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05.10.2013

03:06 Uhr

Mindestens vier Tote

Schwere Ausschreitungen in Ägypten

Drei Tage soll eine neue Protestwelle der Muslimbrüder dauern. Schon nach wenigen Stunden gibt es Tote. EU-Außenbeauftragte Ashton mahnte die Ägypter zuvor noch zum Dialog.

Weiterhin demonstrieren Anhänger des abgesetzten Präsidenten Mursi in Kairos Straßen. dpa

Weiterhin demonstrieren Anhänger des abgesetzten Präsidenten Mursi in Kairos Straßen.

Istanbul/KairoKairoDie Gewalt zwischen Muslimbrüdern und ihren Gegnern in Ägypten geht weiter. Bei heftigen Zusammenstößen wurden am Freitag vier Menschen getötet, wie das Nachrichtenportal „Al-Ahram“ berichtete. Zahlreiche Menschen seien verletzt worden. Tausende Islamisten waren am Nachmittag in mehreren Städten auf die Straßen geströmt, um gegen die Entmachtung von Präsident Mohammed Mursi und die andauernden Repressionen gegen die Muslimbruderschaft zu protestieren. Die Sicherheitskräfte gingen mit Tränengas gegen die Demonstranten vor. Die Proteste sollen noch bis Sonntag andauern.

In Kairo gab es am Freitag nach Angaben aus Sicherheitskreisen und von Augenzeugen gleich in mehreren Stadtteilen Zusammenstöße zwischen Islamisten und der Polizei. Im Zentrum der Hauptstadt setzten Sicherheitskräfte Tränengas ein, als Demonstranten versuchten, auf den Tahrir-Platz zu gelangen. Die Straßen zum Präsidentenpalast und zum Verteidigungsministerium wurden nach Angaben von ägyptischen Staatsmedien ebenfalls von Sicherheitskräften abgeriegelt.

In Alexandria gingen Hunderte Anhänger der Muslimbruderschaft und ihre Gegner aufeinander los. Auch hier setzte die Polizei Tränengas ein, ebenso wie in der Industriestadt Al-Mahalla. In Suez kam es zu weiteren Krawallen.

Das Militär hat Anfang Juli nach Massenprotesten Mursi und seine Regierung abgesetzt. Seither gibt es Unruhen. Hunderte Muslimbrüder wurden inhaftiert. Die Islamistenorganisation ist inzwischen verboten.

Fragen und Antworten zur Reise nach Ägypten

Was sagt das Auswärtige Amt?

Das Auswärtige Amt in Berlin hat seinen Sicherheitshinweis für Ägypten entschärft. Es rät seit Ende September nicht mehr grundsätzlich von Reisen dorthin ab. Touristen sollten aber im ganzen Land – ausdrücklich auch in den Badeorten am Roten Meer – besonders vorsichtig sein, rät das Ministerium.

Von Reisen nach Kairo, in die Touristenzentren in Oberägypten (Luxor, Assuan, Nil-Kreuzfahrten) und in das Nildelta wird abgeraten. Auch in die anderen Gebiete wie die Touristen-Hochburgen am Roten Meer sollten Deutsche derzeit aber nicht fahren. Demonstrationen und Menschenansammlungen, insbesondere vor religiösen Stätten sollten unbedingt gemieden werden.

Das Auswärtige Amt rät außerdem von Reisen in entlegene Gebiete der Sahara eindringlich ab. Dies gilt insbesondere für die Grenzregionen zu Libyen und zum Sudan.

Kann ich meine Reise jetzt kostenlos stornieren?

Da unterscheiden sich die Meinungen. Zahlreiche Reiseveranstalter akzeptieren kostenlose Stornierungen nur bei einer offiziellen Reisewarnung des Auswärtigen Amtes, wie sie für den Nordsinai und das Grenzgebiet zu Israel gilt. Der Reiserechtler Paul Degott sagt aber, eine Kündigung sei immer in einer Situation höherer Gewalt möglich, wenn diese die Reise konkret betreffe und so zum Beispiel „der planmäßige Erholungsurlaub nicht mehr möglich ist“. Dies sei in Ägypten mittlerweile der Fall. Die Anbieter müssten bei Stornierung also den gesamten Reisepreis zurückzahlen. Bei vorzeitiger Abreise müsse vom Verbraucher nur der erbrachte Teil der Reise und die Rückreise bezahlt werden.

Wie reagieren die Anbieter in der aktuellen Situation?

Zahlreiche Anbieter haben ihre Reisen für die kommenden Wochen komplett abgesagt. Andere bieten ihren Kunden kostenlose Umbuchungen, wollen aber keine Stornierungen akzeptieren. Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen weist darauf hin, dass Verbraucher eine Umbuchung durch ihren Reiseveranstalter nicht akzeptieren müssen.

Was sollten Touristen tun, die schon vor Ort sind?

Das Auswärtige Amt hält die Lage in den Touristenorten am Roten Meer noch für „ruhig“. Nach Angaben von TUI und Thomas Cook können Urlauber, die bereits in Ägypten sind, ihre Reise fortsetzen. Sie sollten sich lediglich an die Vorgaben der örtlichen Reiseleitungen halten und wie gebucht zurückfliegen. In Hurghada ist das Auswärtige Amt bereits durch einen Honorarkonsul vertreten, auch in andere Reiseorte soll Botschaftspersonal entsandt werden, das für Fragen zur Verfügung steht.

Hilft mir eine Reiserücktritt-Versicherung?

Selbst wer eine Reiserücktritt-Versicherung abgeschlossen hat, ist bei Streit mit dem Reiseveranstalter nicht auf der sicheren Seite. Die Police schließt Ereignisse höherer Gewalt wie Anschläge oder Naturkatastrophen regelmäßig aus. Sie deckt nur persönliche Risiken ab, etwa eine schwere Krankheit oder der Tod eines Angehörigen vor Reiseantritt. Sollte der Anbieter eine kostenlose Stornierung verweigern und wollen Verbraucher dagegen vorgehen, wären sie also auf eine Rechtsschutz-Versicherung angewiesen.

Zuvor hatte sich die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton bei einem zweitägigen Besuch in Ägypten für eine rasche Demokratisierung eingesetzt - unter Einbindung der Muslimbruderschaft. Es gehe darum, alle mit einzubeziehen und einen Dialog zu führen, sagte sie in Kairo. Vertreter der Tamarud-Bewegung, die mit ihren Massenprotesten das Ende der Ära Mursi eingeläutet hatte, kritisierten sie daraufhin scharf und warfen ihr nach Angaben des Nachrichtenportals „Al-Ahram“ vor, „den Terror“ zu beschützen. Die Chefdiplomatin war bereits zum dritten Mal seit dem Machtwechsel nach Ägypten gereist.

Von

dpa

Kommentare (3)

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Denkste

04.10.2013, 21:15 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

Nachwuchs

05.10.2013, 09:52 Uhr

Wieder bekämpfen sich friedliche Islamgläubige. Genau diesen Zustand wollen unsere Politiker auch in Deutschland als Kulturbereicherung. Keiner soll mehr mit seinen Nachbar in Freden leben können. Deshalb ist fast überall, wo der Islam ist, auch Bürgerkrieg. Gesetze werden nicht mehr eingehalten, wie unsere "Flüchtlinge" täglich bei uns mit Hilfe unserer Politiker beweisen. Warum werden die "armen" Flüchtlinge nicht sofort nach Afrika gebracht statt nach Italien??

Account gelöscht!

05.10.2013, 13:03 Uhr

"Wieder bekämpfen sich friedliche Islamgläubige."

Na, der ist gut.
Wer ist denn friedlich wenn sich "bekämpft" wird.

Hoffentlich schafft es wenigstens Ägypten sich von diesen Religionsstaatspredigern a la Kreuzzüge im Mittelalter zu "befreien".

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