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04.09.2014

21:57 Uhr

Mindestlohn in Fast Food-Ketten

Burgerstreik lähmt den Times Square

Mit Broadway-Beleuchtung lockt McDonald's am New Yorker Times Square die Kundschaft. Doch am Donnerstag blockierten Fast Food-Mitarbeiter den Eingang. Sie fordern höheren Mindestlohn - und bekamen Ärger mit der Polizei.

Demonstration vor einer McDonald's-Filiale am Times Square in New York: Die Polizei ging gegen die Fast Food-Mitarbeiter wegen Verkehrsbehinderung vor. ap

Demonstration vor einer McDonald's-Filiale am Times Square in New York: Die Polizei ging gegen die Fast Food-Mitarbeiter wegen Verkehrsbehinderung vor.

New YorkMitarbeiter von Fastfood-Ketten in den USA haben am Donnerstag erneut mit Streiks im ganzen Land für höhere Löhne demonstriert. Neben einer besseren Bezahlung fordern sie auch das Recht, sich in Gewerkschaften zusammenzuschließen.

In den Vereinigten Staaten bekommen die meisten Beschäftigten in der Branche derzeit den Mindestlohn von 7,25 Dollar (5,50 Euro) pro Stunde. Sie verlangen mindestens 15 Dollar (etwa 11,40 Euro).

In New York nahm die Polizei 19 Streikende vorübergehend fest, die vor einem McDonald's am Times Square eine Sitzblockade starteten. Die Demonstranten hätten den Verkehr behindert, sagte ein Polizeisprecher. Insgesamt versammelten sich hunderte unzufriedene Fastfood-Angestellte auf dem berühmten Platz mitten in Manhattan. Auch in Las Vegas und Detroit wurden Demonstranten in Handschellen gelegt, weil sie Straßen nicht verließen.

Die Organisatoren, unter ihnen mehrere Gewerkschaften, hatten für den Donnerstag Proteste im ganzen Land angekündigt und die Teilnehmer zu gewaltlosem zivilen Ungehorsam aufgefordert. Nach Angaben der Organisatoren waren Angestellte von McDonald's, Burger King und anderen Schnellrestaurants in rund 150 Städten zu Arbeitsniederlegungen aufgerufen, darunter Chicago, Detroit, Miami, Denver und Los Angeles.

Die wertvollsten Fast-Food-Marken

Methodik

Einmal jährlich berechnet das US-Marktforschungsinstitut Millward Brown den Markenwert der wertvollsten Fast-Food-Ketten der Welt. Handelsblatt Online zeigt, welche Marken besonders gut abschneiden. (Stand: Mai 2013)

Platz 10

Taco Bell - Markenwert: 1,99 Milliarden Dollar

Die berühmte Burrito-Kette verkauft ihre mexikanischen Spezialitäten vor allem in den USA. Zwei Millionen Kunden und 5800 Filialen machen die Möchtegern-Mexikaner zu dem Umsatztreibern des Fast-Food-Riesens Yum!-Brands.

Platz 9

Burger King - Markenwert: 2,44 Milliarden Dollar

Was die Größe betrifft sind die Erfinder des Whoppers der größte McDonalds-Konkurrent. Beim Markenwert spielt die Burgerkette trotz 12.700 Filialen in 73 Ländern weltweit aber in einer anderen Liga.

Platz 8

Panera - Markenwert: 3,03 Milliarden Dollar

Die Backshop-Kette ist neu in den Top 10. Dort gibt es Brötchen, aber auch kleine Speisen wie Suppen. Die Kette hat mehr als 1700 Filialen in den USA und Kanada.

Platz 7

Tim Hortons - Markenwert: 3,38 Milliarden Dollar

Durch rasantes Wachstum hat die kanadische Kette in ihrem Heimatland sogar McDonald's überholt. In den 3300 Filialen werden besonders Kaffee und Donuts verkauft.

Platz 6

Chipotle - Markenwert: 4,97 Milliarden Dollar

Burritos und Tacos sind die Klassiker bei der US-Kette, die mexikanisches Essen serviert. Das Unternehmen wurde vor 20 Jahren gegründet und gehörte zwischendurch ein paar Jahre zu McDonald's.

Platz 5

Pizza Hut - Markenwert: 6,01 Milliarden Dollar

Die 12.000 Filialen der weltgrößten Pizzakette gehören ebenfalls zum Yum!-Imperium. Statt mit der klassischen italienischen Pizza feiert die Kette vor allem mit Pan-Pizzen Erfolge, die in der Pfanne serviert werden.

Platz 4

Kentucky Fried Chicken (KFC) - Markenwert: 9,95 Milliarden Dollar

Noch heute lächelt KFC-Gründer Colonel Harland Sanders von jedem Eimer mit Hähnchenflügeln, der über die Ladentheke geht. Die Kette, die ebenfalls zu Yum! gehört, steht seit mehreren Jahren in der Kritik von Tierschützern.

Platz 3

Subway - Markenwert: 16,69 Milliarden Dollar

Während Subway in den USA als beliebter Franchisepartner gilt, gingen der Sandwich-Kette in Deutschland reihenweise die Franchisenehmer von der Stange. Im Markenwert werden die US-Brötchengeber aber nur von zwei Konzernen geschlagen.

Platz 2

Starbucks - Markenwert: 17,89 Milliarden Dollar

Die Zeit des rasanten Wachstums ist vorbei. Die US-Kaffeekette wächst, aber die Wirtschaftskrise hinterlässt ihre Spuren in der Bilanz. Im Markenwert ist trotzdem keine Kaffeekette besser – und Starbucks hat im Vorjahresvergleich stark zugelegt.

Platz 1

McDonald's - Markenwert: 90,26 Milliarden Dollar

Das goldene M, Heimat von Big Mac und Chicken McNuggets, ist beim Markenwert einsam an der Spitze. Mit 34.000 Filialen in 118 Ländern gibt es kaum einen Winkel der Welt, in dem der Fast-Food-Riese nicht aktiv ist.

Seit Ende 2012 suchten Mindestlohn-Aktivisten in den USA immer wieder neue Ansätze, um den Zulauf und die mediale Aufmerksamkeit zu erhöhen. Ende 2012 waren erstmals Fastfood-Angestellte in New York auf die Straße gegangen, um gegen die Arbeitsverhältnisse zu protestieren. Später weiteten sich die Proteste auf mehr als hundert Städte in den USA aus. Im Mai hatte die Internationale Gewerkschaft für Nahrung, Landwirtschaft, Hotel, Gaststätten, Catering und Tabak (IUF) aus Solidarität mit den US-Angestellten einen weltweiten Protesttag organisiert.

Einer Studie des Economic Policy Instituts zufolge leben fast 17 Prozent der Beschäftigten in der US-Gastronomie unterhalb der Armutsgrenze.

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