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12.03.2016

14:07 Uhr

Militärmanöver

USA und Südkorea proben Sturm auf Nordkorea

Im Zuge ihres bislang größten Militärmanövers haben die USA und Südkorea am Samstag eine Landungsoperation gegen Nordkorea simuliert. Nordkorea droht mit einer kompromisslosen Offensive.

US-amerikanische und südkoreanische Soldaten haben eine Erstürmung der nordkoreanischen Strände geprobt. dpa

US-South Korea Ssang Yong annual joint military exercises

US-amerikanische und südkoreanische Soldaten haben eine Erstürmung der nordkoreanischen Strände geprobt.

Pohang/ Seoul In einem alljährlichen Frühjahrsmanöver von Südkorea mit seinem Bündnispartner USA haben die beiden Nationen am Samstag eine Landungsoperation gegen das kommunistische Nordkorea nachgestellt. Beide Länder hätten eine Erstürmung der nordkoreanischen Strände geprobt, teilte die US-Marine mit. Es hätten sich 55 US-Marineflieger sowie 30 Schiffe aus den USA und Südkorea an der Übung in der Nähe der Stadt Pohang beteiligt.

Laut Südkorea handelt es sich bei dem achtwöchigen Manöver um die umfangreichste Militärübung, die in der Region jemals stattfand. Insgesamt seien 17.000 US-amerikanische und mehr als 300.000 südkoreanische Soldaten beteiligt. Nordkorea sieht in dem Militärmanöver eine Provokation und drohte mit einer kompromisslosen Offensive. Ein „Blitzkrieg“ sei möglich, erklärte die nordkoreanische Armee. Zuvor hatte Machthaber Kim Jong Un die Atomstreitkräfte in Gefechtsbereitschaft versetzt.

Das Militär sei bereit für einen Präventivschlag, falls Anzeichen einer Invasion durch amerikanische und südkoreanische Truppen zu erkennen seien, erklärte der nordkoreanische Generalstab am Samstag. Schon am Montag hatte Pjöngjang mit einem Präventivschlag gedroht. Pjöngjang unterstellt der USA und Südkorea Vorbereitungen für einen Einmarsch.

Für diesen Fall kündigte die nordkoreanische Volksarmee an, „das Ganze Südkorea einschließlich Seoul zu befreien“. Man sei zu „Ultrapräzisions-Blitzkrieg-Schlägen“ gegen feindliche Ziele fähig.

Südkorea reagierte mit einer Erklärung des Generalstabs, der Norden solle seine Drohungen und sein „unbedachtes Verhalten“ beenden. Jede Provokation werde mit der Zerstörung der höchsten Führung Nordkoreas enden, drohte auch Seoul.

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Die Spannungen zwischen beiden Nachbarländern sind seit dem Atomtest Nordkoreas Anfang Januar abermals gestiegen. Zu Monatsbeginn feuerte die Regierung in Pjöngjang eine Langstreckenrakete ab und Machthaber Kim ordnete weitere Atomtests an, um die Fähigkeiten des Landes zum Atomangriff zu verbessern. Erst kürzlich hatte der UN-Sicherheitsrat die Sanktionen gegen Nordkorea deutlich verschärft

Der beängstigenden Rhetorik zum Trotz gilt ein großer Präventivschlag Nordkoreas als sehr unwahrscheinlich. Der kommunistische Staat verfügt zwar über Atombomben und Raketentechnologie, und jüngste Tests haben die Weltgemeinschaft in Unruhe versetzt und zu Sanktionen veranlasst. Ein Angriff brächte aber mit hoher Wahrscheinlichkeit das Ende der Herrschaft von Machthaber Kim Jong Un, weil die USA und Südkorea mit viel mehr Feuerkraft zurückschlagen würden.

Die immer wieder vorgetragenen Drohungen Nordkoreas gelten deshalb eher als Botschaft nach innen: Im Mai steht der erste Kongress der Arbeiterpartei seit 1980 an. Es wird erwartet, dass Kim dies nutzen wird, um wichtige Staatsziele zu verkünden und seine Macht zu festigen.

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