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29.08.2013

20:29 Uhr

Mögliche Reform

Finanzaufseher wollen Schattenbanken bändigen

Der Markt der Schattenbanken ist so gefährlich wie billionenschwer. Die Finanzstabilitätsrat will deswegen kommende Woche einen Regulierungsentwurf vorlegen, der beim G20-Gipfel in St. Petersburg Thema sein soll.

Blick auf das Bankenviertel in Frankfurt: Schattenbanken sollen stärker reguliert werden. dpa

Blick auf das Bankenviertel in Frankfurt: Schattenbanken sollen stärker reguliert werden.

LondonDie internationalen Bankenaufseher wollen ihren Zugriff auf die dunklen Ecken des Finanzsystems ausweiten. Der Finanzstabilitätsrat (FSB) der Gruppe der 20 führenden Industrie- und Schwellenländer (G20) schlägt vor, den billionenschweren Sektor der sogenannten Schattenbanken bis 2015 an die Leine zu legen. Demnach sollen diese dann eine Reihe von globalen Kapitalregeln einhalten, um Risiken für die Finanzmärkte zu minimieren. Die Regulierung der Schattenbanken ist Thema beim G20-Gipfel am 5. und 6. September in St. Petersburg.

Auch die Europäische Kommission will die alternativen Kreditgeber an die Kandare nehmen. Die verpflichtenden Kapitalregeln für Banken sollen auf Schattenbanken ausgeweitet werden, wie aus einem EU-Entwurf hervorgeht, den Reuters am Donnerstag einsehen konnte. Das Dokument soll am Mittwoch veröffentlicht werden. Darin geht es um mögliche Reformen zur Regulierung der Schattenbanken. Das Schriftstück, das vor der Veröffentlichung noch abgeändert werden könnte, soll sich auch mit bestimmten Investmentstrategien und -techniken von Fonds beschäftigen.

Während die Banken als Lehre aus der Finanzkrise inzwischen stärker reglementiert werden, agieren die Schattenbanken trotz einzelner Regulierungsanläufe immer noch weitgehend unbehelligt. Dazu zählen Kreditgeber, die den weltweiten Geldkreislauf mit Kredit und Liquidität anheizen. Neben Private-Equity- und Hedgefonds, die Anleger mit überdurchschnittlichen Renditen locken, werden dazu auch Geldmarktfonds gezählt. Global wird der Schattenbankensektor auf rund 60 Billionen Dollar geschätzt, in der EU soll sich das Volumen auf 31 Billionen Dollar belaufen.

Die G20 will nach den Großbanken auch die führenden Versicherungskonzerne und die von ihnen ausgehenden Risiken für die weltweite Finanzstabilität stärker ins Visier nehmen. Beim G20-Gipfel in St. Petersburg soll eine Liste von neun Versicherern vorgelegt werden, die als „systemrelevant“ gelten.

Von

rtr

Kommentare (1)

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Mazi

30.08.2013, 18:43 Uhr

"Die G20 will nach den Großbanken auch die führenden Versicherungskonzerne und die von ihnen ausgehenden Risiken für die weltweite Finanzstabilität stärker ins Visier nehmen."

Wo ist das Risiko? Welcher Versicherungsnehmer ist schon systemrelevant?

In Deutschland gibt es ein VAG. Dort wiederum gibt es einen Paragraphen 89, der es der Finanzaufsicht erlaubt, dem Versicherer ein Zahlungs- und Leistungsverbot bei gleichzeitiger fortgesetzter Beitragsverpflichtung des Versicherungsnehmers vorzuschreiben.

Gibt es eine noch schönere Regelung für Versicherungen? Und die soll nicht ausreichen?

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