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16.08.2014

11:57 Uhr

Mindestens 80 Tote

IS richtet Massaker im Nordirak an

Weil sie nicht zum Islam übertreten wollten, töteten IS-Extremisten mindestens 80 Männer aus einem Dorf im Nordirak. Einige Quellen, darunter ein geflohener Augenzeuge, berichten von noch größeren Ausmaßen der Gewalt.

Ein Augenzeuge berichtet, IS-Kämpfer haben sämtliche Gefangene aus der jesidischen Sindschar-Region verschleppt und getötet. dpa

Ein Augenzeuge berichtet, IS-Kämpfer haben sämtliche Gefangene aus der jesidischen Sindschar-Region verschleppt und getötet.

Erbil/BagdadKämpfer der Dschihadistengruppe Islamischer Staat (IS) haben nach Angaben von Behörden und Augenzeugen im Nordirak dutzende Jesiden hingerichtet. Der Regierungsvertreter Hoschjar Sebari sagte der Nachrichtenagentur AFP am Samstag, ein „Konvoi von bewaffneten IS-Kämpfern“ habe das Dorf Kotscho gestürmt und ein „Massaker“ angerichtet. Er berief sich auf Geheimdienstinformationen sowie auf Angaben aus der Region. Es habe „rund 80 Tote“ bei dem Vorfall am Freitag gegeben, die meisten von ihnen Jesiden, sagte Sebari.

Die kurdische Nachrichtenseite Rudaw meldete über Twitter, die Opfer seien erschossen worden, weil sie nicht zum Islam übertreten wollten. Frauen und Kinder seien in den Ort Tel Afar verschleppt worden. Demnach lebten in Tel Kudscho rund 180 Familien. Der Jesiden-Kämpfer Mohsen Tawwal sagte der Nachrichtenagentur AFP am Telefon, in dem Dorf lägen zahlreiche Leichen.

Der Zentralrat der Jesiden in Deutschland spricht sogar von Hunderten getöteten Jesiden. Ein geflohener Augenzeuge habe berichtet, IS-Kämpfer hätten sämtliche Gefangenen aus der Sindschar-Region nach Tel Kudscho gebracht und getötet, sagte ein Sprecher des Zentralrats der Nachrichtenagentur dpa.

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Diesen Angaben zufolge hatten die Extremisten den Ort zunächst neun Tage belagert und dann eingenommen. Anschließend hätten sie den Bewohnern ein Ultimatum gestellt, zum Islam überzutreten, sagte der Zentralratssprecher. Dieses sei mehrfach verlängert worden.

Schon zuvor hatten Medien über das „Massaker“ an den Vertretern der Jesiden-Minderheit berichtet. Die Jesiden sollen von den Kämpfern vor die Wahl gestellt worden sein, zu konvertieren oder getötet zu werden. Im Nordirak sind derzeit zehntausende Menschen wegen der Offensive der Dschihadisten auf der Flucht.

Kommentare (3)

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Herr Teito Klein

15.08.2014, 18:56 Uhr

Die "Friedensengel" der IS
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Weil sie nicht zum Islam übertreten wollten, töteten IS-Extremisten mindestens 80 Männer aus einem Dorf im Nordirak.

Sie gaben ihnen "Frieden", ewigen "Frieden".
Damit unterscheiden sich die Terroristen des IS nicht von denen der Boko Haram, der Taliban und der Hamas.

Diese marodierende Mörderbande muss mit Stumpf und Stiel ausgerottet werden. Und da ist jedes Mittel recht!

Frau Elisabeth Krail

15.08.2014, 19:37 Uhr

Der Westen bringt diesen religiösen Wahnsinn nicht zum Erliegen, wenn dieser sich durch solch schreckliche Ereignisse nicht selbst zur Auslöschung bringt. Eine entsetzlich traurige Wahrheit. Ideologien, auch religiös verbrämte - und das gilt für alle Religionen - fixieren die Menschen auf falsche Wahrheiten, aus denen sie Rechte ableiten, die ihnen nie und nimmer zustehen. Das "Auserwählten-Prinzip" steckt in jeder Religion. Es lässt die Menschen glauben, sie hätten das Recht, andersgläubige oder dem engen Moralkorsett entflohene Menschen als minderwertig anzusehen und sie deshalb töten zu können.
Wenn der Westen sich einmischt, macht er nichts anderes als die bereits aktiven religiösen Mörderbanden. Er mordet mit und löst gar nichts. Dafür verdienen ein paar Wenige an den Rüstungsausgaben, während die angeblich helfenden Nationen immer mehr in der Verschuldung versumpfen. Am Ende gibt es nichts als Chaos und Verelendung auf allen Seiten.

Herr Eric Boule

18.08.2014, 19:30 Uhr

Die Westwelt erntet die Fruechte ihrer Syrienpolitik
Fuer den Syrienkrieg wurden viele Aufstaendische vom Westen trainiert,bewaffnet,finanziert,unterstuetzt mit Sanktionen gegen das legitime SyrienAssadRegime,mit Patriotraketen i/d Tuerkei beschuetzt.Jetzt hat die Gruppe ISIS die Ueberhand bekommen,nachdem viele Aufstaendische anderer Gruppen+europaeische Freiwillige ihr zugeflossen waren.Jetzt wird Terror verbreitet ueber mehrere NahOstLaender.Der Syrienplan in USA entworfen,ueber Nato an die EU-NatoMinister verordnet,kostet der EU viele Milliarden von Euros,bringt umheimlich viel Leid+Menschenrechtsverletzungen in den betroffenen Laendern.Der EU-NobelFriedenspreis sollte zurueckgefordert werden+die EU-NatoMinister sofort entlassen.Nato in eine EU-Organisation veraendert,ohne Agressors wie USA

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