Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

18.08.2014

20:35 Uhr

Mit Hilfe der USA

Kurden und Armee im Irak greifen Rebellen an

Kurdische Peschmerga-Milizen haben den von den Extremisten gehaltenen Mossul-Staudamm im Nordirak vollständig zurückerobert. Das Bauwerk ist die größte Talsperre des Landes. Nun soll auch die Stadt selbst befreit werden.

Kampf gegen IS-Miliz

Eliteeinheiten erobern Mossul-Staudamm zurück

Kampf gegen IS-Miliz: Eliteeinheiten erobern Mossul-Staudamm zurück

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

BagdadUnterstützt von der US-Luftwaffe gehen im Nordirak Kurden und Regierungstruppen nach wochenlangen Abwehrkämpfen zum Angriff auf die radikal-islamischen Rebellen über. Peschmerga-Milizen und irakische Spezialeinheiten hätten Kämpfer des Islamischen Staates (IS) vom strategisch wichtigen Mossul-Staudamm vertrieben, berichtete das staatliche Fernsehen am Montag.

Das nächste Ziel sei die Befreiung der Millionenstadt Mossul selbst, kündigte ein Sprecher der Antiterror-Einheiten in Bagdad an. Das US-Verteidigungsministerium teilte mit, die Luftwaffe habe Stellungen der Rebellen in der Nähe des Staudammes angegriffen und zum Teil zerstört.

Fortschritte zeichneten sich bei der Bündelung der Kräfte gegen den Islamischen Staat ab. Die Kurden kündigten an, sie würde sich an der Bildung einer neuen Regierung des Landes beteiligen. Zwar widersprach eine dem Islamischen Staat nahestehende Medien-Organisation per Twitter der Darstellung, die Rebellen hätten die Kontrolle über den Mossul-Staudamm verloren.

Die Kurden im Irakkonflikt

Wie viele Kurden gibt es im Irak?

Von den fast 33 Millionen Einwohnern des Iraks sind rund 15 bis 20 Prozent Kurden. Sie stellen neben den arabischen Schiiten und Sunniten die dritte große Volksgruppe im Land. Die meisten Kurden leben im Norden des Landes, wo sie in ihrer Autonomieregion große Unabhängigkeit genießen. Dort haben sie ein eigenes Parlament und eine eigene Regierung.

Wie ist die Lage in den kurdischen Gebieten?

Während die Sicherheitslage im restlichen Teil des Iraks seit Jahren äußerst schwierig ist, galten die kurdischen Autonomiegebiete bisher als Insel der Stabilität. Die kurdische Hauptstadt Erbil erlebt seit Jahren einen Bauboom. Viele ausländische Firmen nutzen Erbil, um Geschäfte im Irak zu machen.

Welche Rolle spielen Kurden im Konflikt mit IS?

Nach ihrem Vormarsch ist die Terrorgruppe Islamischer Staat (IS) zuletzt jedoch näher an die Autonomiegebiete herangerückt. IS-Extremisten vertrieben kurdische Einheiten nördlich und westlich der Stadt Mossul. Die betroffenen Gebiete gehören zwar nicht zur kurdischen Autonomieregion, werden aber von den Kurden beansprucht. Als die irakischen Truppen nach Beginn des IS-Vormarsches Anfang Juni flohen, übernahmen dort zunächst die kurdischen Peschmerga die Kontrolle.

Welche Ziele verfolgen die Kurden?

Die Kurden wollen die verlorenen Gebiete zurückerobern und erhalten dafür Waffen von den USA. Unterstützt werden sie auch von Kämpfern der verbotenen türkischen PKK und deren syrischen Ableger.

Unterstützen Kurden den irakischen Staat?

In der irakischen Machtverteilung steht den Kurden der Posten des Staatschefs zu. Zuletzt trieb der Präsident der Autonomiegebiete, Massud Barsani, jedoch die Unabhängigkeit voran, ein alter Traum der Kurden. Im Machtkampf in Bagdad gehört Barsani zu den schärfsten Kritikern des bisherigen Regierungschefs Nuri al-Maliki.

Allerdings erklärte auch der irakische Außenminister Hoschijar Sebari, der Staudamm, der für die Stromversorgung Mossuls und der Region eine entscheidende Rolle spielt, sei eingenommen worden.

„Die neue Taktik schneller Überraschungsangriffe hat sich als erfolgreich erwiesen, und wir sind entschlossen, diese neue Angriffstaktik mit Hilfe der Aufklärung durch die Amerikaner fortzusetzen“, sagte der Sprecher der Antiterror-Einheiten.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×