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20.01.2012

11:23 Uhr

Mitt Romney

Held oder Heuschrecke

VonMarkus Ziener

Mit seiner Bilanz als Geschäftsmann empfiehlt sich Romney für das Präsidentenamt. Doch die Gegner im eigenen Lager kritisieren ihn als Geier, der notleidende Firmen geplündert und Jobs vernichtet habe. Eine Spurensuche.

Republikanerkandidat Mitt Romney: Nun steht seine Reputation auf dem Spiel. AFP

Republikanerkandidat Mitt Romney: Nun steht seine Reputation auf dem Spiel.

Georgetown/South CarolinaMit seinen parteiinternen Konkurrenten mag sich Mitt Romney schon seit Monaten kaum noch abgeben. Zu komfortabel war sein Vorsprung in den Umfragen, zu schnell sind seine Gegner am Kandidatenhimmel verglüht, zu überzeugend hat er die ersten beiden Vorwahlen gewonnen. Romneys eigentlicher Gegner ist Barack Obama. Und Obama will er an dessen verwundbarster Stelle treffen, bei dessen schlechter Wirtschaftsbilanz.

Deshalb sagt Romney bei jedem Auftritt, jeder Debatte und jedem Interview diesen Satz: „Ich verstehe, wie Wirtschaft funktioniert“. Ich, Mitt Romney, der erfolgreiche Geschäftsmann, der Gründer der Investmentfirma Bain Capital, der Unternehmer, der Jobs schafft. Romney statt Obama. Obama, der nie richtig gearbeitet hat, der als Präsident Schulden macht und der ein Heer von Arbeitslosen verwaltet.

Das ist die Botschaft, mit der der 64-Jährige Mitt Romney im November in das Duell mit Obama ziehen will und auch glaubt siegen zu können. Zuvor muss Romney allerdings noch die republikanischen Vorwahlen gewinnen. Und wenn er Glück hat, dann hat er diese Nominierung in wenigen Tagen schon so gut wie in der Tasche. Dazu muss er nur noch am Samstag die Abstimmung in South Carolina gewinnen. Holt Romney den Südstaat, dann steht ihm die Tür zur Nominierung ganz weit offen. Denn noch nie hat in der jüngeren Geschichte ein Republikaner, der in South Carolina gewonnen hat, die Spitzenkandidatur seiner Partei verloren.

Nur: Das Drehbuch des Ex-Gouverneurs aus Massachusetts stimmt seit ein paar Tagen nicht mehr. Es gibt Korrekturbedarf – und zwar erheblichen. Dabei kommen die Querschläger nicht einmal aus dem Lager der Demokraten, sondern viel schlimmer noch aus den eigenen Reihen, die sich immer deutlicher gegen den Frontrunner schließen. Am Donnerstag schied gar der abgeschlagene Rick Perry aus dem Rennen aus - und empfahl seinen Anhängern, Romneys stärksten Konkurrenten, Newt Gingrich, zu wählen.

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Heftiger Schlagabtausch vor Vorwahl der Republikaner

Video: Heftiger Schlagabtausch vor Vorwahl der Republikaner

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Dabei haben die Gegner Romneys Reputation als anständiger Geschäftsmann als opportune Angriffsfläche erkannt. Perry beschimpft Romney als „Geier“, der mit seiner Firma Bain Capital in Not geratene Unternehmen ausschlachtet. Und Gingrich spricht gar davon, Romney habe Betriebe „geplündert“.

Dazu veröffentlichte Gingrichs Unterstützergruppe „Winning Our Future“ eine knapp 30minütige Dokumentation. „The King of Bain: When Mitt Romney came to town“, heißt das Video, das in düsteren Bildern das geschäftliche Treiben von Romney beschreibt. Zwar haben die Gingrich-Helfer in dem Film manche Fakten absichtlich so gedreht, dass sie die steile These des Videos stützen.

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Obama kann sich zurücklehnen: Seine Gegner sind im Moment vor allem mit sich selbst beschäftigt. In diffamierenden Wahlkampfspots bekriegen sich die Präsidentschaftskandidaten der Republikaner untereinander. Eine Auswahl.

Dennoch stimmt die Kernaussage: Mitt Romney hat sein Geld nicht als kreativer Unternehmer verdient, der gute Geschäftsideen umgesetzt hat. Romney hat sein Vermögen von rund 250 Mio. Dollar verdient, in dem er sich Firmen suchte, die Kapital brauchten und die später mit hohem Profit wieder verkauft werden konnten. Ein Geschäftsmodell, das viele Unternehmen nicht überlebten und bei dem viele Menschen ihren Job verloren.

Kommentare (3)

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yoski

20.01.2012, 12:39 Uhr

@HB
"...Romneys stärksten Konkurrenten, Newt Gingrich,..."
Nach den Ergebnissen in Iowa und NH sind Ron Paul und Rick Santorum Romney's staerkste Konkurentne. Gingrich folgt erst an 4ter Stelle. Also bitte immer erst die Fakten checken.

Peer

20.01.2012, 13:47 Uhr

So langsam erkennt man auch, warum die Republikaner sich so eng mit dem Staat Israel verbunden fählen und mit FOX gemeinsam extrem über den firedliebenden IRAN herziehen

Account gelöscht!

20.01.2012, 17:01 Uhr

Mitten's Romney ist eine Marionette wie Osama Obama. RON PAUL ist die einzige Antwort.
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