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07.03.2006

17:12 Uhr

Mindestens zwölf Tote

Doppelanschlag in heiliger Stadt schockiert Indien

Anschlag in Indien: Drei schwere Explosionen haben am Dienstag den Wallfahrtsort Benares erschüttert und mindestens zwölf Menschen das Leben gekostet. Wer hinter der Tat steckt, war zunächst unklar.

HB BENARES. Im Bahnhof und in einem Hindu-Tempel der heiligen Stadt explodierten offenbar Sprengsätze, mindestens 40 Menschen wurden nach Angaben der Stadtverwaltung verletzt. Der Regierungschef des Unionsstaates Uttar Pradesh, Mulayam Singh Yadav, erklärte, die Verantwortlichen würden hart bestraft werden.

Wer die Bomben gelegt haben könnte, war zunächst unklar. In der nahe gelegenen Stadt Lucknow war es jedoch wenige Tage vor den Anschlägen zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Hindus und Muslimen gekommen, und in Goa hatten militante Hindus mehrere muslimische Geschäfte angegriffen und geplündert.

Der indische Ministerpräsident Manmohan Singh mahnte die Bevölkerung am Dienstag, Ruhe zu bewahren. Die Regierung fürchtete offenbar eine Wiederholung der schweren religiösen Unruhen im Jahr 2002, die im Laufe von drei Monaten über 1.000 Menschen das Leben kostete. Ausgelöst wurden die Auseinandersetzungen damals durch das Gerücht, ein Brand in einem Zug, bei dem 60 hinduistische Pilger ums Leben kamen, sei von Muslimen gelegt worden.

Die Explosionen am Dienstag ereigneten sich nahezu zeitgleich in einem Zug, der gerade im Bahnhof von Benares hielt, in der Schalterhalle und ihm Hindu-Tempel Sankat Mocham. Im Bahnhof habe es zehn Tote gegeben und in dem Tempel zwei, sagte Kamlesh Pathak von der Stadtverwaltung. Mindestens 40 Menschen seien verletzt worden, 22 davon schwer.

Indische Fernsehsender strahlten Bilder des halbzerstörten Tempels aus, dessen blutiger Boden mit Trümmern und abgerissenen Körperteilen übersät war. Zum Zeitpunkt der Explosion war das Gebäude nach Angaben eines Polizeisprechers voll mit Gläubigen, die dem Affengott Hanuman opfern wollten.

Benares ist eine der heiligsten Stätten des Hinduismus und ein berühmter Wallfahrtsort. Die Stadt liegt 700 Kilometer östlich von Neu-Delhi.

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