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14.10.2013

17:28 Uhr

Milliardenprojekt

EU forciert Bau von hürdenlosen Stromleitungen

Die EU-Kommission beschleunigt den Bau von internationalen und grenzenlosen Stromnetzen. Eine Milliardeninvestition in 248 entsprechende Vorhaben ist geplant. Darunter sind auch zahlreiche Projekte aus Deutschland.

Die EU will den Ausbau von Stromnetzen vorantreiben, die über Ländergrenzen hinaus Energie liefern. dpa

Die EU will den Ausbau von Stromnetzen vorantreiben, die über Ländergrenzen hinaus Energie liefern.

BrüsselDie EU-Kommission treibt den Ausbau grenzüberschreitender Stromleitungen in Europa voran. Bis zum Jahr 2020 stellt die EU 5,9 Milliarden Euro bereit, um Kabel zu verlegen und Gaspipelines zu bauen, teilte die Behörde am Montag in Brüssel mit. Zugleich veröffentlichte sie eine Liste mit 248 Projekten, die künftig vorrangig behandelt werden sollen.

Mit dabei ist beispielsweise eine Gas-Pipeline von der Türkei durch Griechenland und Albanien bis Italien. Damit könnten Gas-Quellen am Kaspischen Meer enger an Westeuropa angebunden werden ohne den Weg über Russland. Eine Leitung von Bulgarien über Rumänien und Ungarn bis Österreich steht ebenso auf der Liste wie ein Flüssiggas-Terminal im Baltikum.

Auch 22 deutsche Projekte mit Leitungen nach Dänemark oder Österreich stehen auf der Liste. Wie viel Geld dafür nach Deutschland fließen soll, steht noch nicht fest. Das Vorhaben werde dabei helfen, Europas Stromversorgung mit besseren Leitungen abzusichern, sagte Energiekommissar Günther Oettinger.

Bei den vorrangigen Projekten müssen Behörden in dreieinhalb Jahren grünes Licht geben. Bisher dauert es im Schnitt gut zehn Jahre, bis eine Genehmigung vorliegt. Bei einer Leitung zwischen Spanien und Frankreich waren es sogar 37 Jahre. Die langen Wartezeiten liegen häufig an ungeklärten Kompetenzen und einer Vielzahl an staatlichen Ansprechpartnern. Das soll sich ändern - künftig soll nur noch eine Behörde pro Staat zuständig sein.

EU-Kommissar Oettinger verspricht sich von dem Ausbau der grenzüberschreitenden Netze Vorteile für die Bürger. „Mehr Wettbewerb stärkt den Verbraucher und senkt den Preis“, sagte er. Auch für die deutsche Energiewende gilt der EU-Netzausbau als wichtig, damit Nordsee-Windstrom unkompliziert in die Industriezentren abseits der Küsten geleitet werden kann.

Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) begrüßte das Vorhaben als „wichtigen und nötigen Schritt“. Beschleunigte Genehmigungsvorhaben würden mehr private Investoren für den Netzausbau gewinnen, so der BDEW.

Kommentare (3)

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das-geld-ist-nicht-weg

15.10.2013, 09:21 Uhr

papalapp

wie soll das gehen
woher kommt das geld für solche projekte

die netzbetreiber sind angeblich schon jetzt nicht in der lage die notwendigen anlagevermögen vor zu finanzieren oder ist das nur eine verdeckte steuer(EEG umlage)
ich finanziere mit meinem anteil an der EEGumlage das anlagevermögen für einen konzern vor(warum werde ich nicht anteilseigner)
der dann durch(warscheinlich sogar durchvorsätzliche) misswirtschaft der CEO`s von einem hedgefond oder auch nur pizzabäcker für ein € übernommen wird und der dann die gesamte europäische bevölkerung in geiselhaft nimmt
folge:
der strompreis steigt weiter, weil der "investor" seine investition amortisiert sehen möchte(das ist wie eine lizenz zum geld drucken)
das ist zwar z.z. nur eine theorie
aber real existierender kapitalismus wird sie war werden lassen

Mazi

15.10.2013, 12:52 Uhr

@das-Geld-ist-nicht-weg
Benutzername ist gut gewählt!

Sie haben recht. Das Geld ist nicht weg. Es ist nur bei anderen. Dessen muss man sich bewusst machen. Aber auch die müssen viel Geld dafür zahlen. Schauen Sie sich nur die armen Banken an. Über 1 Million € mussten sie getarnt als Vortragshonorare an den ehemaligen Kanzlerkandidaten der SPD, Herrn Steinbrück, abdrücken.

Und jetzt läuft schon wieder eine große Aktion in Sachen "Geld abgreifen" zu Gunsten der Banken. Getarnt läuft dies unter dem Stichwort "Bankenunion" und "EZB-Bankenaufsicht".

Wie lange sollen die Bürger das Spiel noch mitmachen?

Mazi

15.10.2013, 12:59 Uhr

Die Zeit drängt!

Wenn erst einmal die private Energieversorgung erfolgt (Stichwort: Kalte Fusion oder LENR), sind derartige Geldverschwendungen nicht mehr politisch durchsetzbar.

Dem Vernehmen nach stellt die Energieerzeugung mittels der kalten Fusion in der Großanwendung kein technisches Problem mehr dar. Problematisch ist nur die Erzeugung von Haushaltsstrom, dessen Kosten pro KW bei 1 Euro-Cent liegen soll. Wird diese Anwendung aufsichtsrechtlich genehmigt, wer will dann noch 6,24 Euro-Cent an EEG-Umlage akzeptieren wollen. Und dann diese hier genannten Kosten noch einmal oben auf.

Es ist an der Zeit, dass sich die Bürger Gehör verschaffen, "sichLuft machen".

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