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03.05.2011

15:38 Uhr

Milliardenhilfen vom Westen

Libyschen Rebellen geht das Geld aus

Das Geld der libyschen Rebellen reicht nach eigenen Angaben nur noch für höchstens vier Wochen. Um darüber hinaus ihren Bedarf zu decken, wollen sie sich von westlichen Staaten zwischen zwei und drei Milliarden Dollar leihen.

Mit den Hilfen der westlichen Staaten kämen Libyens Aufständische drei Monate über die Runden. Quelle: dapd

Mit den Hilfen der westlichen Staaten kämen Libyens Aufständische drei Monate über die Runden.

Benghasi/Ankara/GenfIn Libyen geht den Rebellen allmählich das Geld aus. Von westlichen Staaten wollten sie daher zwei bis drei Milliarden Dollar geliehen bekommen, erklärte ein Finanzbeauftragter der Aufständischen am Dienstag in Benghasi. Er nannte insbesondere Frankreich, Italien und die USA als Geberländer. Die Kredite sollen mit eingefrorenen libyschen Vermögen abgesichert werden.

Die vorhandenen Mittel reichten nur noch für höchstens vier Wochen, sagte Ali Tarhuni, der den Finanzausschuss des Nationalrates leitet, die von den Aufständischen eingesetzte Übergangsregierung. Mit den genannten Hilfen kämen die Aufständischen drei Monate über die Runden. Nach Angaben Tarhunis haben die Rebellen einen täglichen Bedarf von umgerechnet 43 bis 86 Millionen Dollar.

Libyens Wirtschaft ist größtenteils von Ölexporten abhängig. Den Rebellen ist es bislang nicht gelungen, diese dauerhaft wieder hochzufahren und damit an frisches Geld zu kommen. Dieses ist nötig, um Nahrung, Medizin und die staatlichen Zuwendungen zu zahlen, von denen der Großteil der Bevölkerung abhängig ist.

Unterdessen gingen in der Gebirgsregion im Westen Libyens sowie der verbissen umkämpften Küstenstadt Misrata die Gefechte zwischen den Rebellen und den Truppen von Machthaber Muammar Gaddafi weiter. Aufständische berichteten von Raketenbeschuss der Stadt Sintan am späten Montagabend. Flüchtlinge zeichneten ein dramatisches Bild der Lage. Sollte die Belagerung der Stadt Jafran anhalten, würden dort binnen Wochen Tausende von Kindern verhungern, sagte eine Frau, die nach ihrer Flucht aus Jafran in einem Flüchtlingslager in der tunesischen Grenzstadt Dehiba lebt. Libysche Berberstädte in den Bergen nahe der Grenze zu Tunesien sind unter Beschuss von Regierungstruppen, nachdem sie sich den Aufständischen angeschlossen hatten. Wie in anderen Landesteilen fordern die Rebellen auch dort mehr Hilfe durch Kampfflugzeuge der Nato.

Nach Angaben eines Sprechers der Aufständischen gab es auch Kämpfe in den östlichen Vororten von Misrata. Nato-Flugzeuge seien über der Stadt zu sehen. Er könne aber nicht sagen, ob sie Angriffe geflogen hätten.

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