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26.11.2014

19:53 Uhr

Misstrauen gegenüber Kreml

Litauen erwägt Waffenlieferungen an die Ukraine

Die baltischen Staaten fühlen sich durch das Vorgehen Russlands bedroht. Nun verschärft Litauen sein Auftreten gegenüber dem Kreml. Das Land denk auch über eine Waffenlieferung an die Ukraine nach.

Anfang der Woche hatte die litauische Präsidentin Dali Grybauskaite bei einem Besuch in Kiew Lieferungen von Rüstungsgütern zugesagt. dpa

Anfang der Woche hatte die litauische Präsidentin Dali Grybauskaite bei einem Besuch in Kiew Lieferungen von Rüstungsgütern zugesagt.

VilniusLitauen könnte im Rahmen seiner militärischen Hilfe für die Ukraine auch Waffen liefern. „Alles sollte auf den Tisch“, sagte der litauische Verteidigungsminister Juozas Olekas der Nachrichtenagentur Reuters am Mittwoch auf die Frage, ob das baltische Land der Ukraine im Kampf gegen die prorussischen Separatisten auch Waffen liefern könnte. Die Ukraine werde prüfen, was sie brauche. Litauen wiederum werde prüfen, was es liefern könne. „Und dann werden wir entscheiden, was wir tun können und wie wir helfen können.“

Anfang der Woche hatte die litauische Präsidentin Dali Grybauskaite bei einem Besuch in Kiew Lieferungen von Rüstungsgütern zugesagt. Dabei blieb allerdings offen, ob Litauen nur Ausrüstungsgüter liefern wird, die keine tödliche Wirkung haben, oder auch Waffen dazu gehören.

Mit seinen Aussagen verschärft Olekas das Auftreten seines Landes gegenüber Russland. Die baltischen Staaten, die nach dem Zerfall der Sowjetunion unabhängig wurden und inzwischen der Nato angehören, fühlen sich durch das Vorgehen Russlands in der Ukraine-Krise bedroht. Die ukrainischen Streitkräfte kämpfen im Osten des Landes gegen prorussische Rebellen, die dort Volksrepubliken ausgerufen haben. Ungeachtet einer im September vereinbarten Waffenruhe dauern die Kämpfe an.

Putin spricht...

über Krieg und Frieden

„Russland hat keine Absicht, Krieg gegen das ukrainische Volk zu führen.“
am 4.3. in einer Pressekonferenz

„Wenn ich will, kann ich in zwei Wochen Kiew einnehmen.“
am 01.09. in einem Telefonat mit EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso, das dieser öffentlich machte. Die russische Seite erklärte im Anschluss, das Zitat sei aus dem Zusammenhang gerissen worden.

über Rüstung

„Die Militarisierung des Weltraums und die US-Stützpunkte in Europa und Alaska, direkt an unserer Grenze, nötigen uns zu einer Reaktion.“
am 10.09. in einer Pressekonferenz

über die Zukunft der Ostukraine

„Russland behält sich das Recht vor, alle vorhandenen Mittel zu nutzen, sollte es in östlichen Regionen der Ukraine zu Willkür kommen.“
am 4. 3. in einer Pressekonferenz

„Diese Gebiete (im Süden und Osten der Ukraine) waren als Neurussland historisch ein Teil des Russischen Reiches. Erst in den 1920er Jahren wurden die Territorien von den Bolschewiken der Ukraine gegeben. Gott weiß warum.“
am 17. 4. im russischen Staatsfernsehen

„Es müssen umgehend substanzielle inhaltliche Verhandlungen anfangen - nicht zu technischen Fragen, sondern zu Fragen der politischen Organisation der Gesellschaft und der Staatlichkeit im Südosten der Ukraine.“
am 31. 8. vor dem Treffen der Ukraine-Kontaktgruppe

über die Führung der Ukraine

„In der Ukraine gibt es bislang keine legitime Macht, mehrere Staatsorgane werden von radikalen Elementen kontrolliert.“
am 18. 3. in der Rede an die Nation

„Sind sie da jetzt völlig verrückt geworden? Panzer, Schützenpanzerwagen und Kanonen! (...) Sind sie total bekloppt? Mehrfachraketenwerfer, Kampfjets im Tiefflug! (...) Sind sie dort jetzt völlig bescheuert geworden, oder was?
am 17. 4. im russischen Staatsfernsehen

über den Westen

„In der Ukraine überschritten die westlichen Partner die rote Linie, verhielten sich grob, verantwortungslos und unprofessionell.“
am 18.3. in der Rede an die Nation

„Die Vereinigten Staaten dürfen in Jugoslawien, Irak, Afghanistan und Libyen agieren, aber Russland soll es verwehrt sein, seine Interessen zu verteidigen.“
am 18.3. in der Rede an die Nation

über Russen im Ausland

„Nach dem Zerfall der Sowjetunion wurden die Russen zu einem der größten geteilten Völker der Welt. Millionen von Menschen gingen in einem Land ins Bett und erwachten in einem ganz anderen und wurden zur nationalen Minderheit.“
am 18.3. in der Rede an die Nation

„Ich glaube daran, dass die Europäer, vor allem aber die Deutschen, mich verstehen werden (...). Unser Land hatte das starke Bestreben der Deutschen nach Wiedervereinigung unterstützt. Ich bin sicher, dass sie das nicht vergessen haben und rechne damit, dass Bürger Deutschlands das Bestreben der russischen Welt, ihre Einheit wiederherzustellen, (...) ebenfalls unterstützen werden.“
am 18.3. in der Rede an die Nation

Der Westen wirft Russland schon länger vor, die Separatisten mit Waffen und Soldaten zu unterstützen, was Moskau zurückweist. Erst am Dienstag sagte ein Sprecher des Außenministeriums in Kiew, Russland habe erneut Armeekonvois zu den Separatisten geschickt. Nato-Oberkommandeur Philip Breedlove zufolge sind russische Truppen das Rückgrat der Rebellen. Sie bildeten die Separatisten aus und statteten sie aus, sagte er nach einem Treffen mit dem ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko am Mittwoch. Die USA seien auch über die Militarisierung der Krim besorgt, sagte der amerikanische General.

Die Nato-Führungsmacht USA versorgt die Ukraine bereits mit Rüstungsgütern, die keine tödliche Wirkung haben. Auf die Frage, ob die USA ihre Politik diesbezüglich ändern könnte, sagte Breedlove: „Derzeit ist nichts vom Tisch.“

Von

rtr

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