Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

30.12.2013

11:05 Uhr

Mit Kalaschnikow-Sturmgewehr

Haus des deutschen Botschafters in Athen beschossen

20 Schüsse wurden mit einer Kalaschnikow abgefeuert, vier Kugeln blieben im Gartentor stecken: Ziel des Anschlags war die Residenz des deutschen Botschafters in Athen. Es ist nicht der erste Angriff auf das Anwesen.

Die deutsche Botschafterresidenz in Athen war bereits 1999 Ziel eines Terroranschlags gewesen. dpa

Die deutsche Botschafterresidenz in Athen war bereits 1999 Ziel eines Terroranschlags gewesen.

AthenAuf die Residenz des deutschen Botschafters in Griechenland ist in der Nacht zum Montag ein Anschlag verübt worden. Gegen drei Uhr in der Früh wurde das Haus des Botschafters Wolfgang Dold im Athener Vorort Chalandri mit einem Kalaschnikow-Sturmgewehr beschossen. Verletzte habe es nicht gegeben, sagte ein Polizeisprecher.

Der Polizeibeamte, der die Residenz bewache, habe von seiner Waffe wegen der gegenüber liegenden Wohnhäuser keinen Gebrauch gemacht, hieß es. Das Gebiet sei von der Polizei weiträumig abgesperrt worden. Laut Pressinformationen soll es mindestens drei Festnahmen durch die Anti-Terror-Polizei gegeben haben.

Insgesamt vier Täter sollen mit zwei Motorrädern gekommen sein. Sie hätten in die Luft und auf das Gebäude geschossen, das zahlreiche Einschusslöcher aufweise. Im Radiosender „Skai“ war von mindestens 20 Schüssen die Rede; vier Kugeln seien im Gartentor steckengeblieben. Die Täter hätten es anscheinend bewusst vermieden, in die Richtung des Wächters zu schießen. Ministerpräsident Antonis Samaras und der Minister für öffentliche Ordnung, Nikos Dendias, sollen bereits mit Botschafter Dold telefoniert haben.

Wegen Luftverschmutzung: Gratis-Strom für arme Griechen

Wegen Luftverschmutzung

Gratis-Strom für arme Griechen

Beißender Geruch und Brennen im Hals: Weil die Menschen in Athen viel mit Holz heizen, hat die Luftverschmutzung in der griechischen Hauptstadt drastisch zugenommen. Jetzt greift die Regierung ein – und verschenkt Strom.

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier verurteilte den Anschlag. „Nichts, aber auch gar nichts kann einen solchen Angriff auf einen Vertreter unseres Landes rechtfertigen“, erklärte Steinmeier am Montag. In griechischen Regierungskreisen hieß es, Ministerpräsident Antonis Samaras habe mit Bundeskanzlerin Angela Merkel über den Anschlag gesprochen und ihr versichert, dass alles getan werde, um die Attentäter zu fassen.

Steinmeier betonte, es werde den Tätern nicht gelingen, die guten Beziehungen zwischen Deutschland und Griechenland kaputtzumachen. Er dankte Samaras und Außenminister Evangelos Venizelos, die sofort eine Verstärkung der Sicherheitsmaßnahmen angekündigt hätten. „Sie haben uns zugesichert, die Sicherheitsmaßnahmen vor Ort zu verstärken und alles zu tun, damit die Verantwortlichen ausfindig gemacht und zur Verantwortung gezogen werden“, erklärte Steinmeier.

In Griechenland werden immer wieder Anschläge auf diplomatische Einrichtungen, Banken oder ausländische Firmen verübt. Meist bleibt es bei Sachschäden. Die Polizei macht Linksextremisten oder Anarchisten für die Angriffe verantwortlich. Viele Griechen sehen die Bundesregierung als Hauptverantwortliche hinter den harten Sparauflagen der internationalen Geldgeber-Troika, die Griechenland seit dem Ausbruch der Schuldenkrise im Jahr 2010 verordnet wurden.

Auf die deutsche Botschafter-Residenz in dem etwa sieben Kilometer nördlich von Athen gelegenen Vorort war bereits im Mai 1999 ein Anschlag verübt worden. Damals war eine Panzerfaust auf das Haus abgefeuert worden. Es kam kein Mensch zu Schaden. Die Untergrundorganisation 17. November bekannte sich zu der Tat. Die inzwischen zerschlagene Gruppe steht hinter zahlreichen Attentaten auf griechische und ausländische Persönlichkeiten. Seit den 1970er-Jahren wurden dabei etwa 20 Menschen getötet.

Kommentare (14)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Lutz

30.12.2013, 10:05 Uhr

Der Euro bringt Frieden und Wohlstand für uns alle. (A. Merkel) und Griechenland ist laut Schäuble auf einem guten Weg. Frankreich war Anfang 1789 laut König Ludwig XVI auch auf einem guten Weg.

RumpelstilzchenA

30.12.2013, 10:42 Uhr

Den Deutschen muss man täglich den Spiegel vor Augen führen, damit sie endlich erkennen, wie saublöd ihre Politiker sind. ....nicht alle...

Account gelöscht!

30.12.2013, 10:55 Uhr

Das war erst der Anfang ! Danke Bundesregierung.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×