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22.08.2016

12:19 Uhr

Militärübungen von USA und Südkorea

Nordkorea droht mit nuklearem Erstschlag

Zu Beginn der alljährlichen Militärübungen Südkoreas und der USA rasselt Nordkorea einmal mehr mit den Säbeln. Das Land droht, Washington und Seoul per Präventiv-Nuklearschlag „in einen Aschehaufen“ zu verwandeln.

Während Südkorea und die USA ihre alljährlichen Militärübungen abhalten, zeigt sich der Nachbar aus dem Norden für einen atomaren Erstschlag bereit. dpa

Nordkorea droht mit Atomangriff

Während Südkorea und die USA ihre alljährlichen Militärübungen abhalten, zeigt sich der Nachbar aus dem Norden für einen atomaren Erstschlag bereit.

SeoulNordkorea hat Südkorea und den USA als Reaktion auf den Beginn von deren alljährlichen Militärübungen mit einem atomaren Erstschlag gedroht. Am Montag teilte die Volksarmee mit, sie werde Seoul und Washington „durch einen Präventiv-Nuklearschlag im Stile Koreas in einen Aschehaufen“ verwandeln, sollten es geringste Anzeichen einer Aggression gegen das Territorium Nordkoreas geben.

„Erstschlag“-Einheiten des Nordens seien bereit, Vergeltungsattacken auf Südkorea und US-Truppen zu starten, die an den Übungen beteiligt seien, berichteten Staatsmedien in Pjöngjang unter Berufung auf das Militär weiter. Nordkorea sieht die Manöver indes als Vorbereitung einer angeblichen Invasion an, was die USA und Südkorea wiederholt zurückgewiesen haben.

Wo der Kommunismus noch lebt

Kommunistische Regime der Gegenwart

Vor dem Fall der Sowjetunion gab es zahlreiche Länder mit kommunistischen Regierungen. 2016 verbleiben noch vier, oder - je nach Lesart des nordkoreanischen Regimes - fünf.

Quelle: dpa

China

Mit 1,3 Milliarden Menschen bevölkerungsreichstes Land der Welt. Es hat den Aufstieg zur zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt seiner Abkehr vom kommunistischen Wirtschaftsmodell zu verdanken. Seit den 1980er Jahren verfolgt China eine Politik der Reformen und der Öffnung. Die sozialistische Marktwirtschaft funktioniert nach kapitalistischen Methoden. Die kommunistische Ideologie wird gepflegt, dient aber nur dem Erhalt der Diktatur der Kommunistischen Partei.

Vietnam

Nachbarland Chinas, etwa so groß wie Deutschland ohne Hessen, mit mehr als 3000 Kilometern Küste am Südchinesischen Meer. Rund 94 Millionen Einwohner. Ho Chi Minh gründete die Kommunistische Partei in den 1930er Jahren im Kampf gegen die Kolonialmacht Frankreich. Nach der Niederlage Frankreichs besiegten die Kommunisten auch das US-gestützte Regime in Südvietnam. Seit 1975 regieren sie das vereinigte Land. Seit 1986 gibt es marktwirtschaftliche Reformen.

Kuba

Gut elf Millionen Einwohner, etwa so groß wie einst die DDR. Nach der Revolution von 1959 wandte es sich Anfang der 1960er Jahre zum Kommunismus und suchte bei der Sowjetunion Schutz vor dem kapitalistischen Nachbarn USA, der zuvor großen Einfluss auf der Insel hatte. Bis 2006 regierte Revolutionsführer Fidel Castro (89). Unter Fidels jüngerem Bruder Raúl (84) versucht Kuba seit einigen Jahren mit zaghaften markwirtschaftlichen Reformen, die marode Wirtschaft des Landes anzukurbeln.

Laos

Armes Nachbarland Vietnams ohne Küstenzugang, etwas kleiner als die Bundesrepublik ohne die neuen Bundesländer. Knapp sieben Millionen Einwohner. Laos war Teil des französischen Kolonialgebiets Indochina. Im Vietnamkrieg wurde es zum meist bombardierten Land der Welt. US-Bomber legten weite Teile in Schutt und Asche, weil vietnamesische Kommunisten sich im Grenzgebiet versteckten. Bis heute sind die Böden verseucht. Nach dem Ende des Vietnamkriegs marschierte Vietnam ein und installierte 1975 die kommunistische Regierung.

Nordkorea

Nachbarland Chinas, etwa ein Drittel so groß wie Deutschland, 24 Millionen Einwohner. Die UN werfen der Diktatur gröbste Menschenrechtsverletzungen vor. Nordkorea hat zwar 2009 alle Bezüge zum Kommunismus aus seiner Verfassung gestrichen. Aber die Arbeiterpartei wurde 1945 als Zweig der ehemaligen Kommunistischen Partei gegründet. An der Spitze von Staat, Partei und Armee steht der Machthaber Kim Jong Un; er „erbte“ die Machtposition von seinem Vater. Bereits sein Großvater Kim Il Sung war mit Hilfe Moskaus an die Spitze der Partei gelangt und wird als Staatsgründer verehrt.

Das südkoreanische Vereinigungsministerium äußerte in einer Reaktion „starkes“ Bedauern über die Drohungen Nordkoreas. Die Übungen mit den US-Streitkräften hätten einen rein defensiven Charakter.

Die amerikanisch-südkoreanischen Manöver mit dem Titel Ulchi Freedom Guardian begannen am Montag und dauern zwölf Tage. Sie bestehen vor allem aus computersimulierten Kriegsmanövern. Beteiligt sind 25.000 US-Soldaten und weitere 50.000 aus Südkorea, wie die Streitkräfte beider Länder mitteilten.

Zwar ist eine derart martialische Rhetorik Pjöngjangs nicht neu. Doch kommen die jüngsten Warnungen zu einer Zeit erhöhter Spannungen auf der koreanischen Halbinsel: Zuletzt lief der hohe nordkoreanische Diplomat Thae Yong Ho nach Angaben Seouls nach Südkorea über. Grund sei seine Ernüchterung über die Führer seines Heimatlands gewesen.

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