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25.09.2011

23:57 Uhr

Militäroffensive

Türkei schließt mit Iran Anti-Kurden-Pakt

Der türkisches Ministerpräsident Erdogan macht beim Kampf gegen die kurdische Minderheit im Land gemeinsame Sache mit dem iranischen Regime. Die Türkei werde gemeinsam mit Iran eine Militäroffensive gegen die kurdischen Rebellen im Nordirak führen, kündigte Erdogan an. Das Blutvergießen setzte sich auch am Wochenende fort.

Wollen gemeinsam gegen die kurdischen Rebellen im Nordirak kämpfen: Der türkische Ministerpräsident Erdogan (l.) und Irans Präsident Mahmoud Ahmadinejad. dpa

Wollen gemeinsam gegen die kurdischen Rebellen im Nordirak kämpfen: Der türkische Ministerpräsident Erdogan (l.) und Irans Präsident Mahmoud Ahmadinejad.

AnkaraDer türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan hat eine gemeinsame Offensive der türkischen und iranischen Streitkräfte gegen kurdische Rebellen im Nordirak angekündigt. Beide Länder arbeiteten zusammen und seien entschlossen, sagte er am Sonntag. Es gebe keine Verzögerungen, sagte er.

Ziel der Operation wären wohl Rebellenstützpunkte in den Kandil-Bergen an der iranisch-irakischen Grenze, tief in irakischem Territorium. „Es tut mir leid, das zu sagen, aber es wird einen Preis haben“, sagte Erdogan offenbar in Erwartung der Opfer einer Offensive über die Landesgrenzen hinaus. Zunächst blieb allerdings unklar, ob Erdogan einen hochriskanten Einsatz von Bodentruppen plant.

Bei Kämpfen zwischen türkischen Soldaten und Milizen der verbotenen Kurdischen Arbeiterpartei PKK sind am Wochenende neun Menschen getötet worden. Bewaffnete PKK-Anhänger hätten einen Posten der Gendarmerie in Pervari in der Provinz Siirt angegriffen, berichtete die türkische Nachrichtenagentur Anadolu am Sonntag unter Berufung auf die Behörden. Sechs Soldaten seien getötet worden, elf weitere wurden verletzt. Die Sicherheitskräfte töteten drei der Angreifer.

Ein Teil der kurdischen Rebellen, die für ein autonomes Gebiet im Südosten der Türkei kämpfen, führt von den Kandil-Bergen aus auch Angriffe gegen den Iran durch. Sie haben die Berge rund um ihre Stützpunkte vermint. In der Vergangenheit haben die iranischen Streitkräfte vermutete PKK-Stützpunkte im Nordirak mit Artillerie angegriffen und die türkische Luftwaffe flog Luftangriffe gegen die Lager.

Berichten zufolge sollen sich die Rebellen in tiefen Höhlen vor den Bombardements verstecken. Von den Kandil-Bergen aus bekämpft ein Teil der kurdischen Rebellen auch die iranische Regierung, der sie die Diskriminierung der Kurden im Iran vorwerfen.

Die PKK wird von der Türkei, der EU und den USA als Terrororganisation eingestuft. Sie kämpft seit Anfang der 1980er Jahre für Unabhängigkeit oder größere Autonomie der Kurdengebiete in der Türkei. Kurdische Organisationen beklagen eine systematische Diskriminierung ihrer Volksgruppe durch den türkischen Staat.

Von

dapd

Kommentare (22)

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Simo

25.09.2011, 21:51 Uhr

Traurig !!!!und die ganze Welt schaut auch noch zu

Sozialdemokrat

26.09.2011, 00:06 Uhr

Das fängt schon bei der Kopfzeile falsch an :"Türkischer Ministerpräsident macht gemeinsame Sache mit Iran im Kampf gegen kurdische Minderheit". Man muss erst einmal rigoros zwischen kurdischen Zivilisten und radikalen Terroristen unterscheiden und nicht alle in ein Topf werfen. Zudem haben die auch nichts von dem Attentat von der angeblichen "kurdischen Minderheit" erwähnt das nur ein Tag zuvor war wobei 5 junge Kurdinnen getötet und eine schwer verletzt wurde.

KoreTSK

26.09.2011, 04:06 Uhr

Deutschland ist eines der wichtigsten uns sichersten Rückzugsgebiete der PKK Terroristen, noch sicherer als der Irak!

Von Deutschland aus planen und finanzieren diese Terroristen Anschläge auf Zivilisten und westliche Touristen. Die Mittel stammen aus Drogenhandel und kriminellen Machenschaften in Deutschland.

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