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14.08.2012

22:05 Uhr

Millionenschäden

Jugendrevolte in Frankreich fordert Polizei heraus

Im Norden der französischen Stadt Amiens kommt es oft zu Unruhen. Doch in der vergangenen Nacht ging es so heftig zu, dass das Innenministerium Polizeiverstärkung schickte. Der Bürgermeister spricht von Millionenschäden.

Wieder Jugendrevolte in Vorort von Amiens

Video: Wieder Jugendrevolte in Vorort von Amiens

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AmiensNach einer Nacht schwerer Zusammenstöße zwischen Jugendlichen und der Polizei im nordfranzösischen Amiens sind am Dienstagabend hundert zusätzliche Beamte in der Stadt stationiert worden. Um eine weitere Nacht mit Ausschreitungen zu verhindern, seien nun insgesamt 250 Polizisten vor Ort, teilte das Innenministerium mit. Bei den Ausschreitungen waren 16 Polizisten verletzt und drei öffentliche Gebäude teilweise zerstört worden.

Die Polizisten waren nach Angaben der Präfektur durch Bleikugeln, Feuerwerkskörper und Wurfgeschosse verletzt worden. Mit Tränengas und Gummigeschossen gingen die rund 150 Beamten gegen die Jugendlichen vor; Festnahmen gab es keine. Etwa hundert Jugendliche hatten am Montagabend begonnen, die Sicherheitskräfte zu bedrängen, die in ein Problemviertel im Norden von Amiens eingerückt waren.

Ein ausgebranntes Auto nach einer heftigen Nacht in Amiens. dapd

Ein ausgebranntes Auto nach einer heftigen Nacht in Amiens.

In dem Viertel im Norden von Amiens kommt es regelmäßig zu Zwischenfällen, doch die Zusammenstöße seien "noch nie so schwerwiegend gewesen", hieß es von der Präfektur. Neben den Zerstörungen von Gebäuden wurden zudem rund ein dutzend Fahrzeuge und etwa 60 Mülleimer angezündet. Der Bürgermeister von Amiens, Gilles Demailly, sprach von "trostlosen Szenen". Die Schäden bezifferte er auf "Millionen Euro".

Der Norden von Amiens zählt zu den landesweit 15 Sicherheitszonen, für die Innenminister Manuel Valls ab September zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen angekündigt hat. Er machte sich am Nachmittag ein Bild von der Lage vor Ort und wurde dabei ausgepfiffen. Nichts könne die Schüsse auf Polizisten rechtfertigen, sagte Valls. Zugleich versicherte er, er sei "nicht gekommen, um das Viertel mit dem Kärcher zu reinigen" und spielte damit auf Ex-Präsident Nicolas Sarkozy an, der 2005 erklärt hatte, er wolle die Vorstädte "mit dem Kärcher" von Kriminellen befreien.

Präsident François Hollande versicherte, der Staat werde "alle Mittel" nutzen, um gegen die Gewalt vorzugehen. Premierminister Jean-Marc Ayrault kündigte an, die Regierung werde "größtmögliche Härte" zeigen. Die Regierung will künftig mehr Geld und Stellen für die Sicherheitskräfte bereitstellen. Drei Polizeigewerkschaften riefen die Regierung nach dem "kriminellen Verhalten entschlossener Rowdys" und dem "versuchten Mord an Polizisten" zu entschiedenem Handeln auf.

In Frankreich kommt es regelmäßig zu Angriffen auf oder Zusammenstößen mit der Polizei. Nach schweren Ausschreitungen wie in Amiens entsteht stets auch die Sorge, dass die Lage wie 2005 außer Kontrolle geraten könnte, als es wochenlang Krawalle in ganz Frankreich gegeben hatte.

Zu den Zusammenstößen in Amiens kam es, nachdem die Polizei am Sonntag einen Autofahrer wegen gefährlichen Fahrens kontrolliert hatte. Daraufhin gab es Auseinandersetzungen mit Bewohnern, die das Vorgehen der Polizei als überzogen empfunden hatten.

Von

afp

Kommentare (12)

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badener44

14.08.2012, 22:46 Uhr

....warum nach Frankreich schauen ? In deutschen Großstädten wird die Polizei erbarmungslos von linken Gewalttätern ebenso
gewalttätig angegangen und die Politik schaut zu, sogar Beifall aus dem Lager der Linken gibt obendrein.

Stula

14.08.2012, 22:51 Uhr

"Leben wie Gott in Frankreich" habe ich mir immer anders vorgestellt. Aber wen wundert es, wenn Integration vielfach von beiden Seiten nicht gewünscht/gewollt ist.

Account gelöscht!

15.08.2012, 00:29 Uhr

Das nennt man kulturelle Bereicherung...eine tolle Sache...so toll dass man es sogar verbieten kann dagegen etwas zu sagen! Also weiter so, dumm grinsend in den Abgrund.

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