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28.05.2015

16:31 Uhr

Milzbrand-Erreger

US-Militärs verschicken versehentlich Anthrax-Bakterien

Der Milzbrand-Erreger Anthrax ist ein gefährliches militärisches Kampfmittel. Dem US-Militär ist damit eine schwere Panne unterlaufen – lebende Bakterien wurden an eine Basis in Südkorea verschickt.

Der gefährliche Erreger lässt sich auch als biologischer Kampfstoff nutzen. ap

Milzbrand

Der gefährliche Erreger lässt sich auch als biologischer Kampfstoff nutzen.

Washington/SeoulUS-Militärs haben versehentlich lebende Anthrax-Bakterien an Labors in neun Bundesstaaten sowie an eine amerikanische Militärbasis in Südkorea verschickt. Die Sendungen mit dem potenziell tödlichen Milzbranderreger wurden von einem Armeelabor im Bundesstaat Utah auf den Weg gebracht, teilte das Verteidigungsministerium am Mittwoch mit. Die Öffentlichkeit sei nicht gefährdet gewesen, auch gebe es keine Infektionen unter Laborangestellten. Wie es zu der Panne kam, wurde nicht gesagt.

Dagegen berichtete der Nachrichtensender CNN, in den USA würden vier Labormitarbeiter vorsichtshalber medizinisch überwacht, 22 Menschen in Südkorea. Die Bakterien hätten eigentlich vor der Versendung in der vergangenen Woche abgetötet werden sollen, hieß es. Unklar sei auch, warum das Pentagon die Panne mehrere Tage unter der Decke gehalten habe. Die Militärs leiteten nach eigenen Angaben eine Untersuchung ein, die Versendung von Anthrax-Erregern sei erstmal gestoppt worden. Die Bakterien seien durch gängige private Speditionen verschickt worden.

In Seoul hieß es, 22 US-Armeeangehörige könnten während eines Trainings in Südkorea mit den Anthrax-Proben ausgesetzt gewesen sein. Für sie seien „vorsorglich medizinische Maßnahmen“ einschließlich der Vergabe von Antibiotika getroffen worden, teilte der betroffene US-Luftwaffenstützpunkt südlich von Seoul am Donnerstag weiter mit. Bei keinem der Betroffenen seien jedoch Anzeichen einer Belastung festgestellt worden. Die Probe sei von Spezialisten des 51. Jagdgeschwaders in Osan in einem geschlossenen Bereich vernichtet worden, hieß es weiter.

Von

dpa

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