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14.03.2014

11:38 Uhr

Mit zehn Millionen Euro

Deutschland hilft Zentralafrika

Mord und Totschlag, Vertreibung und Hunger: Die Lage in Zentralafrika ist nach einem Jahr Bürgerkrieg katastrophal. Entwicklungsminister Müller verspricht bei einem Besuch zehn Millionen Euro Nothilfe. Der Bedarf ist aber weitaus höher.

Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU, l) steht nach seiner Ankunft am Flughafen von Bangui in der Zentralafrikanischen Republik mit dem Sicherheitschef des Flughafens auf dem Rollfeld. Müller will sich bei seinem Besuch in der vom Bürgerkrieg zerrütteten Zentralafrikanischen Republik ein Bild von der humanitären Lage machen. Im Hintergrund ist ein Flüchtlingslager zu sehen. dpa

Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU, l) steht nach seiner Ankunft am Flughafen von Bangui in der Zentralafrikanischen Republik mit dem Sicherheitschef des Flughafens auf dem Rollfeld. Müller will sich bei seinem Besuch in der vom Bürgerkrieg zerrütteten Zentralafrikanischen Republik ein Bild von der humanitären Lage machen. Im Hintergrund ist ein Flüchtlingslager zu sehen.

BanguiDeutschland unterstützt die Menschen in der vom Bürgerkrieg zerrütteten Zentralafrikanischen Republik und die Flüchtlinge im Nachbarland Kongo mit zehn Millionen Euro. Das gab Entwicklungsminister Gerd Müller am Freitag bei seinem Besuch in der zentralafrikanischen Hauptstadt Bangui bekannt.

„Wir wollen das Hungern und Morden mitten in Afrika nicht hinnehmen“, sagte der CSU-Politiker. Das Geld soll für den Kampf gegen den Hunger in einem der zehn ärmsten Länder der Welt und zur Verbesserung der Hygiene verwendet werden.

In Zentralafrika ist nach der Machtübernahme muslimischer Rebellen vor einem Jahr die Gewalt zwischen christlichen und muslimischen Milizen eskaliert. Die Zahl der Toten ist unbekannt. Nach Angaben der Vereinten Nationen wurden 650 000 der 4,6 Millionen Einwohner innerhalb des Landes vertrieben, 280 000 flüchteten ins Ausland. 2,5 Millionen Menschen sind auf humanitäre Hilfe angewiesen.

Nach Angaben des Entwicklungsministeriums sind für eine Versorgung von 1,9 Millionen Menschen im Jahr 2014 etwa 550 Millionen US-Dollar (rund 400 Millionen Euro) notwendig. Vor der jetzt gemachten Zusage waren aber erst 57 Millionen Euro garantiert. Die Finanzierungslücke ist also noch enorm.

Müller traf in Bangui mit seinem französischen Kollegen Pascal Canfin, EU-Kommissar Andris Piebalgs und dem OECD-Vertreter Erik Solheim zu Beratungen über Hilfsleistungen zusammen. Auf dem Programm des CSU-Politikers standen am Freitag auch ein Treffen mit der Übergangspräsidentin Catherine Samba-Panza und Vertretern von Menschenrechtsorganisationen sowie Besuche einer Notfallchirurgie und eines Logistikstützpunkts des Welternährungsprogramms.

Derzeit versuchen 2000 französische und 5500 afrikanische Soldaten, die Gewalt in dem Land einzudämmen. Unterstützung sollen sie von bis zu 1000 Soldaten der Europäischen Union erhalten. An diesem Einsatz soll sich auch die Bundeswehr mit Sanitätsflugzeugen beteiligen. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hat zudem die Entsendung einer bis zu 12 000 Soldaten und Polizisten starken Blauhelmtruppe gefordert.

Von

dpa

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