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13.10.2014

19:46 Uhr

Militärstützpunkte

Türkei dementiert Vereinbarung mit USA

Der Ankündigung aus Washington folgt ein Dementi aus Ankara. Die Türkei sperrt sich, Stützpunkte für die internationale Allianz im Kampf gegen die Terrormiliz IS zu öffnen - und stellt Bedingungen.

Der Einschlag einer Bombe in Kobane, Syrien: Die Türkei stellt der internationalen Militärkoalition bislang nicht ihre Stützpunkte zur Verfügung. dpa

Der Einschlag einer Bombe in Kobane, Syrien: Die Türkei stellt der internationalen Militärkoalition bislang nicht ihre Stützpunkte zur Verfügung.

AnkaraTrotz des Vormarsches der Terrormiliz IS streiten die USA und die Türkei weiter über die Nutzung von Stützpunkten in dem Nato-Land. Der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu sagte am Montag nach Angaben der Nachrichtenagentur Anadolu, es gebe noch keine Einigung, dass die internationale Allianz die türkischen Stützpunkte für den Kampf gegen den IS nutzen könne.

Er dementierte damit Aussagen von Susan Rice, der Sicherheitsberaterin von US-Präsident Barack Obama. Rice hatte im US-Fernsehen gesagt, die Regierung in Ankara habe zugestimmt, ihre Stützpunkte zur Verfügung zu stellen. Minister Cavusoglu bestätigte aber, dass es eine Einigung über die Ausbildung gemäßigter syrischer Rebellen gebe.

Das Anti-IS-Bündnis will die Türkei seit längerem enger einbinden. Die Regierung in Ankara sträubt sich jedoch dagegen und pocht unter anderem auf ein gemeinsames Vorgehen, das sich auch gegen das Regime des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad richtet. Die Türkei spielt eine entscheidende Rolle, weil sie unmittelbar an Gebiete grenzt, die von den IS-Extremisten kontrollierte werden. In der Diskussion um das weitere Vorgehen gegen den IS schloss die Bundesregierung den Einsatz deutscher Bodentruppen in Syrien aus. Bei einem Besuch in Saudi-Arabien wies Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) entsprechende Überlegungen aus Reihen der Grünen zurück: „Das lässt sich leicht fordern in Deutschland, wenn man weiß, dass ein solches Mandat nicht zustande kommt“.

Deutschland stehe mit der Entscheidung, keine Bodentruppen zu schicken, nicht allein. Die USA und die anderen europäischen Staaten sähen das genauso, betonte Steinmeier. Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) nannte den Grünen-Vorschlag, die Bundeswehr könne im Rahmen eines UN-Mandats in der Region aktiv werden, „wohlfeil“. Im ZDF sagte sie: „Es wird keine Kampftruppen in Syrien und im Irak geben.“

In der eingekesselten und umkämpften Stadt Kobane eroberten kurdische Volksschutzeinheiten (YPG) in der Nacht zu Montag nach eigenen Angaben Gebiete im Nordosten und Südwesten der Stadt vom IS zurück. Die Kämpfer hätten die Dschihadisten dort nach „schweren Gefechten“ vertreiben können, sagte Kurden-Sprecher Idris Nassan. Die USA und Saudi-Arabien griffen am Montag gemeinsam vom IS besetzte Stellungen in Syrien an. Südwestlich von Kobane seien eine große und eine kleine IS-Einheit und im Nordosten der Stadt ebenfalls eine kleine Einheit getroffen worden, teilte das Zentralkommando in Tampa (Florida) mit. Die Koalition nahm unter anderem Gebäude und Sammelstellen der Extremisten ins Visier. Nahe der östlichen Provinz Al-Rakka sei zudem eine IS-Garnison getroffen worden.

Dagegen drangen die selbst ernannten Gotteskrieger im Westen des Iraks weiter vor und eroberten eine strategisch wichtige Militärbasis, wie die unabhängige irakische Nachrichtenseite Al-Sumaria News berichtete. Die Stadt Hit liegt knapp 150 Kilometer nordwestlich der irakischen Hauptstadt Bagdad und beherbergte einen der letzten Armeestützpunkte in der vom IS kontrollierten westirakischen Provinz Anbar. Die Regierungstruppen hätten einen „strategischen Rückzug“ angetreten, hieß es.

Wie Susan Rice weiter im US-Fernsehen sagte, gestatte die Türkei künftig, dass auf ihrem Gebiet gemäßigte syrische Rebellen für den Kampf gegen die Dschihadisten ausgebildet werden. Bislang sahen die US-Pläne vor, allein in Saudi-Arabien jährlich 5000 gemäßigte syrische Rebellen auszubilden und mit Waffen auszurüsten. Washington will keine Truppen in Kampfgebiete entsenden, die Regierung in Ankara lehnt eine Bodenoffensive im Alleingang ab.

Am Montag und Dienstag sollte in den USA ein erstes Bündnistreffen für eine langfristige Strategie gegen den IS stattfinden. Zu der Konferenz hat US-Generalstabschef Martin Dempsey mehr als 20 Militärchefs eingeladen, unter anderem aus Großbritannien, Frankreich und den Niederlanden.

Von

ap

Kommentare (6)

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Herr Vittorio Queri

13.10.2014, 15:19 Uhr

>> Die Türkei hat eine von den USA bekannt gegebene Vereinbarung dementiert, wonach die internationale Militärkoalition im Kampf gegen die Dschihadistengruppe Islamischer Staat (IS) türkische Militärstützpunkte nutzen kann. <<

Die Amis haben ca. 700 Militärstützpunkte im Ausland, 25 % davon in Deutschland.

Die Internationale Gemeinschaft unterstellt der Türkei "Eine Schmutzige " Politik, zumal die Türken keine Genehmigung für eine Errichtung eines Korridors für die Unterstützung der Türkischen Kurden ( PKK )und Durchgang zu der Stadt Kobane ermöglichen.

Ja WIE pervers IST DENN DIESER GEDANKE DER INTERNATIONALEN GEMEINSCHAFT ?

Die Türken sollen die PKK bewaffnen ( denn ohne Waffen können diese Kurden keine Unterstützung leisten ) und nach Kobane schicken....?

Ja was machen diese Kurden nach ihrer Rückkehr aus Kobane in die Türkei ?

Die Türken haben doch bereits 40.000 Menschen im Kampf gegen die PKK verloren.

Hat denn die Internationale " Gemeinschaft" die Fähigkeit zum Nachdenken verloren ?

Unfassbar, wie viele Menschenleben der Dilettantismus mittlerweile auf dem Gewissen hat !

Herr Uwe Meyer

13.10.2014, 16:13 Uhr

Türkei Weltmacht?
Erdogan ein ewig Gestriger? Statt Kniefall, Verleugnung von Massenmord
http://www.zeit.de/2011/18/Tuerkei/seite-2?commentstart=1#comments
Die zweitstärkste Ethnie bei IS ist türkisch. Kobane ist von allen Seiten von Türken umgeben. Hilfe der Eingeschlossenen wird erschwert.
Die Amerikaner werden das auch nicht ändern, wenn sie Zutritt zum Boden erhalten.
Wir sollten nach dem Krieg die kurdischen Dörfer und Städte wieder aufbauen (vor Hilfen nach Gaza).Es geht konkret um die Sicherheit Europas. Israel ist noch weniger zu trauen.

Herr Teito Klein

13.10.2014, 17:00 Uhr

Türkei dementiert Vereinbarung mit USA
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Das war von der Türkei auch nicht anders zu erwarten.
Die AKP und der IS sind befreundet. Beide kämpfen gegen den gleichen Feind, die Kurden.
Die Türkei ist für den IS Rückzugsgebiet. Verwundete "IS-Kämpfer" werden in türkischen Krankenhäusern gesundgepflegt - auf Kosten der türkischen Steuerzahler.
Die Türkei unterstützt den IS auch mit Waffen und Munition. Auch finanziell unterstützt sie den IS indem er ihnen das Öl abkauft.
Deshalb geht Erdogan auch nicht gegen die Kopfabhacker vom IS vor. Er schaut schmunzelnd zu wie die Terrormiliz Kobane einnimmt.

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