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25.01.2009

16:43 Uhr

Militäroffensive

Sri Lankas Armee erobert letzte Rebellenhochburg

Im seit einem Vierteljahrhundert andauernden Bürgerkrieg in Sri Lanka geraten die tamilischen Rebellen immer stärker in die Defensive. Am Sonntag nahmen Regierungstruppen mit der Küstenstadt Mullaitivu die letzte Hochburg der Tamilen ein. Jetzt geht die Armee davon aus, den Konflikt in diesem Jahr endgültig für sich zu entscheiden.

HB COLOMBO. In Sri Lanka haben die Regierungstruppen nach eigenen Angaben die letzte von tamilischen Rebellen gehaltene Stadt eingenommen. Nach heftigen Kämpfen hätten die Truppen am Sonntag die Kontrolle über die strategisch wichtige Küstenstadt Mullaitivu übernommen, sagte General Sarath Fonseka im staatlichen Fernsehen. "Wir haben den Krieg zu 95 Prozent beendet und unser nächster Schritt wird es sein, etwa 150 000 Zivilisten im Gebiet der LTTE (Befreiungstiger der Tamil Eelam) zu befreien." Die LTTE äußerte sich zunächst nicht. Erst vor drei Wochen hatte die Armee das Hauptquartier der Rebellen in Kilinochchi erobert.

Die LTTE kontrollieren nach Angaben des Generals jetzt nur noch ein 300 Quadratkilometer großes Gebiet westlich von Mullaitivu. Die nordöstlich der Hauptstadt Colombo gelegene Stadt hatten die Rebellen vor 13 Jahren erobert. Sie kämpfen seit 1983 für einen eigenen Staat der tamilischen Minderheit. In dem Bürgerkrieg starben bislang insgesamt mehr als 80 000 Menschen.

Seit Beginn ihrer Militäroffensive vor einem Jahr hat die Armee große Gebiete im Norden Sri Lankas von der LTTE zurückerobert. Nach dem Fall Kilinochchis erklärte ein Militärsprecher, Ziel der Streitkräfte sei es, die LTTE "im Laufe des Jahres 2009" militärisch zu zerschlagen.

Der LTTE-nahe Internetdienst TamilNet berichtete unterdessen, bei Artilleriebeschuss durch das Militär seien am Wochenende im Distrikt Mullaitivu mindestens zwölf Zivilisten getötet und mehr als 80 weitere verletzt worden. Mehrere Granaten seien in einem Krankenhaus eingeschlagen, hieß es. Nach Angaben von TamilNet waren bei Kämpfen in der Region erst am Mittwoch 17 Zivilisten ums Leben gekommen. Eine unabhängige Bestätigung für die Meldungen gab es nicht.

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