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19.01.2005

15:00 Uhr

Mindestens 26 Tote und 21 Verletzte

Drei Bomben in Bagdad explodiert

Drei Autobombenanschläge auf die australische Botschaft in Bagdad und irakische Sicherheitskräfte haben am Mittwochmorgen im Bagdader Stadtzentrum mindestens 26 Menschen in den Tod gerissen.

HB BAGDAD. Zu dem Selbstmordanschlag auf die Botschaft und zwei weiteren Anschlägen bekannte sich die Gruppe des Al-Kaida-Verbündeten Abu Mussab al-Sarkaui. Extremisten wollen die Ende des Monats geplanten Parlamentswahlen im Irak verhindern und haben in den vergangenen Wochen ihre Anschläge verstärkt. Russland sprach sich am Mittwoch dafür aus, trotz der Vorbehalte wegen der angespannten Sicherheitslage die Wahlen wie geplant abzuhalten.

Zu dem schwersten Anschlag kam es nahe einer Polizeiwache und eines Krankenhauses im Osten Bagdads, wo Attentäter eine Autobombe zündeten. Nach Angaben der US-Armee starben dort 18 Menschen, darunter fünf Polizisten. Eine halbe Stunde vorher waren Extremisten mit einem mit Sprengstoff beladenem Lastwagen in die Sicherungsbarrieren der australischen Botschaft gerast. Zwei Iraker wurden getötet. Mehrere Menschen, darunter zwei australische Soldaten wurden verletzt. Nach Angaben des US-Militärs riss am Flughafen eine Autobombe zwei irakische Sicherheitskräfte in den Tod. Bei einem weiterem Anschlag auf eine Militäranlage seien zwei Zivilisten und zwei irakische Soldaten umgekommen.

Im Internet bekannte sich Al-Sarkauis Gruppe „Al-Kaida-Organisation für den Heiligen Krieg im Irak“ zu vier Anschlägen, darunter zu dem auf die australische Botschaft. „Wir versprechen euch, Agenten der Juden und der Christen, dass wir eine Menge weiterer Anschläge auf euch vorbereitet haben“, hieß es. Al-Sarkauis Gruppe hat viele der schwersten Anschläge im Irak verübt und sich zu der Entführung und Ermordung von Ausländern bekannt.

Der australische Botschafter Howard Brown sagte, der Anschlag mit dem Lastwagen auf die Botschaft sei nahe der Unterkunft von Diplomaten und dem Sicherheitspersonal verübt worden. „Es war eine schwere Explosion“, fügte er hinzu. Australien ist ein Verbündeter der USA im Irak und hat rund 850 Soldaten in dem Land stationiert.

Am Dienstag hatte die irakische Übergangsregierung eine Reihe von Sicherheitsmaßnahmen für den Schutz der Wahlen angekündigt. So sollen die Grenzen für drei Tage geschlossen und ein Fahrverbot in der Nähe der Wahllokale ausgesprochen werden. Der irakische Ministerpräsident Ijad Allaui und die USA haben erklärt, die Wahlen müssten wie geplant abgehalten werden, da jede Verschiebung ein Nachgeben vor Extremisten bedeuten würde.

Der russische Außenminister Sergej Lawrow sagte am Mittwoch in Moskau, die Bedingungen für die Wahlen seien zwar alles andere als normal. „Die Wahlen müssen jedoch abgehalten werden, um den Prozess zur Wiederherstellung der Souveränität des Volkes so schnell wie möglich in Gang zu setzen.“ Russland war ein entschiedener Gegner des Irak-Kriegs. Es akzeptierte jedoch später die von den USA eingesetzte Übergangsregierung und die Wahlpläne.

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