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14.07.2011

18:16 Uhr

Milliardenforderung

Investmentfirmen stellen Strafanzeige gegen Argentinien

Zwei Investmentfirmen fordern eine Milliardensumme von Argentinien. Der Vorwurf: Argentinien habe sich im Zusammenhang mit seinem Staatsbankrott mit Unterstützung Bank für internationalen Zahlungsausgleich strafbar gemacht.

In der Schweiz haben zwei Investmentfirmen Strafanzeige gegen Argentinien gestellt. Quelle: dpa

In der Schweiz haben zwei Investmentfirmen Strafanzeige gegen Argentinien gestellt.

GenfMit einer Strafanzeige in der Schweiz wollen zwei Investmentfirmen die Aufhebung der juristischen Immunität der Bank für internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) erreichen, um eine Milliardensumme von Argentinien zurückzuerhalten. Die Firmen EM Ltd. und NML Capital Ltd. machen geltend, Argentinien habe sich im Zusammenhang mit seinem Staatsbankrott von 2001 mit Unterstützung der in Basel ansässigen BIZ strafbar gemacht.

Gläubiger, die in argentinische Staatsanleihen investiert hatten, waren damals auf ihren Forderungen sitzen geblieben. EM Ltd. und NML Capital Ltd. wollen mit ihrer Anzeige bei der Schweizer Staatsanwaltschaft 3,2 Milliarden Dollar (2,25 Milliarden Euro) zurückbekommen. Der Genfer Anwalt der beiden auf den Cayman-Inseln ansässigen Investmentfirmen, Jean-Cedric Michel, erklärte am Donnerstag, er gehe davon aus, dass die Staatsanwaltschaft innerhalb weniger Wochen Ermittlungen aufnehme.

Michel zufolge hat Argentinien 99 Prozent seiner liquiden Devisenreserven - 53 Milliarden Dollar - bei der BIZ deponiert. Zum Vergleich: Die meisten anderen Staaten haben sich für Summen von zehn bis 15 Prozent ihrer Devisenreserven entschieden. „Das ist völlig unüblich“, sagte der Anwalt. „Sie wollen es (das Geld) vor ihren Gläubigern schützen, was natürlich nicht der Zweck der BIZ ist.“ Für die in Basel ansässige Institution sei es lukrativ, diese Reserven zu verwalten.

EM Ltd. und NML Capital Ltd. bemühen sich bereits seit Jahren vor Gericht, Geld von Argentinien zurückzubekommen. Der Großteil der Gläubiger hat sich mit einer Umstrukturierung aus dem Jahr 2005 einverstanden erklärt, mehrere tausend Investoren streben dagegen Prozesse gegen das lateinamerikanische Land an. Die dortige Regierung macht geltend, die Zentralbank sei eine unabhängige Institution, gegen die Gläubiger nicht vorgehen könnten. Die Anzeige der Investmentfirmen ging nach Angaben der Staatsanwaltschaft am 7. Juli ein.

Von

dapd

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