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27.08.2014

19:35 Uhr

Mit Hilfe von Experten

Gabriel will Investitionen ankurbeln

ExklusivSigmar Gabriel reagiert auf die Investitionsschwäche in Deutschland: Ein Expertenbeirat mit Mitgliedern aus Versicherungswirtschaft, Wissenschaft und Verbänden soll helfen, die Investitionen anzukurbeln.

Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel will eine Investitionsquote oberhalb des Durchschnitts der OECD-Staaten erreichen. dpa

Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel will eine Investitionsquote oberhalb des Durchschnitts der OECD-Staaten erreichen.

BerlinBundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) sucht den Schulterschluss mit der Finanzindustrie, um privates Kapital für die Finanzierung von Infrastrukturprojekten zu mobilisieren. Er setzt nach Informationen des Handelsblattes (Donnerstagausgabe) aus Ministeriumskreisen einen Expertenbeirat mit Mitgliedern aus Versicherungswirtschaft, Wissenschaft und Verbänden ein. Sie sollen Modelle zur Belebung der Investitionstätigkeit entwickeln.

Dem Beirat, der am Donnerstag erstmals tagt, gehören 13 Mitglieder an, darunter Deutsche-Bank-Co-Chef Jürgen Fitschen, der Vorstandsvorsitzende des Versicherers Ergo, Torsten Oletzky und Allianz-Vorstandsmitglied Helga Jung. Den Vorsitz übernimmt Marcel Fratzscher, Chef des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung. „Letztlich geht es um die Frage, wie wir die riesigen privaten Ersparnisse in Deutschland für Investitionen mobilisieren können“, sagte Fratzscher dem Handelsblatt.

Größte Volkswirtschaften 2013 - 2028

Rang 10

2013
Kanada
1,8 Billionen Dollar
2028
Kanada
3,7 Billionen Dollar
Quelle: CEBR. Angaben beziehen sich auf das geschätzte Bruttoinlandsprodukt

Rang 9

2013
Italien
2,1 Billionen Dollar
2028
Mexiko
3,7 Billionen Dollar

Rang 8

2013
Russland
2,1 Billionen Dollar
2028
Russland
4,1 Billionen Dollar

Rang 7

2013
Brasilien
2,2 Billionen Dollar
2028
Großbritannien
4,3 Billionen Dollar

Rang 6

2013
Großbritannien
2,65 Billionen Dollar
2028
Deutschland
4,3 Billionen Dollar

Rang 5

2013
Frankreich
2,7 Billionen Dollar
2028
Brasilien
5,1 Billionen Dollar

Rang 4

2013
Deutschland
3,6 Billionen Dollar
2028
Japan
6,4 Billionen Dollar

Rang 3

2013
Japan
5 Billionen Dollar
2028
Indien
6,6 Billionen Dollar

Rang 2

2013
China
8,9 Billionen Dollar
2028
USA
32,2 Billionen Dollar

Rang 1

2013
USA
16,7 Billionen Dollar
2028
China
33,5 Billionen Dollar

Gabriel reagiert damit auf die seit Jahren beklagte Investitionsschwäche in Deutschland. Private und öffentliche Investitionen liegen deutlich unter dem Durchschnitt der Industriestaaten. Ziel der Bundesregierung ist es, eine Investitionsquote oberhalb des Durchschnitts der OECD-Staaten zu erreichen. Besonders deutlich werden die Probleme am Beispiel der Verkehrsinfrastruktur. Aber auch eine stärkere Beteiligung privaten Kapitals an der Finanzierung der Energiewende ist angestrebt.

Kommentare (3)

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Frau Ich Kritisch

27.08.2014, 20:10 Uhr

Soso, die Versicherungswirtschaft soll die Regierung nun beraten wie man den Bürgern am Besten das Ersparte aus der Tasche zieht. Dann gibt es sicher bald nach Riester und Rürup einen Gabriel-Sparplan...

Und das dollste ist - es werden wieder Hunderttausende drauf reinfallen :-)

Herr Marcus T.

27.08.2014, 20:41 Uhr

"Sigmar Gabriel reagiert auf die Investitionsschwäche in Deutschland: Ein Expertenbeirat mit Mitgliedern aus Versicherungswirtschaft, Wissenschaft und Verbänden soll helfen, die Investitionen anzukurbeln."
Aha. Ich dachte immer ein Wirtschaftsminister sollte selbst Ahnung von der Materie haben. Vielleicht sollte Herr Gabriel mal in der Ahnengalerie seines Ministeriums forschen, m.W. war da z.B. mal so ein Ludwig Erhard, in dessen Fußstapfen Herr Gabriel wohl baden könnte...
Als simple Hinweise wie man die Investitionstätigkeit anregen könnte sind vielleicht ein paar einfache Stichwörter hilfreich: Bürokratieabbau (siehe die unsägliche Regulierungswut aus Brüssel, die immer komplizierter werdenden Steuergesetze und die Halbwertszeit der eigenen Gesetze - Stichwort: "Planungssicherheit für Investitionen" - usw.), Senkung der Lohnnebenkosten (siehe Nahles Geschenkekiste auf Kosten der Rentenversicherung bzw. Beitragszahler), das für Wirtschaft und Verbraucher in der Form nicht mehr tragbare EEG (die Situation lässt sich m.E. nur noch halbwegs "sauber" durch den Steuerzahler lösen und nicht durch fortgesetztes "Flickwerk a la Gabriel"), eine Reform des Steuerwesens (Abschaffung kalte Progression durch Koppelung des kompletten Steuersystems an HVPI, steuerliche Vereinfachungen - Stichwort "Entbürokratisierung" a la Friedrich Merz), Förderung von Forschung und Entwicklung, Förderung von Qualifizierter Zuwanderung (siehe div. Statements von Herrn Gauck usw zu unseren zugewanderten " hochqualifizierten und top integrierten Facharbeitern" aus dem Nahen Osten usw), Förderung des Exports sowie der langfristigen Absatzmärkte der Deutschen Industrie (siehe Verhalten ggü. Russland), Achtung der Tarifautonomie (Mindestlohn?), usw.
Somit verbleibt: Besser wäre es gewesen Herr Gabriel und unsere sogenannte "Regierung" hätten nie regiert. Nun per Dekret über einen hochbezahlten Expertenbeirat die Investitionen ankurbeln zu wollen ist m.E. eine Bescheinigung der eigenen Inkompetenz.

Herr Arno Nym

27.08.2014, 21:29 Uhr

"Investitionen ankurbeln" ist eine Umschreibung für "mehr Schulden machen" und gleichbedeutend mit mehr Geld in die Kassen der fortunate few.

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