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05.02.2012

11:56 Uhr

Mögliche EFSF-Beteiligung

Chinas Premier wirbt im eigenen Land für Euro-Rettung

Bislang hat China eine direkte Beteiligung an europäischen Rettungsschirmen ausgeschlossen. Doch im Hintergrund laufen Verhandlungen über einen Einstieg in den ESM und EFSF - China will davon wirtschaftlich profitieren.

Der chinesische Premier Wen Jiabao wirbt in China für die Euro-Rettung. dpa

Der chinesische Premier Wen Jiabao wirbt in China für die Euro-Rettung.

PekingChinas Ministerpräsident Wen Jiabao hat bei seinen Landsleuten für eine Beteiligung an der Euro-Rettung geworben. Es sei im Interesse der eigenen Wirtschaft, Europa in der Schuldenkrise beizustehen, sagte Wen einem Bericht der staatlichen Nachrichtenagentur Xinhua vom Sonntag zufolge.

„Auf der einen Seite ist Europa unser größter Exportmarkt. Auf der anderen Seite ist Europa unsere wichtigste Importquelle für Technologien“, sagte der Regierungschef am Samstag während eines Besuchs der südchinesischen Provinz Guangdong, die stark auf Exporte ausgerichtet ist. Daher helfe die Stabilisierung der Märkte in Europa auch dem eigenen Land.

„Das müssen wir allen Teilen der Gesellschaft verständlich machen“, sagte Wen mit Blick auf eine mögliche Beteiligung an den europäischen Rettungsschirmen, die in der chinesischen Öffentlichkeit nicht unumstritten ist.

Wen hatte während des Chinabesuchs von Bundeskanzlerin Merkel angekündigt, dass die Regierung jetzt erstmals auch ein direktes Engagement bei den Rettungsschirmen EFSF und ESM prüfe.

Die Pläne dürften aber bislang nicht besonders konkret sein. Noch am Donnerstag hatte die chinesische Regierung sich äußerst zurückhaltend hinsichtlich einer Beteiligung gezeigt.  Nach Gesprächen mit Kanzlerin Angela Merkel forderte Wen Jiabao die Europäer zunächst zu verstärkten Anstrengungen zur Lösung der Schuldenkrise auf.

„Die eigenen Bemühungen sind entscheidend in dieser Frage“, sagte Wen Jiabao bei einer Pressebegegnung. Eine Zusage für verstärkte Investitionen Chinas in europäische Schatzanleihen zur Stabilisierung des Euros gab Wen Jiabao nicht. Er habe mit Merkel nur über den Rettungsschirm diskutiert, sagte der Regierungschef.

China und Deutschland im Zahlenvergleich

Fläche in Quadratkilometern (gerundet)

China: 9.600.000
Deutschland: 357.000

Bewaldete Fläche

China: 22 Prozent
Deutschland: 32 Prozent
(Angaben von 2010)

Landwirtschaftlich genutzte Fläche

China: 56 Prozent
Deutschland: 48 Prozent
(Angaben von 2009)

Einwohner

China: 1.347.000.000
Deutschland: 82.000.000
(Angaben von 2011, Zahlen gerundet)

Lebenserwartung von Frauen

China: 75 Jahre
Deutschland: 83 Jahre
(Angaben von 2009)

Lebenserwartung von Männern

China: 72 Jahre
Deutschland: 77 Jahre
(Angaben von 2009)

Breitband-Internetanschlüsse je 100 Einwohner

China: 8
Deutschland: 31
(Angaben von 2009)

Personenwagen je 1000 Einwohner

China: 27
Deutschland: 502
(Angaben von 2008)

CO2-Emission pro Kopf in Tonnen

China: 5
Deutschland: 10
(Angaben von 2008)

Quellen: Weltbank, CIA, Statistisches Bundesamt, Deutsche Botschaft in Peking, Auswärtiges Amt

Wen hatte jedoch gesagt, dass China prüfe, ob es dem Internationalen Währungsfonds (IWF) zusätzliches Kapital zuführen könne. Er wiederholte, dass sein Land „Vertrauen in die Volkswirtschaften der Eurozone“ habe, machte jedoch keine neuen Zusagen für Investitionen in Anleihen der Stabilitätsfonds. Die Zurückhaltung des chinesischen Regierungschefs dürfte einen Dämpfer für Merkel bedeuten: Frische Kredite aus Ländern mit großen verfügbaren Mitteln wie China sind nötig, um dem deutschen Hilfsgeld den nötigen Hebel zur Rettung der Schuldenländer zu verleihen.

Kommentare (4)

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Account gelöscht!

05.02.2012, 12:27 Uhr

"Im Hintergrund laufen Verhandlungen über einen Einstieg in den ESM und EFSF - China will davon wirtschaftlich profitieren."
Das glaube ich nicht. So dumm können die Chinesen gar nicht sein.
Der ESM und der EFSF sind Totgeburten!
Sie bedeuten zudem das Ende jedweder demokratie und sind absolut rechtswidrig!
Klagen vor dem BVG gegen den ESM werden vorbereitet, auch wenn ich kaum Hoffnung habe, dass Voßkuhle als oberster Vertreter dieses Vereins für das deutsche Volk noch vor hat Recht zu sprechen!

Account gelöscht!

05.02.2012, 12:27 Uhr

Wir geben euch unsere Hartzer, und ihr gebt uns dafür eure Kohle. Deal?

RDA

05.02.2012, 12:46 Uhr

Ich hoffe sehr, dass China sich am Fonds beteiligt und dabei die Forderung einbringt, dass die PIIGS-Empfängerländer ihre Kredite in Grundpfandrechten absichern.

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