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05.01.2014

17:37 Uhr

Mindestens 18 Tote

Wahlen in Bangladesch erreichen blutigen Höhepunkt

Die Opposition wollte die Wahl in Bangladesch mit allen Mitteln verhindern. Die Polizei feuerte scharf. Bilanz des Tages: Viele Tote und Verletzte - und ein absehbarer Sieg der Regierungspartei.

Unterstützer der BNP schlagen auf einen Anhänger der Awami-Liga ein: Die Europäische Union, die USA und das britische Commonwealth verzichteten auf die Entsendung von Wahlbeobachtern. dpa

Unterstützer der BNP schlagen auf einen Anhänger der Awami-Liga ein: Die Europäische Union, die USA und das britische Commonwealth verzichteten auf die Entsendung von Wahlbeobachtern.

DhakaDie seit Wochen andauernde Gewalt in Bangladesch hat bei der Parlamentswahl am Sonntag einen blutigen Höhepunkt erreicht. Mindestens 18 Menschen starben bei gewaltsamen Auseinandersetzungen. Anhänger der Opposition versuchten bis zuletzt, die Abstimmung mit Brandsätzen, Messern und Holzlatten zu verhindern. Die Polizei verteidigte die Wahllokale mit scharfer Munition gegen Angreifer.

Wegen des Wahlboykotts der Opposition stand die regierende Awami-Liga von vornherein als Sieger fest. In 153 der 300 Wahlkreise fand mangels Gegenkandidaten gar keine Abstimmung statt. Die Regierungskandidaten waren dort schon vorab zu Gewinnern erklärt worden. Premierministerin Sheik Hasina kann deshalb mit großer Wahrscheinlichkeit in dem südasiatischen Land weiterregieren.

Trotz des Einsatzes von 270.000 Sicherheitskräften gingen Dutzende Wahllokale in Flammen auf. In der Stadt Thakurgaon erlag der stellvertretende Chef des Wahlbüros im Krankenhaus seinen schweren Brandwunden. Ein Hilfspolizist wurde im Distrikt Dinajpur zu Tode geprügelt. Aus allen Teilen des Landes meldeten die Behörden zahlreiche Verletzte.

In 390 der mehr als 18.000 Wahllokale wurde die Abstimmung wegen der Gewaltausbrüche abgebrochen. Dort soll die Stimmabgabe bis zum 24. Januar wiederholt werden. Wegen des Boykotts der Opposition waren nur 44 Millionen der fast 92 Millionen Stimmberechtigten überhaupt zur Wahl aufgerufen.

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