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23.12.2011

12:23 Uhr

Milliarden-Spritze

Chinas Staatsfonds soll auf Einkaufstour gehen

China will seinen Staatsfonds CIC mit einer Kapitalspritze von bis zu 50 Milliarden Dollar aufrüsten. Damit soll der Fonds auf Einkaufstour gehen. Auch ein großer deutscher Autokonzern steht angeblich auf der Liste.

China will seinen Staatsfonds CIC aufrüsten. dpa

China will seinen Staatsfonds CIC aufrüsten.

PekingChina Investment Corp (CIC), bereits mit 410 Milliarden Dollar (rund 314 Milliarden Euro) ausgestattet, soll vor allem in Europa nach attraktiven Anlagemöglichkeiten Ausschau halten, sagten zwei mit der Angelegenheit Vertraute am Freitag. Auch Zukäufe in den USA sind demnach geplant. „Der Plan für die Kapitalaufstockung dürfte in Kürze bekanntgegeben werden“, sagte ein mit dem Vorgängen Vertrauter, der anonym bleiben wollte. Der CIC lehnte auf Nachfrage eine Stellungnahme ab.

China besitzt mit 3,2 Billionen Dollar die weltweit größten Devisenreserven, die bislang vor allem in den Kauf von Staatsanleihen der USA und vieler Euro-Länder gesteckt wurden. Nicht zuletzt wegen der Schuldenkrise hält die Volksrepublik aber zunehmend nach anderen Anlagemöglichkeiten Ausschau und nimmt dabei zunehmend westliche Industriefirmen ins Visier.

Das chinesische Staatsunternehmen Three Gorges (Drei Schluchten) hat erst in dieser Woche den Zuschlag für das Bieterrennen um eine 21-prozentige Beteiligung am portugiesischen Versorger EDP gewonnen und damit den deutschen Energieriesen Eon aus dem Feld geschlagen. Rund 2,7 Milliarden Euro werden dafür nach Portugal überwiesen. Das klamme Land hatte sich wegen der Staatsschuldenkrise zum Verkauf des öffentlichen Anteils entschlossen.

Daimler auf der Liste der Chinesen

Aber auch nach Deutschland strecken die Chinesen ihre Fühler aus. Einem Bericht des „Manager Magazin“ zufolge rangiert der CIC bei der Suche des Autobauers Daimler nach einem Großaktionär ganz oben auf der Liste für eine Beteiligung. Im Gespräch ist demnach eine Beteiligung von fünf bis zehn Prozent.

Um seine gigantischen Währungsreserven profitabler nutzen, plant die Zentralbank die Gründung zweier Fonds im Gesamtvolumen von 300 Milliarden Dollar, sagten mehrere mit der Angelegenheit Vertraute. Die Fonds sollen unter dem Dach eines neuen Investmentvehikels verwaltet werden, das bereits lange vor Beginn der Euro-Krise in Planung war.

Auch Chinas Banken wollen künftig einen Teil der gewaltigen Devisenreserven des Landes managen. „Wir brauchen eine neue Denkart im Umgang mit unseren Devisenreserven“, sagte der einflussreiche Chef des größten Kreditinstituts Industrial and Commercial Bank of China (ICBC), Jiang Jianqing. „Wir sind erfahren im Projektmanagement“, begründete er seinen Vorstoß. „Und wir sind nahe an den Kunden und am Markt.“

Jiang stimmt damit in den lauter werdenden Chor der Kritiker ein, die Chinas hohe Investitionen in europäische und US-Staatsanleihen anprangern. „Die europäische Schuldenkrise entfaltet sich noch immer“, sagte der Spitzenbanker. „Es ist schwierig, die Reserven weiter so zu managen wie bisher. Das birgt Gefahren.“

Von

rtr

Kommentare (8)

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marinero

23.12.2011, 13:19 Uhr

Na dann mal los, schnell noch einkaufen, bevor die Dollars wertlos werden!

raphgro

23.12.2011, 14:59 Uhr

So schnell wird Geld nicht wertlos, zur Not tauscht man in eine andere Währung. Es ist mehr als verständlich, dass die Chinesen kein Interesse am kleinen Euro haben.

Account gelöscht!

23.12.2011, 15:15 Uhr

Mit so einer Weichwährung wie dem Euro lassen sich die deutschen Industrieperlen extrem günstig abgreifen. Das ist auch die Konsequenz des Euros. Aber Deutschland hat natürlich am meisten davon gehabt - vor allem den größten Teil des Schuldenkuchens.
Wann wird die Ausplünderung Deutschlands gestoppt?

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