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27.07.2017

15:06 Uhr

Milliarden-Streit um Eurofighter

Österreich will sich mit Airbus einigen

Österreich arbeitet im Streit mit Airbus um den Kauf von Eurofighter-Kampfjets auf eine außergerichtliche Einigung hin. Bundeskanzler Kern äußerte sich entsprechend. Im Februar hatte das Land Klage eingereicht.

In seiner Zeit in der Wirtschaft habe er gelernt, dass es immer besser sei, ein Gerichtsurteil zu vermeiden. AP

Christian Kern

In seiner Zeit in der Wirtschaft habe er gelernt, dass es immer besser sei, ein Gerichtsurteil zu vermeiden.

WienÖsterreich strebt im Streit mit Airbus über einen früheren milliardenschweren Kauf von Eurofighter-Kampfjets eine außergerichtliche Einigung an. „Wir haben jetzt konstruktive Ansatzpunkte, um mit Airbus ins Gespräch zu kommen“, sagte Österreichs Bundeskanzler Christian Kern (SPÖ) der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Donnerstagausgabe). In seiner Zeit in der Wirtschaft habe er gelernt, dass es immer besser sei, ein Gerichtsurteil zu vermeiden. Daher werde man sich um eine außergerichtliche Einigung bemühen, sagte der Kanzler. Von Airbus war vorerst keine Stellungnahme zu erhalten.

Österreich hatte im Februar bei der Staatsanwaltschaft Wien Strafanzeige gegen zwei Airbus-Unternehmen wegen des Verdachts auf Betrug eingereicht und verlangt Schadenersatz. Das österreichische Verteidigungsministerium wirft Airbus sowie dem in München ansässigen Eurofighter-Konsortium vor, sowohl über den Kaufpreis als auch über die Lieferfähigkeit und Ausstattung der Jets in betrügerischer Absicht getäuscht zu haben. Der mögliche Schaden wurde mit bis zu 1,1 Milliarden Euro beziffert. Airbus wies die Anschuldigungen zurück.

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Von

rtr

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