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18.01.2016

06:45 Uhr

Milliardäre

62 Superreiche besitzen so viel wie die halbe Welt

VonAxel Postinett

Zwar zeigt der Kampf gegen extreme Armut in der Welt Erfolge, doch die Kluft zwischen Arm und Reich wird immer noch größer, zeigt eine Studie. Der Grund ist einfach.

Immer weniger Menschen besitzen immer mehr Geld.

Immer weniger Menschen besitzen immer mehr Geld.

San FranciscoFünf Jahre nach dem Ende der Weltwirtschaftskrise ist klar: Die Hyperreichen waren die großen Gewinner des Aufschwungs, auf den der Rest noch immer warten muss. Sie würden alle zusammen in einen einzigen Reisebus passen, und es müsste nicht mal ein großer sein: Die reichsten 62 Menschen der Welt besitzen zusammen genauso viel Vermögen wie die 3,5 Milliarden ärmsten Menschen.

Die Untersuchung zeigt, dass die 62 Hyperreichen einen gewaltigen Wohlstandszuwachs von einer halben Billion Dollar verbuchen konnte. Jedoch sei das Vermögen der ärmeren Hälfte der Weltbevölkerung in den vergangenen fünf Jahren um rund eine Billion US-Dollar geschrumpft – obwohl die Bevölkerung in dieser Zeit erheblich zugenommen habe. Sie verloren in der Krise ihre Häuser, ihre Ersparnisse oder ihre Jobs.

Das geht aus dem jüngsten Bericht der Nichtregierungsorganisation Oxfam hervor, der zu Beginn des Weltwirtschaftsforums im Schweizerischen Davos vorgelegt wurde. In Davos treffen Wirtschaftsführer und Politiker zusammen, um über die Entwicklung der Weltwirtschaft zu diskutieren.

Es ist eine „Weltwirtschaft für das eine Prozent“ fasst Oxfam die Situation zusammen. Diesem „einen Prozent“ gehöre faktisch bereits mehr an Vermögen als den restlichen 99 Prozent der Menschheit. Und es macht keinen Unterschied, ob die Superreichen aus demokratischen Ländern oder Diktaturen kommen. Es sind Unternehmer, Investoren, Oligarchen, Prinzen oder schlicht Erben.

Sie heißen Bill Gates, Azim Premji, Warren Buffett, Karl Albrecht Jr. oder Mark Zuckerberg, sie kommen aus allen Ländern der Welt. Wer genau in den erlauchten Kreis der 62 Hyperreichen unter den Reichen gehört, legt Oxfam nicht offen, aber früher wurde die Forbes-Liste der reichsten Menschen der Welt als Maßstab gewählt. Dazu kommt auch die Auswertung von Daten der Credit Suisse.
Steuervermeidung für internationale Unternehmen

Kommentare (59)

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18.01.2016, 09:05 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

Herr Clemens Keil

18.01.2016, 09:08 Uhr

Die Themen Mittelschicht, kalte Steuerprogression, Rentenniveau, Erbschaftsteuer, Versicherungsbeiträge, Sozialstaat etc müssten einmal im größeren Zusammenhang diskutiert werden. Dass die Ungleichheit bzw. soziale Spaltung seit Jahren zunimmt, dürfte wohl unstrittig sein. Eine der Konsequenzen: die Mittelschicht (entspricht 26% der Nettoeinkommen) trägt rd. 54% zu den Beiträgen der Sozialversicherung bei, die Reichen (entspricht 11% der Nettoeinkommen) nur rd. 6%. Und jetzt will Seehofer einmal mehr die Lasten der Flüchtlingspolitik durch die Verlängerung des Soli vorwiegend den Steuerzahlern und damit der Mittelschicht aufbürden!
Die Grundfrage ist: wohin steuert unsere Gesellschaft in der Frage einer gerechten und angemessenen Einkommens- und Vermögensverteilung? Wer hat wann beschlossen, dass wir heute in Bezug auf diese Verteilung da stehen, wo wir stehen? Wer legt fest, wo wir morgen stehen wollen? Mit welchen Maßnahmen? Um diese Grundfragen drückt sich unsere Politik herum und beschließt bzw. unterlässt Maßnahmen, die letztlich die Schere zwischen Arm und Reich weiter öffnen, obwohl das kein Politiker so benennt und zugibt.
Es gäbe eine Maßnahme, die auch das Problem der demographischen Entwicklung (Alterung, Bevölkerungsrückgang, immer mehr Rentnern wie auch Mitgliedern der gesetzlichen Krankenversicherung stehen immer weniger Beitragszahlern gegenüber) berücksichtigt: auch große Einkommen und Vermögen (also auch die Produktionsfaktoren Kapital und Boden) beitragspflichtig machen. Dazu gehört auch die paritätische Beitragsübernahme der Arbeitgeber für Renten/Kranken/Arbeitslosen/Pflegeversicherung.
Bis das passiert, mein Tip:
http://youtu.be/mQvThNJkKb

Ein Lichtblick: das Bundesverfassungsgericht hat bei der Erbschaftsteuer mal wieder eine verfassungskonforme Wegweisung gegeben (Eigentum verpflichtet). Auch wenn die Politik erwartungsgemäß dem nicht folgen wird (wie z.B. das von der CSU angekündigte Veto zu Schäubles Vorschlag belegt). Und dass die ...

Herr Clemens Keil

18.01.2016, 09:10 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Kommentare sind keine Werbeflächen“ http://www.handelsblatt.com/netiquette 

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