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26.08.2014

12:37 Uhr

Milliardenhilfen

Russland greift zwei Banken unter die Arme

Die Sanktionen des Westens scheinen zu wirken: Die russische Regierung schießt zwei staatlichen Banken fünf Milliarden Euro bei. EU-Energiekommissar Oettinger betont die Erfolge der Sanktionen.

Eine Lenin-Statue vor dem Logo der VTB-Bank. Die staatliche Bank hat nun 4,5 Milliarden Euro von Russland erhalten. Reuters

Eine Lenin-Statue vor dem Logo der VTB-Bank. Die staatliche Bank hat nun 4,5 Milliarden Euro von Russland erhalten.

MoskauUm die Folgen der westlichen Sanktionen abzufedern, überweist die russische Regierung zwei staatlichen Banken umgerechnet rund fünf Milliarden Euro. Die VTB Bank und die Rosselchosbank erhalten zusammen 239 Milliarden Rubel, wie ein am Montag auf der Internetseite der Regierung veröffentlichtes Dekret zeigt. Sie geben neue Aktien aus, die der erst Anfang August aufgelegte Nationale Wohlfahrtsfonds kauft. Er ist mit einer Summe von 65,5 Milliarden Euro ausgestattet, zum Teil sind dies Erträge aus dem Verkauf von Erdöl und Erdgas.

Die USA und die EU hatten wegen des Ukraine-Konfliktes Ende Juli ihre Sanktionen verschärft; zahlreiche staatliche russische Banken haben keinen Zugang mehr zu westlichen Finanzmärkten und können sich dort kein Geld mehr leihen - und entsprechend weniger Kredite im eigenen Land vergeben.

Wen die Russland-Sanktionen treffen

Ukraine

Das politisch wie wirtschaftlich größte Problem bei Russland-Sanktionen ist, dass auch die Ukraine unter den Folgen leiden wird. In einer Umfragen des Ostausschusses der deutschen Wirtschaft nannten im Juni 21 Prozent der befragten Unternehmen die Ukraine als das Land, das nach Russland (37 Prozent) und Deutschland (33 Prozent) am stärksten unter Sanktionen zu leiden haben wird. Der Grund ist zum einen die enge wirtschaftliche Verflechtung der ehemaligen Sowjetrepublik mit Russland, die jeden Konjunktureinbruch dort auch für das Nachbarland zum Problem macht. Zum anderen bestraft Russland den Westkurs der Ukraine wie auch den Moldawiens mit Gegensanktionen wie einem Embargo gegen Milch und Fleisch. Bei einer Eskalation könnte auch der Gashahn zugedreht werden.

Balkan

„Auch die ganze Balkan-Region wird unter einem neuen Wirtschaftskrieg leiden“, meint der Balkan-Experte Duan Reljic von der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP). Verantwortlich macht er hierfür die traditionell engen Beziehungen von Ländern wie Serbien mit Russland, vor allem aber das starke Interesse der ganzen Region an russischem Gas. Interessiert ist man auch am Bau der von Russland vorangetriebenen South-Stream-Pipeline durch die Region, die die EU-Kommission nun im Zuge der Abkühlung der EU-Russland-Beziehungen rechtlich überprüfen lässt. „Fast jedes Land der Region hat sich Hoffnung auf einen dreistelligen Millionenbetrag an Durchleitungsgebühren pro Jahr gemacht - die drohen nun wegzufallen“, meint Reljic. Finanzexperten weisen zudem darauf hin, dass öffentliche EU-Banken auch mit Töchtern russischer Institute in der Region keine Geschäfte mehr machen können, wenn deren Chefs auf einer Sanktionsliste der USA und der EU stehen - die ständig ausgeweitet werden.

EU-Mitglieder Bulgarien und Zypern

Innerhalb der EU gelten die Länder als anfällig, die teilweise zu 100 Prozent von russischem Gas abhängig sind und einen Lieferboykott befürchten müssen. Besonders betroffen sind zudem die stark nach Russland ausgerichteten EU-Staaten Zypern und Bulgarien. Am Finanzplatz Zypern etwa ist so viel russisches Geld angelegt, dass der Inselstaat von einem Abzug des Kapitals in Folge von EU-Finanzsanktionen stark getroffen werden könnte.

Zentralasien

Mit sehr gemischten Gefühlen schauen die Länder in Zentralasien auf die Entwicklung in der Ukraine. „Die kasachischen Banken würden wegen der engen Beziehungen sofort in Schieflage geraten, wenn ihre russischen Partner wackeln“, meint Beate Eschment, Redakteurin bei den Zentralasien-Analysen in Berlin. „In der Hauptstadt Astana ist man derzeit zudem ausgesprochen nervös, weil die Ukraine zeigt, was passieren kann, wenn man sich russischen Wünschen widersetzt.“ Eschment verweist darauf, dass auch im Norden der öl- und gasreichen ehemaligen sowjetischen Republik viele Russen leben und Russland nach wie vor Militärbasen in dem Land unterhält. Seit 2010 ist Kasachstan Mitglied in der Zollunion mit Russland. Anfang 2015 soll das bereits unterzeichnete Abkommen für eine eurasische Union in Kraft treten, das beide Länder noch enger aneinander schweißt - für gute wie schlechte Zeiten.

Allerdings hält man in der deutschen Wirtschaft durchaus auch einen umgekehrten Effekt für möglich: Als Mitglied der Zollunion könnte das Land sogar von harten Sanktionen gegen Russland profitieren - weil dann Geschäfte für den russischen Markt über Kasachstan abgewickelt werden müssten.

Afghanistan

Russlands Präsident Wladimir Putin sagte am Wochenende drohend, die EU demonstriere mit Sanktionen, dass sie offenbar kein Interesse mehr an einer Sicherheitspartnerschaft mit Russland habe. Diese beinhaltet aber etwa die Versorgung der Nato-Soldaten in Afghanistan über den russischen Luftraum und die russische Eisenbahn. Auch der geplante schrittweise Abzug der Truppen läuft über Russland und nicht das wesentlich gefährlichere Pakistan. Das könnte sich ändern - mit unklaren Auswirkungen auf das ohnehin instabile Krisenland Afghanistan.

China

China, darin sind sich alle Experten einig, gehört dagegen zu den Gewinnern einer Eskalation zwischen dem Westen und Russland. Die deutsche Industrie warnt, dass ihnen nun chinesische Konkurrenten in Russland die Aufträge wegschnappen. Und Russlands mühsame Suche nach neuen Partnern beschert China günstige Preise für die kommenden Gaslieferungen vom Nachbarn. „China profitiert von der Isolation Russlands und kann gegen ein geschwächtes Russland die eigenen Interessen besser durchsetzen“, meint der China-Experte des Mercators Institutes for China Studies (Merics), Moritz Rudolph.

Den Löwenanteil der staatlichen Hilfe bekommt die VTB mit umgerechnet 4,5 Milliarden Euro. Sie hatte schon vor Verhängung der Sanktionen schwer unter der Ukraine-Krise und den Folgen für die russische Wirtschaft gelitten. Ihr Gewinn schrumpfte im zweiten Quartal rund auf ein Siebtel im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

EU-Energiekommissar Günther Oettinger sagte der „Bild“-Zeitung vom Dienstag, „die Sanktionen wirken“. Russische Unternehmen hätten große Probleme, Kredite aus EU-Ländern zu erhalten. Dazu komme, dass viele Unternehmen aus EU-Ländern ihre eigenen Investitionen in Russland überprüften und abwarteten, auch wenn ihre Partner dort gar nicht von Sanktionen betroffen seien. „Da geht es um Milliarden Euro, die der russischen Wirtschaft fehlen“, sagte Oettinger.

Von

afp

Kommentare (4)

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Herr Mmnews De

26.08.2014, 12:57 Uhr

Warum Sanktionen gegen Russland?

Der immer noch ungeklärte Flugzeugabsturz der MH17, wofür die Separatisten und Russland vom Westen und ihren Propagandamedien verantwortlich gemacht werden, war der Auslöser der Wirtschaftsanktionen gegen Russland.

Ich habe mehr und mehr den Eindruck, dass das gezielte Putin-Bashing schon systematischer Bestandteil der Westmedien ist und dies möglichweise sogar von langer Hand geplant war.
Russland soll als Schuldiger des Ukraine-Desasters dargestellt werden.

Was ist mit Flug MH17?

Warum veröffentlicht Kiew nicht die Fluglotsengespräche?

Der russische UN-Gesandte fordert von Kiew die Veröffentlichung der Fluglotsen-Gespräche und bemängelt das mangelnde Aufklärungsinteresse der ICAO.

Kiew soll endlich die Fluglotsengespräche veröffentlichen. Das forderte der russische UN-Gesandte Vitaly Churkin vor dem Sicherheitsrat. Die Ukraine hatte die Gespräche sofort nach dem Abschuss von MH17 konfisziert, ohne dafür Gründe zu nennen.

Beobachter gehen davon aus, dass diese Gespräche wertvolle Hinweise liefern, was in den letzten Minuten vor dem Absturz passiert ist.

Zum Vergleich: Bei MH370 waren die entsprechenden Gespräche schon nach 3 Tagen für die Öffentlichkeit zugänglich!

Churkin bemängelt außerdem, dass die ICAO (eine Unterabteilung der UN für Flugsicherheit) kaum Interesse bekundet, die Absturzursache wirklich aufzuklären.

Bis heute gibt es vom Westen keine Bemühungen, die Wrackteile zusammenzutragen, welche wichtige Hinweise auf die Art und Weise des Abschusses geben könnten.

Warum nicht?

Ein Monat ist vergangen seit dem Absturz und es gibt keine offiziellen Untersuchungsergebnisse. Das ist außergewöhnlich. Bereits wenige Tage nach dem Absturz gab es eine kurze Meldung, dass in diesem Fall darauf verzichtet werden soll, die Trümmer des Wracks einzusammeln und wie ein Puzzle zusammenzusetzen!

Das aber wäre das normale Verfahren, wenn ein ernsthaftes Interesse bestünde, die Unfallursache objektiv zu ermitteln.

Herr Mmnews De

26.08.2014, 12:58 Uhr

Wir befinden uns seit 2009 inmitten eines gewaltigen Wirtschafts- und Währungskriegs.

Von den Massenmedien totgeschwiegen, stehen sich das westliche Bankenkartell um die private Fed und die aufstrebenden Nationen um die BRICS-Staaten (Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika) gegenüber.

China & Russland fordern ein Ende der Dollar-Herrschaft und die Einführung einer neuen, durch Gold gedeckten Weltleitwährung.

Das westliche Bankenkartell versucht indes mit allen Mitteln ( inkl. Krieg ), seinen sterbenden Fed-Dollar lange genug am Leben zu erhalten, um zwischenzeitlich wieder eine eigene, neue Weltwährung etablieren zu können.

Die USA ist im freien Fall und dabei ihre Weltherrschaft an China & Russland abzutreten.
Unter diesem Gesichtspunkt sind unter anderen der Syrien- und der Ukrainekonflikt zu sehen.

Die USA tauschen seit Jahren weltweit wertvolle Rohstoffe gegen „wertlose“ Dollar!

Mit ihrer Weltährung Dollar musste jedes Land im internationalen Zahlungsverkehr sich Rohstoffe bezahlen lassen und die private FED konnte dafür ohne Ende bunte Papierdollar drucken.

Gegen die Länder, die in der Vergangenheit nicht an diesem "Spiel" teilhaben wollten, sondern ihre Rohstoffe für andere Währungen weggaben, wurde ein Krieg inszeniert (Irak, Libyen, etc. und jetzt Russland).

In der Tat besteht derzeit eine Gefahr, dass ein 3. Weltkrieg sich an den aktuellen Konflikten entzünden könnte. In der Jelzin-Ära war Washington in Russland schon fast am Ziel gewesen, da sie über Beteiligungen an den Schlüsselindustrien wie Öl und Gas, aber auch den Medien, schon einen großen Profit aus dem Land gezogen hatten.

Das änderte sich als Putin an die Macht kam.

Er bekämpfte das alte System.

Aus diesem Grund ist Putin den USA bzw. deren Regierungen ein Dorn im Auge und wird deswegen in den Medien verteufelt.

Da sollte man sich mal die Frage stellen, wem gehören eigentlich die Medien?

www.deutsche-wirtschafts-nachrichten.de

Frau Helga Trauen

26.08.2014, 13:37 Uhr

Und die Banken der EU kriegen von der EZB einen Billionentender nach dem anderen.

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