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18.04.2012

17:17 Uhr

Mögliche Syrien-Lieferung

Türkei sucht auf „Atlantic Cruiser“ nach Waffen

Nach Berichten über geplante Waffenlieferungen an das syrische Regime untersuchen türkische Behörden einen verdächtigen deutschen Frachter. Angeblich befinden sich an Bord des „Atlantic Cruiser“ nur Kraftwerksteile.

Ein türkischer Polizist vor dem verdächtigen Frachter „Antlantic Cruiser“. Reuters

Ein türkischer Polizist vor dem verdächtigen Frachter „Antlantic Cruiser“.

IstanbulNach Berichten über mögliche Waffenlieferungen an Syrien hat die Türkei den deutschen Frachter „Atlantic Cruiser“ für eine Überprüfung an die Kette gelegt. Das Schiff werde im Hafen der Stadt Iskenderun untersucht, kündigte die türkische Nachrichtenagentur Anadolu am Mittwoch an. Nach einem tagelangen Versteckspiel in den Gewässern zwischen Zypern, Syrien und der Türkei hatte die „Atlantic Cruiser“ in der Nacht die Küste der Mittelmeerstadt angesteuert. Dort war das Schiff von den Türken festgesetzt worden.

Das Schiff werde nun festgehalten, berichtete Anadolu. Geplant sei eine gemeinsame Untersuchung des Schiffes durch Zöllner, Polizisten und Diplomaten. Die syrische Opposition hatte über schwere Waffen sowie Munition an Bord der „Atlantic Cruiser“ berichtet. Das Schiff habe aus dem ostafrikanischen Dschibuti kommend am Freitag Kurs auf den syrischen Hafen Tartus genommen. Am Wochenende hatte die „Atlantic Cruiser“ jedoch nach Informationen von Ortungsdiensten ihren Kurs geändert. Dabei konnte sie zeitweise nicht mehr lokalisiert werden.

Die EU-Staaten haben wegen der brutalen Unterdrückung der Protestbewegung in Syrien verschiedene Sanktionen gegen das Regime von Präsident Baschar al-Assad verhängt. Dazu gehört auch ein Waffenembargo.

Die deutsche Reederei des Frachters, Bockstiegel (Emden), hat nach eigenen Angaben keine Hinweise auf eine Waffenladung für das Krisenland. Nach Unterlagen der Reederei handelt es sich bei der für Syrien bestimmten Ladung um Teile eines Thermalkraftwerks, die von einem indischen Kraftwerkshersteller für das Ministerium für Elektrizität in Syrien bestimmt sind.

Das Schiff sei an eine ukrainische Firma verchartert, mit der man seit längerem ohne jede Unregelmäßigkeit zusammenarbeite. Der Chartervertrag sehe vor, dass mit dem Schiff nur „lawful cargo“ transportiert werden dürfe, also Ladung, die und deren Transport nicht gegen Gesetze verstoße. Die Ladung sei im indischen Mumbai geladen worden, teilte das Unternehmen mit.

Auch die Bundesregierung geht den Hinweisen auf mögliche Embargo-Verstöße nach. Man stehe in engem Kontakt mit der Reederei Bockstiegel, hatte eine Sprecherin des Bundeswirtschaftsministeriums in Berlin erklärt. Der Frachter sei zwar im deutschen Flaggenregister eingetragen, aber derzeit ausgeflaggt.

Von

dpa

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

18.04.2012, 17:42 Uhr

Wenn auf dem Schiff wirklich schwere Waffen gefunden werden , was wird damit dann gemacht ?

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