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22.03.2013

10:45 Uhr

Militärische Spannungen

Südkoreas Präsidentin verliert ihren Verteidigungsminister

Er musste sich mit einer Vielzahl von Vorwürfen auseinandersetzen: Während die Spannungen mit Pjöngjang anhalten, stockt die Regierungsbildung erneut: Der designierte Verteidigungsminister tritt zurück.

Park Geun-Hye bei ihrer feierlichen Amstübernahme. dpa

Park Geun-Hye bei ihrer feierlichen Amstübernahme.

SeoulZum Zeitpunkt erhöhter militärischer Spannungen mit Nordkorea hat der designierte südkoreanische Verteidigungsminister Kim Byung Kwan am Freitag seinen Rückzug erklärt.

Um einen reibungslosen Ablauf der Staatsangelegenheiten zu ermöglichen, trete er als designierter Verteidigungsminister zurück, erklärte Kim, der zuletzt mit verschiedenen Vorwürfen konfrontiert worden war. Unter anderem arbeitete er für einen Waffenhändler, zudem kamen zuletzt Vorwürfe wegen heimlicher Anteile an einem Gasunternehmen in Birma auf.

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Die neue südkoreanische Präsidentin Park Geun Hye nahm Kims Rücktrittsgesuch an und bat den derzeitigen Verteidigungsminister, seine Amtszeit zu verlängern. Der Rückzug Kims ist ein weiterer Schlag für Park, nachdem sich die Besetzung wichtiger Posten in ihrem neuen Kabinett bereits als schwierig erwies.

Dies lag unter anderem an einer Blockade im Parlament angesichts ihrer Vorschläge zur Regierungsumbildung, die am Freitag aber schließlich genehmigt wurde.

Chronologie: Nordkorea und seine Atombomben

1989

Ein US-Spionagesatellit macht erste Aufnahmen der nordkoreanischen Atomanlage Yongbyon.

1994

Pjöngjang legt den Atomreaktor im Rahmen eines Abkommens mit den USA still und erhält dafür Zusagen für den Bau zweier Leichtwasserreaktoren.

1998

Abschuss einer nordkoreanischen Langstreckenrakete vom Typ Taepodong-1.

2002

US-Präsident George W. Bush erklärt Nordkorea im Januar zu einem Teil der "Achse des Bösen". Im Dezember reaktiviert Pjöngjang den Atomreaktor Yongbyon und weist Inspektoren der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) aus.

2003

Nordkorea kündigt im Januar den Atomwaffensperrvertrag auf. Im August beginnen Sechs-Nationen-Gespräche zur Beendigung des nordkoreanischen Atomprogramms mit Nord- und Südkorea, China, USA, Japan und Russland.

2005

Nordkorea gibt im Februar bekannt, Atomwaffen zur Selbstverteidigung hergestellt zu haben.

2006

Nordkorea nimmt am 9. Oktober den ersten Atombomben-Test vor. Der UN-Sicherheitsrat beschließt Sanktionen.

2007

Nordkorea erklärt sich im Februar bereit, die Anlage in Yongbyon abzuschalten und Atominspektoren wieder ins Land zu lassen. Im Juli erklärt die IAEA, Yongbyon sei geschlossen.

2009

Im April startet Nordkorea eine Langstreckenrakete mit tausenden Kilometern Reichweite. Die Regierung in Pjöngjang zieht sich aus den Sechs-Parteien-Gesprächen zurück und kündigt die Wiederaufnahme des Atomprogramms an. Am 24. Mai nimmt Nordkorea einen zweiten Atombombentest vor. Am 12. Juni werden die UN-Sanktionen verschärft.

2011

Nach dem Tod des langjährigen nordkoreanischen Machthabers Kim Jong Il am 17. Dezember kommt sein jüngster Sohn Kim Jong Un an die Macht.

2012

Nach einem fehlgeschlagenen Test der Rakete Unha-3 im April gelingt ein zweiter Abschuss des Raketentyps im Dezember.

2013

Der UN-Sicherheitsrat verschärft am 22. Januar die Sanktionen erneut, zwei Tage später kündigt die Führung in Pjöngjang einen neuen Atomtest an. Am 12. Februar vollzieht Nordkorea nach eigenen Angaben "erfolgreich" einen unterirdischen Atomtest.

2014

In seiner Neujahrsansprache kündigt Diktator Kim Jong-Un gegenüber den USA eine „massive nukleare Katastrophe“ an, sollte auf der koreanischen Halbinsel ein Krieg ausbrechen. Im September veröffentlicht die IAEA einen Bericht, wonach der Atomreaktor Nyongbyon wieder in Betrieb sei, und belegt dies mit Satellitenbildern.

2015

Im Januar bietet Kim Jong-Un an, das Atomwaffenprogramm Nordkoreas aufzugeben, wenn die USA auf gemeinsame Militärmanöver mit Südkorea verzichten. Im Mai verbreitet Pjöngjang, dass Nordkorea inzwischen auch Langstreckenraketen mit entsprechend miniaturisierten Nuklearwaffen ausrüsten zu können – eine offene Drohung in Richtung USA.

2016

Gleich zu Beginn des Jahres gibt Nordkorea bekannt, erstmals erfolgreich den Einsatz einer Wasserstoff-Bombe getestet zu haben. Chinesische und US-amerikanische Behörden bezweifeln die Behauptung aufgrund seismischer Signale in der Nähe des Testgeländes, die eher auf die Explosion einer Spaltbombe hindeuten. Einen Monat später führt Pjöngjang einen Raketentest durch: Am 7. Februar startet eine Unha-3-Trägerrakete und bringt einen Satelliten in die Erdumlaufbahn. Die USA, Südkorea und Japan werten den Start jedoch als Test einer atomar bestückbaren Langstreckenrakete – und erlassen erneut Sanktionen gegen Nordkorea.

Auch vor dem Hintergrund der jüngsten Spannungen mit Nordkorea ist der Rückzug des designierten Verteidigungsministers und Vier-Sterne-Generals eine Schlappe für Park.

Die Lage auf der koreanischen Halbinsel hatte sich zuletzt weiter angespannt, nachdem Pjöngjang als Reaktion auf eine Verschärfung der UN-Sanktionen nach einem unterirdischen Atomtest den Nichtangriffspakt mit dem Süden aufkündigte. Zuvor hatte Nordkorea bereits den USA mit einem atomaren Erstschlag gedroht.

Von

afp

Kommentare (1)

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RumpelstilzchenA

22.03.2013, 12:56 Uhr

Diese südkoreanische Räuberbande ist schon ein Ärgernis für Park und Kim Jong.

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