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25.03.2012

14:56 Uhr

Militärparade

Griechische Polizei schließt Bevölkerung von Aufmarsch aus

Aus Angst vor Ausschreitungen haben griechische Behörden die Bevölkerung von einer traditionellen Militärparade in Athen ausgeschlossen. Selbst Früchte wurden im Vorfeld gepflückt, um Wurfattacken zu vermeiden.

Um Ausschreitungen zu verhindern, haben die griechischen Behörden die Bevölkerung von einem Militäraufmarsch ausgeschlossen. dpa

Um Ausschreitungen zu verhindern, haben die griechischen Behörden die Bevölkerung von einem Militäraufmarsch ausgeschlossen.

AthenAus Sorge vor möglichen Protesten während der jährlichen Militärparade zum griechischen Unabhängigkeitstag hat die Polizei Teile der Hauptstadt Athen großräumig abgeriegelt. Tausende Beamte waren im Einsatz um zu verhindern, dass Demonstrationen gegen die Sparmaßnahmen der Regierung den Marsch stören. Es war das erste Mal, dass ein großer Teil der Route der Parade für die Öffentlichkeit nicht zugänglich war, darunter auch der Platz vor dem Parlament, von dem aus die Ehrengäste den Marsch beobachten.

Polizisten sperrten die Straßen ab, die zur Parade führten und ließen nur Personen mit Akkreditierung oder einer speziellen Einladung passieren. Sogar die Bitterorangen waren von den Bäumen am Straßenrand gepflückt worden, offenbar um zu verhindern, dass Demonstranten sie wie bei vielen der bisherigen Proteste als Wurfgeschosse verwenden.

Bei einer Kranzniederlegung durch Staatspräsident Karolos Papoulias am Grab des Unbekannten Soldaten rief eine kleine Gruppe von Demonstranten auf der anderen Seite des Syntagma-Platzes „ihr Verräter, ihr Verräter“. Die Gruppe wurde von der Polizei zurückgedrängt und löste sich schließlich auf. Die Parade endete ohne weitere Zwischenfälle.

In der nordgriechischen Stadt Saloniki versperrte die Polizei rund 500 Demonstranten den Weg zu einer Parade von Schulkindern. Es kam zu kleineren Auseinandersetzungen, Demonstranten warfen Eier und Plastikflaschen auf die Polizisten. 25 Personen wurden nach Polizeiangaben festgenommen. Auch in der Hafenstadt Patras kam es örtlichen Medienberichten zufolge zu Zusammenstößen.

Üblicherweise säumen am griechischen Unabhängigkeitstag tausende Menschen die Straßen Athens und sehen sich die Parade an, die an den Aufstand Griechenlands gegen das Osmanische Reich im Jahr 1821 erinnert. Doch der Unmut der Öffentlichkeit hat angesichts der harten Sparmaßnahmen der Regierung zugenommen. Eine ähnliche Parade war im Oktober wegen Protesten abgebrochen worden.

Der Verband der Kriegsversehrten boykottierte den Marsch in diesem Jahr erstmals, um gegen die Kürzungen von Gehältern und Pensionen sowie Steuererhöhungen zu protestieren. Seit 2010 fahren bei der Parade aus Kostengründen keine gepanzerten Fahrzeuge mehr mit, und es gibt auch keine Überflüge von Militärmaschinen mehr.

Der Mut, die Opferbereitschaft und der Glaube jener, die in der griechischen Revolution gekämpft haben, zeigten den Griechen den Pfad zum Sieg in der heutigen Schlacht um den Wiederaufbau der Wirtschaft, sagte Ministerpräsident Lukas Papademos nach der Parade.

 

Von

dapd

Kommentare (1)

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EuroTanic

26.03.2012, 21:42 Uhr

Das eine Regierung Angst vor ihrer Bevölkerung ist genau richtig. jetzt muss man die Regierungen nur noch zum Teufel jagen. Dann baut man eine direkte Demokratie auf. Ohne Politiker sind wir besser dran.

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