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16.10.2012

07:35 Uhr

Mitt Romney

Mister Wall Street

VonNils Rüdel

Bei Wahlkampfspenden aus der Finanzbranche ist Mitt Romney König: Die Wall Street gehört zu den verlässlichsten Gönnern des Kandidaten. Die Branche hatte Obama ins Amt geholfen. Doch dann kam der Bruch.

Mitt Romney.

Mitt Romney.

New YorkDer Zeitpunkt für die Nachricht war gut gewählt. Am Montag, dem Vortag der zweiten TV-Debatte gegen US-Präsident Barack Obama, sendete Mitt Romneys Wahlkampfteam ein weiteres Zeichen der Stärke in die Welt hinaus: Der Herausforderer habe im September 170 Millionen Dollar an Spenden eingenommen, twitterte Kampagnensprecherin Andrea Saul. „Der beste Monat bislang“. Zwar hat Obama im selben Zeitraum 11 Millionen Dollar mehr kassiert. Doch der Abstand wird kleiner.

Romneys Spendenrekord ist beachtlich, fällt er doch ausgerechnet in jene vier Wochen, in denen die Kandidatur des Republikaners im freien Fall war. Nach mehreren Pannen und dem peinlichen Video, in dem Romney 47 Prozent der Amerikaner in die Nähe von Sozialschmarotzern gerückt hatte, galt der Kandidat vielen schon als Verlierer. Erst nach dem gelungenen TV-Duell Anfang Oktober begann sein neuer Höhenflug, der noch immer anhält.

Beim Spendensammeln kann sich Romney auf eine Gruppe besonders verlassen: die Finanzbranche. Die fünf größten Unterstützer seiner Kandidatur sind laut den unabhängigen Wahlkampf-Beobachtern von opensecrets.org allesamt Banken – Goldman Sachs, Bank of America, JP Morgan, Morgan Stanley und die Credit Suisse. Deren Mitarbeiter spendeten demnach insgeamt zwischen 500.000 und 900.000 Dollar.
In Obamas Top fünf finden sich dagegen Universitäten und IT-Konzerne wie Microsoft und Google – doch kein einziges Finanzinstitut. Rund 40 Millionen Dollar überwiesen Spender aus der Finanz- und Immobilienbranche bislang an Rom Romneys Kampagne – nur 14,5 Millionen an Obama.

Das war einmal anders. Noch im Wahlkampf 2008 hatte die Branche zu den Hauptsponsoren des damaligen Senators aus Illinois im Rennen gegen den Republikaner John McCain gehört. 42 Millionen Dollar waren an den Demokraten geflossen, nur 31 Millionen an McCain. Irgendwo zwischen damals und heute muss es zum Bruch gekommen sein zwischen Obama und der Wall Street.

Das Ungleichgewicht zugunsten Romneys ist zum Teil damit zu erklären, dass er als Gründer und Ex-Chef des Finanzinvestors Bain Capital ohnehin an der Wall Street Sympathien genießt. Ganz zu schweigen von seinem Versprechen, Steuern zu senken und Regulierungen abzuschaffen. Doch Romneys Popularität unter Finanzleuten hat auch einen anderen Grund: die Enttäuschung über Obama.

Kommentare (10)

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16.10.2012, 08:04 Uhr

Die Wall Streeet kommt gleich hinter der City of London auf der Liste der korruptesten Einrichtungen der Erde.
Wobei Romney genug Geld hat den Wahlkrampf zu bestreiten.
Aber das Schlimmste ist - das tumbe, gehirngewaschene Volk, welches sich durch "Wahlen" immer wieder verarschen lässt....
Weltweit, nicht nur bei den oberflächlichen Cowboys....
Armselig geht die Welt zugrunde ....

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16.10.2012, 08:21 Uhr

"Bei Wahlkampfspenden aus der Finanzbranche ist Mitt Romney König: Die Wall Street gehört zu den verlässlichsten Gönnern des Kandidaten. Die Branche hatte Obama ins Amt geholfen. Doch dann kam der Bruch."
Die Branche hatte Obama ins Amt geholfen!!! Dieser Artikel beschreibt, vielleicht ungewollt, dass in USA die Demokratie nur ein Witz ist. Korrekterweise sollte man über eine Demokratie für Banken und Oligarchien in USA sprechen. Diese Demokratieart schleicht sich in Verborgenen auch in Europa. Präsidenten werden nur von wenigen ins Amt gehievt und/oder abgestürzt. Wer spendet, der wird seine Wünsche durch setzen. Die Banken haben Obama zum Präsidenten gemacht, damit er sie mit öffentlichen Geldern rettet, gesagt, getan. Spätestens in 4 Jahren werden die Banken so einen Typen wie Romney an die Macht bringen, damit er wieder alle Schranken für die Banken aufmacht. Wenn man den Text des Artikels aufmerksam ließt, merkt man wofür Romney steht: Erneute Deregulierung der Banken.

Account gelöscht!

16.10.2012, 08:31 Uhr

Die Finanzindustrie und deren leistungsloses Absahnen von Wertschöpfung der Bürger ist der größte Raubbau seit dem Bau der Pyramiden. Dieses spekulieren (weltweiter Derrivatemarkt 2000 Billion US Dollar) zeigt die Perversität und Krankheit dieses anglo-amerikanischen Systems. Es hat zum Weltkrieg und 2. Weltkrieg geführt und jetzt sammelt sich im arabischen Raum eine Bewegung, welche in 10-20 Jahren den gesamten Westen verantwortlich machen wird und uns mittlerweile veraltetete, zerstrittende Europäer mit in den Untergang stürzen werden.

Die Politik hat nicht nur eklatant versagt, sondern ist die billige Hure dieser Geldhaie und lässt sich selbst missbrauchen für die Erhaltung dieses perversen Spieles!
Es wird Zeit, dass die Bürger ihr Schicksal selbst in die Hand nehmen, die Zeit der Politik ist abgelaufen.

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