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31.05.2011

10:10 Uhr

Mögliche Zugeständnisse

Deutschland erwägt neue Kredite für Griechenland

Die Bundesregierung erwägt umfassende Zugeständnisse bereit, um Griechenland vor der Staatspleite zu retten. Neue Kredite könnten dann auch ohne Beteiligung privater Gläubiger vergeben werden. Doch noch gibt es in Berlin Widerstand.

Griechenland könnte neue Kredite aus Deutschland erhalten. Quelle: dpa

Griechenland könnte neue Kredite aus Deutschland erhalten.

Berlin/AthenKompromisssignale aus Deutschland erhöhen einem Zeitungsbericht zufolge die Chancen für ein neues Rettungspaket für Griechenland. Wie das „Wall Street Journal“ am Dienstag in seiner Online-Ausgabe unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Kreise berichtete, erwägt die Bundesregierung ein Entgegenkommen in einem zentralen Punkt. Demnach würde Deutschland sich bereiterklären, dem akut von der Staatspleite bedrohten Griechenland mehr Geld zu leihen, auch ohne kurzfristig private Gläubiger an den Lasten zu beteiligen.

Regierungsvertreter in Berlin hofften, dass nach einer raschen Vereinbarung fürs erste dann im Laufe des Jahres eine umfassendere gefunden werde, die auch eine Umstrukturierung griechischer Staatsanleihen umfasse, hieß es in dem Bericht. 

Am Devisenmarkt gab der Zeitungsbericht dem Euro Auftrieb. Die Gemeinschaftswährung kletterte auf 1,4407 Dollar, den höchsten Stand seit drei Wochen. 

Das Bundesfinanzministerium wollte sich zu dem Bericht nicht äußern. „Wir können das nicht kommentieren“, sagte ein Sprecher. Die Regierung warte zunächst auf das Ergebnis eines Prüfberichts der sogenannten Troika von Internationalem Währungsfonds (IWF), Europäischer Zentralbank (EZB) und Europäischer Kommission zur aktuellen Entwicklung in Griechenland. Erst danach stünden Entscheidungen an. Der Bericht soll bis Ende der Woche vorliegen.

Finanzminister Wolfgang Schäuble hatte noch am Montag gesagt, in den Gesprächen mit der griechischen Regierung gehe es unter anderem um eine freiwillige Beteiligung auch privater Gläubiger. Schäuble gilt unter Beobachtern in Berlin noch am ehesten als kompromissbereit, doch in den Fraktionen von CDU und FDP gibt es zahlreiche widerspenstige Abgeordnete.

Griechenland muss im Juli eine Finanzierungslücke von 13,4 Milliarden Euro schließen. Ende Juni soll das Land die nächste Tranche von Hilfskrediten von IWF und EU über zwölf Milliarden Euro bekommen. Doch der IWF hat angekündigt, seinen Anteil nur dann auszuzahlen, wenn die Finanzierung Griechenlands für ein Jahr gesichert ist. Weil das Land nicht wie ursprünglich geplant bereits 2012 an den Kapitalmarkt zurückkehren kann, braucht es weitere Hilfen aus der Währungsunion.

 

Von

rtr

Kommentare (24)

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DummDuemmerDeutsch

31.05.2011, 10:36 Uhr

War ja klar, dass der Dumme Deutsche wieder zahlt...

Schade, dass ich keine Finne bin, denn dann würde ich sicher die Partei der "Wahren Finnen" wählen!

Euro-Debakel

31.05.2011, 10:42 Uhr

Wie immer: Erst große Worte, dann einknicken. Das Paket ist längst geschnürt. Die "harten" Bedingungen dienen nur zur Beruhigung des Wählers/Steuerzahler. Seit dem Vertragsbuch im letzen Jahr hat sich D erpressbar gemacht. Der Euro machte die EZB zur Bad Bank, verteilt den Wohlstand von Nord nach Süd. Der Euro ist ein Desaster, vielleicht wird er genutzt, um die vereinigten (Pleite)Staaten von Europa zu schaffen, natürlich ohne Volksabstimmung der Völker.

Account gelöscht!

31.05.2011, 10:44 Uhr

Und schon fällt Mutti wieder um - und Schäuble hat eh nichts zu sagen.
Wie immer - wird langsam Zeit, das auch in D die Menschen auf die Straße gehen und der unsäglichen Dame Einhalt gebieten.

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