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05.01.2016

15:18 Uhr

Möglicher Giftgaseinsatz in Syrien

Russland fordert Ermittlungen gegen IS-Miliz

In Syrien soll der Kampfstoff Sarin eingesetzt worden sein. Die syrische Regierung wirft den Aufständischen den Einsatz chemischer Waffen vor. Russland teilt den Verdacht und fordert nun Ermittlungen in Richtung IS.

Russland ist ein enger Verbündeter des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad und unterstützt dessen Truppen mit Luftangriffen auch auf den IS. ap

Russlands Präsident Wladimir Putin mit dem syrischen Machthaber Baschar al-Assad

Russland ist ein enger Verbündeter des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad und unterstützt dessen Truppen mit Luftangriffen auch auf den IS.

MoskauDie russische Regierung hält einem Bericht zufolge einen Einsatz chemischer Waffen durch die Extremistenmiliz Islamischer Staat in Syrien für wahrscheinlich. Das sagte der im Außenministerium für Massenvernichtungswaffen zuständige Diplomat Michail Uljanow am Dienstag laut Nachrichtenagentur RIA.

Er forderte demnach zudem, wegen mutmaßlicher Lieferungen des Kampfstoffes Sarin über die Türkei nach Syrien Ermittlungen einzuleiten. Er bezog sich auf entsprechende Äußerungen eines türkischen Oppositionsabgeordneten.

Russland ist ein enger Verbündeter des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad und unterstützt dessen Truppen mit Luftangriffen auch auf den IS. Die Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) hat nach eigenen Angaben Indizien dafür, dass einige Menschen in Syrien dem Kampfstoff Sarin ausgesetzt waren.

Sechs Gründe, warum der Bürgerkrieg in Syrien noch nicht beendet ist

Einmischung von außen

Das Regime von Baschar al-Assad hat mit Russland und dem schiitischen Iran mächtige Verbündete im Ausland. Teheran unterstützt Damaskus mit Geld und Kämpfern. Zudem kämpft die libanesische Schiiten-Miliz an der Seite Assads. Aber auch die Rebellen erhalten Geld und Waffen aus dem Ausland, unter anderem aus Saudi-Arabien. So wurde die Krise zu einem regionalen Konflikt. (Quelle: dpa)

Assads Unnachgiebigkeit

Der Präsident sagte am Anfang der Proteste Reformen zu - die nie kamen. Stattdessen brandmarkt sein Regime sämtliche Gegner als „Terroristen“, auch moderatere Oppositionelle. Viele Kritiker des Regimes sitzen in Gefängnissen. Im Kampf ums Überleben setzt die Armee zudem immer wieder sogenannte Fassbomben ein - Metallbehälter, die mit Sprengstoff und Metall gefüllt sind.

Zerstrittene Opposition

Den Regimegegnern ist es bis heute nicht gelungen, sich zu einen und eine gemeinsame Führung zu bilden. Die Exil-Opposition in Istanbul wird zwar international anerkannt, zeigt sich aber immer wieder zerstritten und hat in Syrien kaum Einfluss. Auch mit der Inlandsopposition aus Damaskus konnte sie sich noch immer nicht auf konkrete gemeinsame Ziele einigen.

Konfessionalismus

Längst ist der Bürgerkrieg auch zu einem Konflikt zwischen den Konfessionen geworden. Das Regime wird von Alawiten kontrolliert, einer Nebenlinie des schiitischen Islams. Die Alawiten befürchten blutige Rache, sollte Assad stürzen. Auch viele Christen sehen den Präsidenten als ihren Schutzpatron. In den Reihen der Rebellen kämpfen dagegen vor allem Sunniten.

Politik des Westens

Die USA und Europa lehnen eine militärische Intervention gegen das Assad-Regime ab. US-Präsident Barack Obama drohte zwar für den Fall des Einsatzes von Chemiewaffen durch das Regime in Syrien mit einem Eingreifen, nahm dann aber doch davon Abstand. Der Westen steht politisch zwar an der Seite der moderateren Rebellen, unterstützt diese aber kaum mit Waffen.


Stärke der Extremisten

Als die Krise in Syrien eskalierte, dehnte sich die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) aus dem Irak ins Nachbarland aus. Jetzt kontrolliert sie dort ein Drittel der Fläche. Andere Teile Syriens stehen unter Herrschaft der Nusra-Front, Ableger des Terrornetzwerks Al-Kaida. Moderate Kräfte sind auf dem Rückzug. Die von den USA unterstützte Harakat Hasm löste sich kürzlich auf.

Die Regierung in Damaskus hat Aufständischen wiederholt vorgeworfen, Giftgas einzusetzen. Westliche Diplomaten dagegen haben erklärt, es sei unwahrscheinlich, dass die Rebellen über derartige Fähigkeiten verfügten.

Von

rtr

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