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25.10.2015

21:55 Uhr

Ministerpräsident

Serbien „wird keinen Zaun bauen“

Auch wenn Kroatien und Slowenien einen Zaun wie Ungarn bauen, wird Serbien laut seines Ministerpräsidenten Vucic seine Grenze offen lassen – solange Länder wie Deutschland und Österreich weiter Flüchtlinge aufnehmen.

Serbiens Premierminister Aleksandar Vucic: „Wir haben auch kein Tränengas und Knüppel benutzt.“ ap

Flüchtlingsdebatte

Serbiens Premierminister Aleksandar Vucic: „Wir haben auch kein Tränengas und Knüppel benutzt.“

Serbien wird nach Angaben von Ministerpräsident Aleksandar Vucic auch dann nicht seine Grenzen für Flüchtlinge schließen, wenn nach Ungarn auch die EU-Staaten Kroatien und Slowenien einen Zaun bauen sollten. Am Rande des Sondertreffens einiger europäischer Staaten zur Balkan-Flüchtlingsroute sagte Vucic am Sonntag: "Serbien wird keinen Zaun bauen." Mit Blick auf die EU-Staaten Ungarn und Kroatien fügte er hinzu: "Wir haben auch kein Tränengas und Knüppel benutzt." Solange Länder wie Deutschland und Österreich Flüchtlinge weiter aufnehmen würden, werde Serbien die Migranten durchleiten.

Er widersprach damit ausdrücklich dem ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orban, der vor dem Treffen ein Ende der Politik der offenen Grenzen gefordert hatte. "Auch wenn wir alle Zäune bauen würden, Tausende von Kilometern, wird das nichts bringen", sagte Vucic. Die Zäune führten nur dazu, dass ein oder zwei Länder den Zustrom um sich herum leiten könnten. Die Menschen verdienten anständig behandelt zu werden. Das werde Serbien tun.

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Ein Gipfel in Brüssel soll die Flüchtlingskrise lösen. Die Frage ist, ob Europa Antworten präsentiert, bevor die Flüchtlinge Europas Gemeinschaft sprengen. Dazu müssen wir lernen, die Realität zu akzeptieren.

Serbien ist Teil der Balkanroute und Transitstaat - die Flüchtlinge bleiben deshalb jeweils auch nur kurze Zeit im Land. Anders als die EU-Staaten Ungarn und Kroatien wird das Land etwa von der Bundesregierung, aber auch vom UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR dafür gelobt, für eine angemessene Versorgung der Flüchtlinge zu sorgen. Das Land ist EU-Beitrittskandidat.

Die zehn EU-Staaten und drei Nicht-EU-Staaten wollten sich in Brüssel bei ihrem Treffen darauf verständigen, das Chaos auf der Balkanroute zu beenden und sich besser beim Transit und der Registrierung abzusprechen. Der Präsident des Europäischen Parlaments sprach nach der Arbeitssitzung von sehr heftigen Debatten.

Von

rtr

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