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22.03.2004

13:56 Uhr

Militante schwören nach Scheich-Tötung Rache

Eskalation der Gewalt in Israel

In Gaza-Stadt herrscht Ausnahmezustand: Tausende Polizisten wurden in der Stadt positioniert, nachdem radikale Palästinenser Rache für die Ermordung des geistlichen Führers der Hamas-Organisation, Scheich Ahmed Jassin, ankündigten.

Nach der Ermordung von Scheich Jassin, dem Gründer der Hamas-Bewegung, eskaliert die Gewalt in Gaza-Stadt.

Radikale Palästinenser fordern Rache. Foto: dpa

HB TEL AVIV. Am frühen Morgen wurde der geistliche Führer der militanten Palästinenser-Organisation Hamas, Scheich Ahmed Jassin, von isralelischen Raketen in Gaza-Stadt getötet. Mindestens acht weitere Menschen, darunter Leibwächter Jassins kamen nach Augenzeugenberichten bei dem gezielten Angriff der israelischen Armee ebenfalls ums Leben.



Nur wenige Stunden später kündigten radikale Palästinensergruppen blutige Rache an Israel an. Israel riegelte daraufhin sofort den Gazastreifen und das Westjordanland ab. In Erwartung der palästinenischen Anschläge hat Israel nach der Liquidierung des Hamas-Gründers Scheich Ahmed Jassin weiterhin landesweit höchste Alarmbereitschaft ausgerufen. Tausende Polizisten wurden in den großen Stadtzentren und an zentralen Straßen positioniert, wie israelische Medien berichteten.

Kurz vor der Abriegelung ist es im Gazastreifen dennoch zu blutigen Zusammenstößen gekommen. Soldaten hätten zwei palästinensische Steinewerfer erschossen, berichteten Augenzeugen und Notarzthelfer. Damit sind seit dem Morgen insgesamt 13 Palästinenser ums Leben gekommen. Die Palästinenser-Regierung verurteilte das israelische Attentat als „gefährlichen, feigen Akt“. Israels Vize-Verteidigungsminister Seew Boim sagte, Jassin habe hinter den Terror-Strukturen im Gaza-Streifen gestanden. Hamas-Anhänger kündigten an, „Tod in jedes Haus“ in Israel zu bringen. Palästinensische Organisationen riefen als Reaktionen einen dreitägigen Generalstreik aus. Schulen blieben geschlossen.

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