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16.05.2016

20:44 Uhr

Mittelmeer-Route

1100 Migranten innerhalb weniger Stunden aus Seenot gerettet

Sie kamen in Schlauchbooten übers Mittelmeer, gerieten in Seenot und wurden von internationalen Einsatzkräften gerettet. Vor Sizilien wurden mehr als 1100 Flüchtlinge vor dem Ertrinken bewahrt.

Die Schlauchboote der Migranten kenterten. Doch internationale Einsatzkräfte kamen zur Hilfe. dpa

Gerettete Migranten

Die Schlauchboote der Migranten kenterten. Doch internationale Einsatzkräfte kamen zur Hilfe.

RomDie deutsche Marine und internationale Einsatzkräfte haben im Mittelmeer innerhalb weniger Stunden 1153 Flüchtlinge in Sicherheit gebracht. Die Menschen wurden am Montag ins insgesamt elf verschiedenen Einsätzen vor Sizilien gerettet, wie die italienische Küstenwache mitteilte. Sie waren auf mehreren Schlauchbooten auf dem Weg in Richtung Europa, als sie in Seenot gerieten. Allein das deutsche Schiff „Frankfurt“ rettete demnach insgesamt 115 Menschen.

Neben der italienischen und irischen Marine waren zudem Schiffe von Hilfsorganisationen wie Ärzte ohne Grenzen (MSF) an den Aktionen beteiligt. Nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration (IOM) sind in diesem Jahr bislang knapp 31 500 Menschen über das Mittelmeer nach Italien gekommen. Demnach kommen weiter vor allem Menschen aus Subsahara-Afrika hier an und nicht wie nach der Schließung der Balkanroute befürchtet mehr Flüchtlinge aus Syrien.

Flüchtlingspolitik: Der EU-Türkei-Aktionsplan

Vereinbarungen für weniger Flüchtlinge

Die Türkei soll der EU dabei helfen, dass weniger Flüchtlinge nach Westeuropa kommen. Das Land ist nämlich für viele Migranten ein wichtiges Transitland. Bereits im November wurden dafür die folgenden Punkte vereinbart.

Grenzschutz

Um die illegale Einreise von Flüchtlingen in die EU zu stoppen, soll die Türkei ihre Seegrenzen zu Griechenland besser sichern. Zudem soll das Land stärker gegen Schleuser vorgehen, die die Flüchtlinge über die Ägäis bringen.

Leben in der Türkei

Die Lebensbedingungen der Flüchtlinge in der Türkei sollen verbessert werden, damit diese gar nicht erst nach Europa weiterreisen. Dabei geht es etwa um eine bessere Gesundheitsversorgung und Bildungschancen für Kinder. In einem ersten Schritt hat die Türkei bereits ein Arbeitsverbot für Flüchtlinge gekippt. Nach Schätzungen des UN-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR) leben in der Türkei mittlerweile allein 2,7 Millionen syrische Flüchtlinge.

Geld

Für die Versorgung der Flüchtlinge haben die EU-Staaten der Türkei drei Milliarden Euro zugesagt.

Politische Zugeständnisse

Die EU hat der Türkei zugesagt, die Verhandlungen über Visa-Erleichterungen und einen möglichen EU-Beitritt zu beschleunigen. (Quelle: dpa)

Von

dpa

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