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25.11.2014

17:23 Uhr

Militärkonvois passieren wohl Grenze

Ukraine wirft Russland erneute Invasion vor

Zuletzt gab es wiederholt Meldungen, Russland dringe erneut in die Ukraine ein, um die Separatisten im Osten des Landes militärisch zu unterstützen. Nun berichtet die Ukraine von 85 teils schwer bewaffneten Fahrzeugen.

Schon die angeblichen Hilfskonvois, die Russland im November in die Ostukraine entsandte, sorgten auf ukrainischer Seite für Kritik. Weitere offenbar bewaffnete Fahrzeuge  heizen jetzt die Stimmung umso mehr auf. dpa

Schon die angeblichen Hilfskonvois, die Russland im November in die Ostukraine entsandte, sorgten auf ukrainischer Seite für Kritik. Weitere offenbar bewaffnete Fahrzeuge heizen jetzt die Stimmung umso mehr auf.

KiewDie Ukraine wirft Russland neue Rüstungshilfen für die Separatisten im Osten des Landes vor. "Die russische Seite versorgt die terroristischen Organisationen der Volksrepubliken in Donezk und Luhansk weiter mit schweren Waffen", erklärte ein Sprecher des Außenministeriums am Dienstag in Kiew. Russland warnte dagegen die Ukraine davor, die Mitgliedschaft in der Nato anzustreben. Damit würde sich die Lage ungeachtet der diplomatischen Bemühungen um eine friedliche Lösung verschärfen.

Nach Angaben des ukrainischen Außenministeriums überquerten am Montag 85 Fahrzeuge in fünf Konvois die ukrainisch-russische Grenze. "Sechs der Fahrzeuge waren schwer bewaffnete Transporter", sagte ein Sprecher. Mit den übrigen Fahrzeugen seien Munition oder Kämpfer transportiert worden.

Russland warnte den ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko davor, ein Referendum über einen Beitritt zur Nato anzustoßen. Dies würde die Lage weiter eskalieren lassen, erklärte der stellvertretende Außenminister Sergej Riabkow. Poroschenko will in einigen Jahren über den Beitritt seines Landes zur Nato abstimmen lassen.

Der Westen wirft Russland schon länger vor, die Separatisten mit Waffen und Soldaten zu unterstützen, was Moskau zurückweist. Trotz des Anfang September zwischen der ukrainischen Regierung und den Rebellen vereinbarten Waffenstillstands gibt es immer wieder Kämpfe. Ein Sprecher der ukrainischen Armee erklärte, in den vergangenen 24 Stunden seien ein Soldat getötet und fünf weitere verletzt worden. In dem Konflikt sind nach UN-Angaben über 4300 Menschen getötet worden.

Was ist „Neurussland“?

Neuer Streit um ein historisches Gebiet

In der Ostukraine haben prorussische Separatisten im Mai ihre „Volksrepubliken“ Donezk und Lugansk zu „Neurussland“ vereinigt. Auch Russlands Präsident Putin verwendete mehrfach diese Bezeichnung. Sie hat einen historischen Ursprung.

Feldzüge gegen Türken

Mitte des 18. Jahrhunderts wurde ein Militärbezirk nördlich des Schwarzen Meeres so genannt. Neurussland reichte damals von Bessarabien (heute die Republik Moldau) bis zum Asowschen Meer. Zentrum war Krementschuk, etwa 300 Kilometer südöstlich von Kiew. Zur Zeit der Feldzüge gegen die Türken und das Krim-Khanat sollte die Ansiedlung russischer und ukrainischer Bauern sowie ausländischer Siedler das Grenzgebiet stabilisieren.

Auflösung nach Eroberung der Krim

1764 bildete Zarin Katharina die Große das „Neurussische Gouvernement“. Nach der Eroberung der Krim verlor Neurussland seine strategische Bedeutung und wurde rund 20 Jahre nach der Gründung wieder aufgelöst. Zar Paul I. bildete 1796 erneut ein kurzlebiges Verwaltungsgebiet Neurussland um den Hauptort Noworossisk, dem heutigen Dnjepropetrowsk.

Deutsche Siedler

Anfang des 19. Jahrhunderts wurde ein russisches „Generalgouvernement Neurussland-Bessarabien“ geschaffen. Von 1818 bis etwa 1880 wurden wieder ausländische Siedler angeworben. Auch aus deutschsprachigen Gebieten kamen viele Menschen in die Steppen Neurusslands. Die Dörfer dieser „Schwarzmeerdeutschen“ existierten bis zu den Deportationen in der Stalin-Zeit.

Von

rtr

Kommentare (26)

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Herr reiner tiroch

25.11.2014, 17:45 Uhr

die Ukraine behauptet täglich irgendwas das kurz darauf von der Nato aber sowas von bestätgt wird. da muß es ja mal mit dem lang ersehnten Krieg klappen, gell?

G. Nampf

25.11.2014, 17:45 Uhr

Da die umkämften Gebiete der Ost-Ukraine ukrainisches Staatsgebiet sind, hat die ukrainisches Armee das Recht, russische Konvois (falls sie denn wirklich die Grenze übershreiten) zu beschießen und zu vernichten.

Und das sollte sie auch tun.

Account gelöscht!

25.11.2014, 17:58 Uhr

Ja, interessierte Kreise müssen die Flamme des Feuers anheizen, könnte ja ausgehen.
So wird das nichts mit der Völkerverständigung.

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