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07.11.2012

13:26 Uhr

Mit Chicken-Wings und Maiskolben

Obamas deutsche Fans feiern den Wahlsieg

Eine Wahl in Deutschland wäre ein Heimspiel für Obama. Die Wahlpartys in Berlin, Frankfurt und München liefern den Beweis. Doch eine „Obamania“ will sich nicht mehr einstellen.

Obama ist in Deutschland wesentlich populärer als Mitt Romney. Reuters

Obama ist in Deutschland wesentlich populärer als Mitt Romney.

Berlin/FrankfurtSo lange hätte Barack Obama hierzulande nicht zittern müssen: Deutschland bleibt Obama-Land. Auf den rot-weiß-blauen Wahlpartys bricht frenetischer Jubel aus, als die Wiederwahl des US-Präsidenten um viertel nach Fünf endlich feststeht. Die meisten Auslands-Amerikaner sind eben durch und durch Demokraten.

Dennis Phillips ballt die Faust. „That's it!“, jubelt er und fällt seinen ebenfalls aufgesprungenen Sitznachbarn in die Arme. Das T-Shirt mit Obama-Porträt trägt der 69-Jährige mit stolzgeschwellter Brust. Obama hat gesiegt - und löst auch im fernen Deutschland unbändige Freude unter seinen Anhängern aus.

Dennis Phillips hat den Wahlkrimi im Frankfurter English Theatre auf einer Großbildleinwand verfolgt. Der amerikanische Generalkonsul hatte eingeladen, mehrere hundert Besucher sind gekommen. Wer die strenge Sicherheitskontrolle am Eingang überstanden hat, kann sich mit Kaffee und Brownies durch die lange Wahlnacht kämpfen.

Natürlich sind vor allem Fans des ersten schwarzen US-Präsidenten zur „Election Party“ gekommen. Als Vorsitzender der „Democrats Abroad“, der Auslandssektion der US-Demokraten in Frankfurt, hat Philipps einen kleinen Anteil am Erfolg: Tausende Wähler haben die beiden amerikanischen Parteien in Deutschland in den vergangenen Monaten abgeklappert. Adressen und Telefonnummern haben sie recherchiert, Anrufe, Besuche, Info-Veranstaltungen gemacht.

Zwischen Flaggen, blauen und roten Luftballons und Girlanden wird jede Obama-freundliche Prognose frenetisch gefeiert. Der Republikaner Thomas Leiser rutscht immer tiefer in seinen roten Theatersitz. Er sucht das Positive in der Niederlage: „Obama hat ein klares Signal von den Wählern bekommen, dass sie unzufrieden mit seiner Wirtschaftspolitik sind. Da wird er jetzt etwas ändern müssen.“

Chicken-Wings und Maiskolben, Hot Dogs und Country-Musik, rote und blaue Luftballons, nur das Bier ist bayerisch: Mehrere hundert Amerikaner und Deutsche feiern im Münchner Amerika-Haus. Zwei als Freiheitsstatue und Uncle Sam verkleidete Stelzengänger begrüßen die Gäste, Besucher posieren mit lebensgroßen Papp-Figuren der beiden Kandidaten für Erinnerungsfotos. Nur einem fliegen die Herzen zu.

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