Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

10.06.2013

19:40 Uhr

Millionenstadt

Assad zieht Truppen um Aleppo zusammen

In Syrien laufen die Vorbereitungen für die nächste Offensive. Die Handelsmetropole Aleppo soll erobert werden, bisher wird sie zur Hälfte von Rebellen kontrolliert.

Aleppo wird zur Zeit zur Hälfte von Rebellen kontrolliert. dpa

Aleppo wird zur Zeit zur Hälfte von Rebellen kontrolliert.

Amman/BeirutNach dem Sieg über die Rebellen in der Stadt Kussair bereiten sich die Truppen des syrischen Staatschefs Baschar al-Assad auf eine Offensive in der Millionenmetropole Aleppo vor. Rebellen berichteten am Montag, dass viele schiitische Kämpfer aus dem Irak kämen, um Assads Truppen beizustehen. Nach Angaben von Oppositionellen und aus Militärkreisen werden Soldaten zum Flughafen von Aleppo und hinter die Front in ein Kurdengebiet geflogen. Auch würden zwei schiitische Enklaven nördlich von Aleppo verstärkt. Die Opposition warf unterdessen den Truppen Assads vor, beim Sturm auf Kussair in der vergangenen Woche mindestens 100 Menschen kaltblütig erschossen zu haben.

Der Bürgerkrieg in Syrien entwickelt sich immer mehr zu einer Auseinandersetzung zwischen den Religionsrichtungen. Assad gehört der Minderheit der Alawiten an, die dem schiitischen Glauben nahestehen, während die Bevölkerungsmehrheit sunnitisch ist. Die Gefahr steigt, dass Nachbarländer wie der Irak, der Libanon, Jordanien und Israel in den Konflikt hineingezogen werden. Nach Aussagen der israelischen Regierung vom Montag könnte Assad den Krieg dank der Unterstützung aus dem schiitisch geprägten Iran und von der libanesischen Hisbollah gewinnen.

Syrien-Einsatz: Uno schlägt Putins Blauhelm-Angebot aus

Syrien-Einsatz

Uno schlägt Putins Blauhelm-Angebot aus

Wegen schwerer Kämpfe an der syrisch-israelischen Grenze hat Österreich seine UN-Blauhelme abgezogen. Russland bot umgehend Ersatz an - doch aus formalen Gründen lehnte die Uno ab. Russland sieht das nicht ein.

Experten gehen davon aus, dass der Kampf um Aleppo weit schwieriger als die Einnahme von Kussair wird und sich über Monate oder gar Jahre hinziehen könnte. Die Rebellen drangen im vergangenen Jahr in die Handelsmetropole vor und kontrollieren mehr als die Hälfte der Stadt. Die Frontverlauf ist größtenteils stabil.

Rebellen befürchten Zangenangriff in Aleppo

Der Rebellenkommandeur Abu Taha sagte, Assad plane offensichtlich einen Zangengriff im Norden und versuche, vor der Friedenskonferenz in Genf wichtige Städte im Norden und Osten einzunehmen. Die USA und Russland hoffen, dass das Treffen in der Schweiz im kommenden Monat stattfinden kann, um eine friedliche Lösung zu ermöglichen. Die USA könnten unterdessen noch in dieser Woche entscheiden, ob sie Waffen an die Rebellen liefern, wie aus der Regierung verlautete. Assad wird vor allem von Russland und dem Iran unterstützt.

Noch im vergangenen Jahr schien es, als ob die Rebellen in dem Konflikt als Sieger hervorgehen könnten. Sie erlitten in diesem Jahr aber mehrere Niederlagen, zuletzt in Kussair. Nun kontrollieren die Regierungstruppen das Gebiet zur libanesischen Grenze wieder vollständig. In der Region verlaufen wichtige Nachschubrouten der Kriegsparteien.

Von

rtr

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×