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31.03.2011

06:48 Uhr

Militäreinsatz in Libyen

Obama genehmigt CIA-Geheimkrieg

Offiziell wollen sich die USA aus dem Militäreinsatz in Libyen zurückziehen - doch hinter den Kulissen untergraben US-Geheimagenten bereits seit Wochen Gaddafis Macht. Obama hat den Einsatz persönlich angeordnet.

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WashingtonUS-Präsident Barack Obama hat nach Angaben aus Kreisen eine Genehmigung zur Unterstützung der libyschen Rebellen durch den US-Geheimdienst CIA erteilt.

Offiziell wollen sich die USA allerdings schrittweise aus dem Militäreinsatz in Libyen zurückziehen: Angesichts der Kommandoübergabe an die NATO solle das Engagement der US-Armee bei den Luftangriffen auf die Gaddafi-Truppen spürbar reduziert, kündigte NATO-Kommandeur Admiral James Stavridis am Mittwoch bei einer Anhörung vor dem US-Kongress an.

Derzeit würde etwa die Hälfte der Luftangriffe von US-Piloten geflogen, sagte Stavridis. In den kommenden Wochen wollten sich die USA aus der aktiven Rolle zurückziehen und stärker als Unterstützer anderer Streitkräfte in Erscheinung treten. Der Militäreinsatz zur Durchsetzung der Flugverbotszone über Libyen hat die USA nach Angaben des Pentagon bislang 550 Millionen Dollar (391 Millionen Euro) gekostet.

Die Bomber kehren nach Hause zurück, aber die USA führen trotzdem weiter einen verdeckten Krieg gegen das libysche Regime: Laut einem Medienbericht unterstützt die Central Intelligence Agency (CIA) bereits seit Wochen mit verdeckten Aktionen die Gegner des libyschen Diktators Gaddafi. Die Spione kundschafteten dabei mögliche Ziele für Luftschläge aus und versuchten überdies, Kontakte zu den Aufständischen zu knüpfen, berichtete die „New York Times“ am Mittwoch unter Berufung auf amerikanische Regierungsbeamte.

Mit der Sache vertraute Regierungsmitarbeiter sagten der Nachrichtenagentur Reuters am Mittwoch, Obama habe die Autorisierung innerhalb der vergangenen zwei oder drei Wochen unterzeichnet. Dieser Schritt ist eine Voraussetzung für entsprechende Handlungen der CIA - er bedeutet jedoch nicht automatisch, dass die CIA tatsächlich tätig wird.

Weder ein Sprecher des US-Präsidialamtes noch CIA wollten sich hierzu äußern. Obama und andere Regierungsvertreter haben nicht ausgeschlossen, dass die USA die Rebellen mit Waffen beliefert. Diese Möglichkeit werde derzeit von den USA unter die Lupe genommen, eine entsprechende Entscheidung sei jedoch bislang nicht getroffen worden, sagte Obama.

Das Weiße Haus lehnte es derweil ab, sich zu Geheimdienst-Missionen zu äußern. Während Präsident Barack Obama erklärt habe, dass es keine US-Bodentruppen in Libyen geben werde, „arbeiten kleine Gruppen von CIA-Agenten seit mehreren Wochen in Libyen“, schreibt die Zeitung. Sie seien Teil einer „Schattenmacht“ westlicher Bürger, von denen die Obama-Regierung hoffe, dass sie Gaddafis Militär schaden könne.

„Es ist gängige Praxis für diese und alle anderen US-Regierungen, sich zu Geheimdienst-Angelegenheiten nicht zu äußern“, teilte Präsidentensprecher Jay Carney mit. Es gebe nach wie vor keine Entscheidung darüber, die Regimegegner oder irgendeine andere Gruppe in Libyen mit Waffen zu versorgen.

„Weder schließen wir es aus, noch schließen wir es ein“, erklärte er. „Wir erörtern und prüfen Optionen für alle Arten von Unterstützung, die wir dem libyschen Volk geben können.“ Man habe sich dabei direkt mit der Opposition wie auch den internationalen Partnern der USA beraten.

Bei den CIA-Mitarbeitern handelt es sich laut „New York Times“ um eine unbekannte Zahl von US-Geheimdienstoffizieren, die entweder bereits in Tripolis arbeiteten oder neu hinzukamen.

Nach Angaben britischer Regierungsbeamter arbeiteten „Dutzende“ Agenten des Geheimdienstes MI6 und Mitglieder von Spezialkommandos in Libyen. Die versorgten die britischen Streitkräfte mit Informationen über Ziele für Luftschläge, Stellungen und Bewegungen von Gaddafis Militär.

Kommentare (11)

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kurzda

31.03.2011, 01:52 Uhr

sowas hat Vorlauf nicht von Tagen. Damit dürfte klar sein das das keine Freiheitsbewegung ist, die aus dem inneren enstanden ist. Das ist von Aussen gesteuert. War wohl bei den anderen Ländern , Tunesien, Ägypten ähnlich. Bei Gaddafi ist es nur blöd gelaufen, der wehrt sich.

Morchel

31.03.2011, 05:30 Uhr

@kurzda La Belle, Lockerby waren von aussen gesteuert.das was da geht findet seine Berechtigung in den Diktator zu beseitigen. Wie war das noch es sind Ratten.Dank den allierten das der Mörder vor Gericht kommt.das dürfte nun klar sein das es eine menschenverachtende Diktatur ist.

mfgreinhard

31.03.2011, 07:22 Uhr

Und das wird uns dann als Befreiungskrieg verkauft!

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