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24.04.2012

17:29 Uhr

Militärparade

Sind Nordkoreas Raketen nur Attrappen?

Bei einer Militärparade präsentierte Nordkorea Interkontinentalraketen. Deutsche Experten zweifeln jedoch an der Echtheit der Waffen. Damit fehlt weiterhin ein Beweis, ob der Staat über Raketen dieser Art verfügt.

Nordkorea stellt sein Militär gerne zur Schau. Hier eine Performance einiger Soldaten. dapd

Nordkorea stellt sein Militär gerne zur Schau. Hier eine Performance einiger Soldaten.

SeoulDie von Nordkorea während der Militärparade Mitte des Monats präsentierten neuen Interkontinentalraketen waren nach Auffassung zweier deutscher Experten nur Attrappen. Bei „genauerem Hinsehen“ hätten sie bei allen sechs bei der Parade gezeigten Raketen entdeckt, dass es sich um Modelle handeln müsse, schreiben Markus Schiller und Robert H. Schmucker in einem Beitrag für die auf Rüstungskontrollfragen spezialisierte Internetseite armscontrolwonk.com. 

Unter anderem sei die Oberfläche der Sprengköpfe viel zu wellig und somit für den Wiedereintritt in die Atmosphäre ungeeignet. Raketen dieser Bauart bräuchten zudem festen Treibstoff, die Ventile an den nordkoreanischen Modellen seien aber nur für Flüssigtreibstoffe geeignet. Zudem hätten sich bestimmte Einzelteile bei jeder Rakete leicht unterschieden.

„Es gibt somit immer noch keinen Beweis, dass Nordkorea tatsächlich über funktionierende Interkontinentalraketen verfügt“, schreiben die beiden Experten. „Bis jetzt war die Präsentation nichts weiter als nettes Theater.“

Die Militärparade am 15. April fand zum 100. Geburtstag von Staatsgründer Kim Il Sung statt. Zu den Feierlichkeiten sollte eigentlich auch der Start einer Langstreckenrakete vom Typ Unha-3 zählen - diese war jedoch kurz nach dem Start explodiert und ins Meer gestürzt. Nach Angaben der deutschen Experten stellt sich nun die Frage, ob die Attrappen während der Militärschau auf tatsächlichen Entwürfen beruhten oder reine „Show“ gewesen seien.

Von

afp

Kommentare (2)

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hanji

25.04.2012, 09:42 Uhr

Die Frage nach Fälschung oder Wahrheit ergibt sich doch in Nordkorea nicht erst bei der angesprochenen Raketenshow von letzter Woche. Wenn ein Land
a)so bitter arm ist wie dieses definitiv ist,
b) sein Überleben großenteils von einer überzeugenden Abschreckungsstrategie (gegen die USA) abhängt, und es
c) eine lange Geschichte im Fälschen, Schwindeln und Inszenieren von Drohkulissen hat,
dann muss man auch die minutiös vorbereiteten Einladungen von US-Atomexperten, die angeblichen unterirdischen Atombombenversuche und die ach so bedrohliche Stärke der Armee schwer in Zweifel ziehen. Bedenklich sollte uns stimmen, dass vor allem interessierte Kräfte in den USA (Rüstungsindustrie, Pentagon, Republikaner) die Angst vor dem Norden schüren, während die hoch gebildeten und gut informierten Einwohner Südkoreas selbst gegenüber dem Norden zwischen Desinteresse, Mitleid und "Solidarität" schwanken. Ich habe in meinem weiten Bekanntenkreis zumindest niemanden, der an den Popanz der "Gefahr aus dem Norden" glaubt.

Super-Angie

12.04.2013, 16:15 Uhr

50:50 ist immer auch ein Risk; da der Ami (Elite) gerne pockert oder Schrott-Papiere Siehe Lehmann-Kriese bündelt und versteckt EU-Banken verkauft hier meist Deutsche Bank und die verkauft die Papiere weiter an Deutsche Banken.

Das ist Poker-Mentalität. Die Amis können es ja darauf ankommen lassen Roulett schwarz oder rot Sollte eine KN-08 mit russischer Leittechnik den großraum Los-Angeles erreichen oder New-York--dann wäre das für das japanische Volk eine Genugtuung für Hiroshima und Nagasaki und es wurde die Großmanns-Psyche der Amis heilen helfen.

2 Großräume verloren, aber dann könnten die Amis ja wieder aufbauen mit Krediten aus dem Nichts.

Amis also Roulette spielen, aber es könnte sein das es dannach keine US-Eliten mehr geben wird.Das Volk wird sich erinnern wem Sie das zu verdanken haben.

PS: Wer Mittelstrecken-Raketen alter bussischer Bauart herstellen kann, der kann auch Interkontinental-Raketen produzieren, denn die nordkoreanischen Techniker sind sicherlich nicht dümmer als die in Südkorea. Man (der Westen) hindert Sie daran durch Boykotte eine Produktion aufzubauen wie in Südkorea; Ziel: billige nordkoreanische Arbeitsklaven , die Besatzungszone Südkorea und deren Stadt-haltern (USA) satte Gewinne bescheren.

Die Technik der SS20 zu optimieren nach 20 Jahren Zeit und Industriespionage--dürfte wohl kein Problem sein.

Die Amis können es ja darauf ankommen lassen.

Das wird ein interessantes Schauspiel.

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