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06.10.2013

17:02 Uhr

Mitbestimmungspläne für US-Werk

Senator Corker rügt Volkswagen

VonMoritz Koch

ExklusivVW will in seinem Werk im US-Bundesstaat Tennessee nach deutschem Vorbild einen Betriebsrat gründen lassen. Dafür erntet der deutsche Autokonzern jetzt massive Kritik von einem einflussreichen Senator aus dem Kongress.

US-Senator Bob Corker im Gespräch mit Journalisten. ap

US-Senator Bob Corker im Gespräch mit Journalisten.

WashingtonDer einflussreiche US-Senator Bob Corker hat den Autokonzern Volkswagen scharf für seine Pläne kritisiert, das VW-Werk in Chattanooga, Tennessee, gewerkschaftlich zu organisieren. Die Deutschen verhielten sich „schrecklich naiv“ und stünden davor, einen der „größten Fehler ihrer Unternehmensgeschichte“ zu begehen, sagte der republikanische Politiker dem Handelsblatt (Montagausgabe).

Auf Drängen des Betriebsrats und der IG-Metall haben die Wolfsburger Gespräche mit der amerikanischen Autogewerkschaft UAW begonnen. Ziel ist es, einen Betriebsrat nach dem deutschen Modell der Mitbestimmung zu gründen. Corker, der Bürgermeister von Chattanooga war, bevor er in den Senat einzog, äußerte sich darüber „tief enttäuscht“.

Während der Verhandlungen um die Ansiedlung des Werks habe er die deutschen Spitzenmanager bei sich zuhause empfangen. Damals sei ihm signalisiert worden, dass VW keinerlei Absicht hege, sich mit der UAW einzulassen. Jetzt müsse er sich um das Wohlergehen seiner Heimatstadt sorgen: Der Investitionsstandort Chattanooga würde leiden, sollte es der UAW gelingen, dort Fuß zu fassen. Sollte es so kommen, „würde ich das Gefühl nicht los, meine Heimat im Stich gelassen zu haben, weil ich mich so dafür eingesetzt habe, VW nach Chattanooga zu holen“, sagte Corker.

Die größten Autobauer der Welt

Platz 10

Suzuki - 2,69 Millionen verkaufte Fahrzeuge

Auch wenn der Absatz der Japaner stagniert treibt auch hier der Yen-Wechselkurs die Gewinne nach oben. Der Gewinn legt um satte 50 Prozent zu.

Platz 9

PSA Peugeot Citroën- 2,82 Millionen verkaufte Fahrzeuge

Die Franzosen stecken weiter tief in der Krise und haben im Jahr 2013 rund fünf Prozent weniger Autos verkauft. Mit frischem Geld aus China soll es dieses Jahr wieder aufwärts gehen.

Platz 8

Honda - 4,28 Millionen verkaufte Fahrzeuge

Kaum ein Autokonzern weltweit hat bei den Verkäufen so stark zugelegt wie die Japaner. Unterm Strich steht ein Plus von satten 12 Prozent.

Platz 7

Fiat/Chrysler - 4,42 Millionen verkaufte Fahrzeuge

Die Fusion soll dem italienisch-amerikanischen Duo neuen Schwung verleihen. Für Gewinne sind im Markenreicht von Fiat, zu dem auch Maserati, Alfa Romeo und Jeep zählen, vor allem die Amerikaner zuständig.

Platz 6

Nissan- 5,1 Millionen verkaufte Fahrzeuge

In Deutschland erfreut sich vor allem der SUV Qashqai enormer Beliebtheit, aber auch weltweit läuft es rund für Japaner. Unter Strich steht ein Absatzplus von etwa drei Prozent.

Platz 5

Ford- 6,33 Millionen verkaufte Fahrzeuge

Die Amerikaner haben nicht nur eines der besten Jahre der Unternehmensgeschichte hinter sich, sondern mit dem Focus erneut das meistverkaufte Auto der Welt in ihren Reihen. Für das Treppchen reicht das allerdings nicht.

Platz 4

Hyundai/Kia- 7,61 Millionen verkaufte Fahrzeuge

Das rasante Wachstum der vergangenen Jahre ist etwas abgekühlt, doch die Koreaner legen weiterhin stetig zu. Das Duo landet trotz starker Heimatwährung beim Absatz im Plus.

Platz 3

Toyota- 9,03 Millionen verkaufte Fahrzeuge

Beim Gewinn hängt Toyota die Konkurrenz um die Weltmarktspitze locker ab, doch beim Absatz reicht es nur für Bronze. Vor allem weil der Absatz im Vergleich zum Vorjahr nur stagniert.

Platz 2

Volkswagen- 9,51 Millionen verkaufte Fahrzeuge

Der VW-Konzern kommt beim Absatz auf den zweiten Platz. Mit allen zwölf Konzernmarken, darunter auch Audi und Porsche, erwirtschaften die Wolfsburger ein Absatzplus von vier Prozent.

Platz 1

General Motors - 9,71 Millionen verkaufte Fahrzeuge

Beim Absatz behaupten die Amerikaner im Dreikampf mit Toyota und Volkswagen die Krone. Ob sich der Titel angesichts der aktuellen Rückrufprobleme verteidigen lassen wird?

Quelle

Ernst&Young-Studie „Die größten Automobilhersteller weltweit“, Gesamtjahr 2013

Der Senator betonte, kein Gewerkschaftsfeind zu sein. Er selbst sei früher Gewerkschaftsmitglied gewesen und habe später ein gewerkschaftlich organisiertes Unternehmen geführt. Er sei allerdings ein entschiedener Gegner der UAW. Sie habe einen großen Anteil am Niedergang von General Motors, Ford und Chrysler und am Verfall der Autostadt Detroit. „Ich wünsche Detroit alles Gute, aber ich will niemals erleben, dass meine Heimat wird, was Detroit ist“, sagte er.

Kommentare (9)

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walter.drews

06.10.2013, 17:48 Uhr

Der Erfolg der deutschen Autobauer ist nicht gegen die deutschen Gewerkschaften sondernmit diesen erzielt worden.
Für die US-manager ist das natürlich reinster Kommunismus. Das ist der schlimmste Feind. Ein Us-autobauer beschäftigt am liebsten rechtlose Mexikaner und zahlt seinen Managern 180 Mio $ p.a. Und zu jedem Quartalsbericht gibts Boni obendrauf!
VW weiter so!!!

Account gelöscht!

06.10.2013, 17:55 Uhr

"Sollte es so kommen, „würde ich das Gefühl nicht los, meine Heimat im Stich gelassen zu haben, weil ich mich so dafür eingesetzt habe, VW nach Chattanooga zu holen“, sagte Corker."

Diese "Denke" kann nur von einem kranken Ideologen vergangener Tage kommen. Die können und wollen sich nur ein Gegeneinander statt ein Miteinander vorstellen. Deren Welt besteht aus vielen dienenden Rechtlosen und wenigen Herrenmenschen. Wie sagte schon das "nette" Gesicht des Kapitalismus Warren Buffett, „Es herrscht Klassenkampf, meine Klasse hat angefangen und gewinnt, aber das sollte sie nicht“.
Vielleicht sollte man dem Senator Corker erklären, warum es für VW möglich sein wird, trotz Betriebsrat, der größte Autokonzern der Welt zu werden.

dertom

06.10.2013, 17:57 Uhr

Wenn die Mexikaner die gleiche Arbeit für weniger Geld machen, dann ist das so.
Die Gewerkschaften sind viel zu mächtig und haben keinerlei Bestreben dem Unternehmen etwas Gutes zu tun. Sie sind ebenso wie Politiker darauf aus möglichst viele Unterstützer (vgl. Wähler) zu erhalten und dadurch machen sie immer weiter unnötig Druck um schön viel Kohle für ihre Mitgleider rauszupressen. Denn das ist die beste Werbung.
Gewerkschaften gehören verboten.

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