe eines Militäreinsatzes unter afrikanischer Führung vor. Der UN-Einsatz sollte zunächst nicht vor September beginnen. Frankreich rief nun dazu auf, die Umsetzung zu beschleunigen. Die ehemalige Kolonialmacht hatte am Freitag auf Wunsch der Regierung in den Kampf zwischen den Streitkräften und den der Al-Kaida nahestehenden Aufständischen eingegriffen. Die Rebellen sollen am Vormarsch auf die Hauptstadt Bamako gehindert werden.

Zur weiteren Unterstützung Frankreichs in Mali will die EU so schnell wie möglich Militärausbilder in das Land schicken. Die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton teilte am Montag mit, die Außenminister der Europäischen Union würden noch in dieser Woche bei einer Sondersitzung in Brüssel über die Lage in Mali beraten.

Dabei solle „die rasche Entsendung“ von rund 200 EU-Militärausbildern nach Mali besprochen werden. Einen konkreten Termin nannte Ashton nicht. Ein Sprecher Ashtons sage, sie könnten „in der zweiten Februarhälfte oder Anfang März“ einsatzbereit sein und die malische Armee in die Lage versetzen, selbst gegen terroristische Bedrohungen vorzugehen. An einem Kampfeinsatz werde sich die EU aber nicht beteiligen.

Der Kampfeinsatz in Mali wird nach französischen Angaben auch vom UN-Sicherheitsrat gutgeheißen. „Alle Mitglieder haben ihre Unterstützung für die französische Position ausgedrückt“, sagte Frankreichs UN-Botschafter Gérard Araud am Montag nach einer Sondersitzung des mächtigsten UN-Gremiums in New York. „Alle haben zudem anerkannt, dass wir uns hundertprozentig auf dem Boden des Völkerrechts bewegen“, sagte Araud. Die Russen hätten gelobt, dass Frankreich genau im Sinne der UN-Resolutionen handele.

Die USA wollen Frankreich beim Kampfeinsatz in Mali nach den Worten von Verteidigungsminister Leon Panetta „begrenzte logistische Unterstützung“ zukommen lassen. Außerdem könne man mit Geheimdienst-Informationen helfen, sagte Panetta ohne konkretere Hinweise vor Journalisten auf einem Flug nach Portugal. „Wir haben die Verantwortung, dass wir garantieren, dass Al-Kaida keine Operationsbasis in Nordafrika und Mali errichtet“, sagte der Minister am Montag.

Kommentare (5)

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Martin

15.01.2013, 05:42 Uhr

Schade, wieder ist Deutchland nicht in der Lage sich international auf Augenhoehe mit anderen fuehrenden Industriestaaten zu bewegen. Man kann vermuten, dass unsere Politiker auch reflexartig Kampfeinsaetze ausschliessen wenn die Bundesrepublik direkt angegiffen wird.
Martin

Holz

15.01.2013, 07:02 Uhr

Krieg ist eigentlich der Grund warum es afrikanischen Staaten so unglaublich schlecht geht.

Da sollte sich die Bundeswehr raushalten, schließlich haben wir noch Europa durchzufüttern ein Krieg kostet viel Geld. Wer denkt das nur "Ausbilder" in einen Krisenherd geschickt werden irrt sich gewaltig.

Account gelöscht!

15.01.2013, 07:09 Uhr

Nicht zu vernachlässigen ist das Mali eine ehemalige französische Kolonie ist. Immer wieder wird Krieg als Friedensmission bezeichnet. Kaum ist die Bundeswehr aus Afghanistan raus (wo es den Leuten schlechter geht als vorher) geht es wieder in den nächsten Krieg ? Wie kann das Umbringen von Leuten als Friedensmission verkauft werden. Deutschland sollte sich um sich selbst kümmern.

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