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08.05.2011

10:52 Uhr

Minderheiten in Ägypten

Religiöse Gewalt eskaliert auf Kairos Straßen

Religiöse Fundamentalisten haben in der Nacht in Kairo für Chaos gesorgt. Bei gewaltsamen Zusammenstößen zwischen Christen und Muslimen kamen zwölf Menschen ums Leben, eine Kirche geriet in Brand.

Eine Kirche ist bei gewaltsamen Zusammenstößen in Kairo in Brand geraten. Quelle: dpa

Eine Kirche ist bei gewaltsamen Zusammenstößen in Kairo in Brand geraten.

KairoBei gewaltsamen Zusammenstößen zwischen Muslimen und koptischen Christen sind am späten Samstagabend in der ägyptischen Hauptstadt zwölf Menschen getötet worden. Wie das staatliche ägyptische Fernsehen wurden mehr als 230 Menschen verletzt.

Wie Augenzeugen berichteten, waren hunderte fundamentalistische Muslime im Kairoer Armenviertel Imbaba vor eine Kirche gezogen, weil sie vermuteten, dass dort eine erst kürzlich vom Christentum zum Islam konvertierte junge Frau festgehalten werde. Unter den Toten seien sechs Christen und drei Muslime, teilte die amtlichen Nachrichtenagentur mit. Welchem Glauben die übrigen Todesopfer angehörten, war zunächst unklar.

Auslöser waren Gerüchte über die Entführung einer koptischen Christin, die mit einem Muslim verheiratet war. Die ägyptischen Streitkräfte nahmen am Sonntag 190 Menschen fest, die Verdächtigen müssen sich vor einem Militärgericht verantworten.

Die Muslime zogen zunächst vor die Kirche im Viertel Imbaba und forderten die Freilassung der Frau. Das Gotteshaus wurde von einer Menge Kopten geschützt. Anwohner stürmten ein nahe gelegenes sechsstöckiges Gebäude und legten Feuer. Christen hätten von dort auf Muslime geschossen, sagten sie. Islamisten warfen Brandbomben auf die Kirche, deren Fassade in Brand geriet. Die Gewalt griff auch auf umliegende Straßen über, Wohnhäuser in der Nähe der Kirche gerieten laut Augenzeugen ebenfalls in Brand.

Die Menge rief Parolen wie "Mit unseren Seelen und unserem Blut verteidigen wir dich, Islam". Das ägyptische Fernsehen berichtete, Streitkräfte und Polizei versuchten, die Ausschreitungen zu beenden. Dabei setzten sie Augenzeugen zufolge Tränengas ein und gaben Schüsse in die Luft ab.

Am Sonntagmorgen boten aus den Fenstern schlagende Flammen und auf dem Gehweg verteilte Möbel noch immer ein Bild der Verwüstung.

Sondersitzung des Kabinetts

Ministerpräsident Essam Scharaf berief für den Sonntag eine Sondersitzung seines Kabinetts ein und sagte einen am selben Tag in Bahrain geplanten Besuch ab. Kurz nach dem Zwischenfall in Imbaba zogen koptische Christen vor die US-Botschaft in Kairo. Sie kündigten an, solange dort ausharren zu wollen, bis der US-Botschafter mit ihnen über die "Ungerechtigkeiten gegen die christliche Minderheit" spreche.

Die Frau, die angeblich in der Kirche festgehalten wurde, sei zum Islam konvertiert, um einen muslimischen Mann heiraten zu können, hieß es. Liebesbeziehungen gemischt-religiöser Paare sind in Ägypten immer wieder Auslöser von Gewalt. Frauen beider Religionen wird es zumeist nicht erlaubt, Männer anderen Glaubens zu heiraten. Nicht-muslimische Männer, die eine muslimische Frau heiraten wollen, müssen zum Islam konvertieren.

Die Christen können dagegen eine umgekehrte Regelung für die "Einheirat" nicht-christlicher Männer nicht durchsetzen. Eine Konvertierung vom Islam zum Christentum ist schlicht nicht möglich und wird von den Muslimen als "Häresie" betrachtet. Christinnen brauchen wiederum bei der Ehelichung eines muslimischen Mannes nicht zu konvertieren.

Bei derartigen Konflikten in Ägypten stehen aber oft schon verheiratete Christinnen im Mittelpunkt, die eine neue Ehe mit einem muslimischen Mann eingehen wollen. Da bei den orthodoxen und äußerst konservativen Kopten eine Scheidung praktisch nicht möglich ist, konvertieren sie zum Islam.

Spirale der Gewalt

Zuletzt waren Anfang März in Kairo bei Auseinandersetzungen zwischen Muslimen und Kopten 13 Menschen getötet und rund 100 weitere verletzt worden. Auslöser der Gewalt im Vorort Mokattam waren Proteste gegen die Zerstörung einer Kirche südlich der ägyptischen Hauptstadt.

Koptische Christen bilden in dem überwiegend von Muslimen bewohnten Ägypten einen Bevölkerungsanteil von schätzungsweise 10 bis 15 Prozent. Viele von ihnen fühlen sich von der muslimischen Bevölkerungsmehrheit benachteiligt.

Kommentare (1)

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Alphawoelfchen

09.05.2011, 00:27 Uhr

Was sich seit Jahren in den "befreiten" islamischen Ländern (Irak, Ahghanistan, Pakistan und nun Ägypten - Libyen und andere werden folgen) gegenüber Christen und sonstigen "Ungläubigen" abspielt, erinnert an die Kristallnacht und die Judenverfolgung im Dritten Reich.

Wann wachen unsere Politiker endlich auf und erkennen, dass der Islam eine äußerst gewaltbereite, faschistische Ideologie ist, die mit einer humanistischen, demokratischen Werteordnung absolut nichts am Hut hat und nur auf schnelle, radikale weltweite Verbreitung aus ist. Wann hören insbesondere unsere links-grünen Politiker und ihre Medienvertreter endlich auf, den Islam schön zu reden und zu umschmeicheln? Wann ziehen sie endlich die Konsequenzen und fangen auch bei uns an, zu handeln? Stattdessen wird islamischer Religionsunterricht propagiert. Welcher Schwachsinn soll da wohl vermittelt werden? Scharia? Tod den Christen, Ungläubigen und Schwulen? Steinigen und Halsabschneiden? Schweine und Hunde abschlachten? Schlampen beglücken? Frauen einpacken und verstecken? Sozialsysteme abzocken?

Wehret den Anfängen - aber vermutlich ist es schon zu spät.

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