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23.06.2017

14:12 Uhr

Mohammed bin Salman

Iran nennt neuen saudischen Kronprinz „unreifen Teenager“

In einem Freitagsgebet hat ein iranische Ajatollah den neuen saudi-arabischen Kronprinzen Mohammed bin Salman beleidigt. Dieser plane gar einen Krieg gegen den Iran. Damit sei schon Saddam Hussein gescheitert.

Der neue Kronprinz Saudi Arabiens sei ein „unreifer Teenager“, sagt ein iranischer Ajatollah während des Freitagsgebetes. AP

Mohammed bin Salman

Der neue Kronprinz Saudi Arabiens sei ein „unreifer Teenager“, sagt ein iranischer Ajatollah während des Freitagsgebetes.

TeheranEin iranischer Ajatollah hat den neuen saudi-arabischen Kronprinzen Mohammed bin Salman als einen „unreifen Teenager“ bezeichnet. Dieser plane „sogar einen Krieg gegen den Iran. Dafür bist Du Kindchen (Salman) aber noch zu klein“, sagte Ahmad Chatami beim Freitagsgebet in Teheran. Der ehemalige irakische Diktator Saddam Hussein habe das (im Golfkrieg 1980-88) mit saudischer Unterstützung auch versucht und sei kläglich gescheitert, so Chatami.

Der Ajatollah setzte Saudi-Arabien auf eine Stufe mit den USA und Israel als neuen Erzfeind des Irans. „Wenn wir „Nieder mit den USA“ rufen, meinen wir damit (ab jetzt) auch die Saudis“, sagte der einflussreiche Geistliche, der ein führendes Mitglied im Expertenrat ist, dem wichtigsten Klerusgremium des Landes.

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Der 31-jährige Sohn von König Salman soll seinem Vater in Saudi-Arabien auf den Thron folgen – eine Revolution im Königreich. „Mr. Everything“ wird gerade von der Jugend seiner Heimat wie ein Popstar verehrt.

Die Aussagen beim Freitagsgebet reflektieren zwar die politische Stimmung im Land, nicht aber die offizielle Politik des Irans. Präsident Hassan Ruhani sowie das Außenministerium haben bewusst auf die Ernennung des neuen Kronprinzen nicht direkt reagiert.

Besonders nach den Anschlägen der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) am 7. Juni in Teheran will Ruhani keine weitere Eskalation der Spannungen mit Saudi-Arabien. Diese Woche rief er daher alle Regionalstaaten – auch die Saudis – erneut auf, die Differenzen beizulegen und im Kampf gegen den IS zusammenzuarbeiten.

Von

dpa

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